Always Good Times Tour am 26.12.2019 am Katschberg

Die Skimarke Elan tourt von Ende Dezember bis Ende März durch die europäischen Skigebiete unter dem Namen „Always Good Times Tour“.  Bei insgesamt 65 Stopps haben Skifahrer die Möglichkeit, das neue Material von Elan zu testen, sowohl für die Piste als auch den Powder.

Wir von freeskiers.net konnten bereits im März das Material testen, wenn ihr Euch also schon vor der Always Good Times Tour informieren wollt, was unsere Tester dazu sagen und was Euch interessiert, dann schaut Euch gerne unser Line Up an: Freeskiers.net Line Up

Weitere Informationen zur Elan Skitest Tour findet ihr in Kürze hier: Always Good TImes Tour Elan

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Dienstag, 19 November 2019 15:38

Firmenportrait: ATK Bindungen

Wo Innovation, Tradition und Zukunft sich die Hand reichen: ein Unternehmensportrait der Firma „ATK“

Das Unternehmen ATK hat sich in der Welt der Skitouren-Bindungen grenzübergreifend einen Namen gemacht und stehen für Qualität, Innovation und Leichtigkeit. Doch wer steht hinter diesen Bindungen und wie ist das Unternehmen so erfolgreich geworden? Die Geschichte eines Quereinsteigers und seiner Familie, die Skitouren-Bindungen in Leichtbauweise immer wieder neu erfinden.

Italien – Knapp eine halbe Stunde von Modena entfernt liegt die Kleinstadt Fiorano Modenese mit 17.000 Einwohnern. Hier sitzt das familiengeführte Unternehmen ATK, das 2007 von Giovanni Indulti gegründet wurde und auch heute von der Familie geführt wird - und das erfolgreicher denn je.

Aber zurück zu den Anfängen: 1986 gründete Giovanni Indulti das weltweit erfolgreiche Unternehmen Gimec, das auch heute noch auf Hochpräzisionsfräsung und CNC-gefräste Teile spezialisiert ist. Kaum jemand in der Familie hatte etwas mit Skifahren, geschweige denn Bindungen zu tun. Das änderte sich, als 2007 ein italenischer Rennläufer Giovanni bat, ihm eine verbesserte Renn-Bindung zu bauen. Indulti als begeisterter Tüftler und Ingenieur nahm die Herausforderung an und so entstand das Unternehmen ATK (Authentizität. Technologie. Knowhow). Bereits in der Saison 2008/2009 wurden Dennis Brunod und Manfred Reichegger mit der von Indulti entwickelten ATK-Renn-Bindung Ski Mountaineering Weltmeister.

Aufgrund der großen Erfolge entschloss ATK sich dazu, neben Rennbindungen auch Modelle für den Normalverbraucher zu entwickeln und brachte so 2010 die erste Touring-Kollektion auf den Markt. Der Erfolg ist groß: mittlerweile hat ATK ca. 40 Festangestellte, die pro Jahr 35.000 Bindungen produzieren. 90 % der Bindungs-Teile werden direkt von ATK gefräst, nur die Schrauben und das Färben wird von externen Zulieferern übernommen. Die ganze Familie steckt ihr Wissen und ihre Begeisterung in das Unternehmen: Giovanni ist der CEO, seine Ehefrau Guerrina sorgt dafür, dass in der Verwaltung alles rund läuft und Sohn Davide führt das operative Geschäft.

Als Quereinsteiger aus der Hochpräzisionsfräsung brachten die Indultis einen neuen Blickwinkel auf die Entwicklung und Herstellung von Skitouren-Bindungen mit. Gerade in den Anfangsjahren waren die Ressourcen und das Know How ihres Unternehmens Gimec hilfreich. Seit Jahren schafft es ATK immer wieder bedeutende Neuheiten für ein verbessertes Touring-Erlebnis zu entwickeln und patentieren zu lassen. Bis 2018 haben sie insgesamt 10 Patente angemeldet, 2019 waren es alleine 6.

Auch das Produktionsgelände von ATK zeugt von großen Erfinderfähigkeiten und vorausschauenden Ideen: Das Gebäude wird von der Abwärme der Fräsen und Maschinen beheizt- das System dazu hat Giovanni Indulti selbst entwickelt und umgesetzt. Die übrigen Aluspäne aus den Fräsen werden recycelt, indem sie gesammelt und zu Klötzen gepresst dem Lieferanten übergeben werden, der diese wiederverwendet. Solaranlagen auf dem Dach sorgen für 25% des benötigten Stroms, ein ausgeklügeltes Spiegelsystem reflektiert das natürliche Sonnenlicht, sodass der Stromverbrauch dadurch reduziert wird.

Die Innovation und Zukunftsorientierung, die ATK immer wieder unter Beweis stellt, machen Lust auf mehr. Alle Skitouren-Begeisterten dürfen auf jeden Fall schon jetzt auf Neuigkeiten von ATK gespannt sein. Und wer bis dahin nicht warten will, der trifft vielleicht Davide Indulti beim Ski-Touring im Apennin-Gebirgszug und kann ihn persönlich zu den Neuheiten der Saison befragen…

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Freitag, 15 November 2019 15:46

Das Livigno Freeride Project

Fabiano Monti – Der Lawinenprofi in Livigno

Das Gebiet rund um Livigno ist bekannt als Tiefschneeparadis unter den Freeridern. Dort lebt auch Fabiano Monti, ein absoluter Experte im Bereich Lawinen. Seit 13 Jahren beschäftigt er sich mit Lawinen - zunächst an der Universität in Como, später am Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos. „Ich liebe den Schnee. Und ich liebe das Skifahren abseits der Piste. Aber ich hasse Lawinen.“

Um das Risiko beim Freeriden abseits der Piste zu verringern, trifft sich Fabiano Monti jeden Sonntagabend mit seinen Bergführer- und Skiguidekollegen in der Brauerei 1816 in Livigno, um die aktuelle Lawinensituation zu besprechen. Jeder, den es in den tiefen Schnee zieht – egal ob Skifahrer, Snowboarder, Tourengeher und Schneeschuhwanderer – ist herzlich eingeladen, zu kommen und sich zu informieren über das aktuelle Lawinenrisiko. Aber auch unter der Woche gibt es täglich um 16 Uhr Sicherheitsinformationen im Outdoor Center in Livigno.

„Wir möchten jeden, der nach Livigno kommt, mit den bestmöglichen Infos versorgen. Wir geben Tipps, was die Leute besser tun und lassen sollen, warnen vor kritischen Hangexpositionen und sperren bei zu großer Lawinengefahr auch schon mal den freien Skiraum außerhalb der Piste“, sagt Lawinenexperte Monti. Kein anderer kennt sich besser aus als die Locals und dieses Wissen wollen sie weitergeben an Freerider, das ist das Ziel des „Livigno Freeride Projects“. Fabiano Monti und den einheimischen Bergführern geht es um Aufklärung und Informationen für alle, um so das Risiko im Tiefschnee zu verringern.

Wer also ein unvergessliches und möglichst sicheres Freeride-Erlebnis in Livigno erleben möchte, für den ist das Livigno Freeride Projekt ideal.

Weitere Informationen unter: Livigno Freeride Projekt

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Donnerstag, 07 November 2019 10:16

Open Faces Freeride Series 2020

Die Open Faces Freeride Series ist auch in der kommenden Saison mit sechs Freeride Qualifier Events und drei Freeride Junior Tour Stopps die meisten europäischen Events, um Punkte für die mögliche Freeride World Tour Qualifikation 2021 zu sammeln. Der Fokus der Veranstalter liegt aber ebenso auf den 1* FWQ Events als Einstieg in die Contest-Szene. Abgerundet mit den Junioren Weltmeisterschaften in Kappl und der Freeride Week Gurgl als „Grande Finale“ erreicht das Open Faces Series Programm 2020 ein noch nie dagewesenes Level. Drop In!
 

Die Open Faces Series Saison beginnt 2020 mit dem 3* FWQ & 2* FJT Kappl/Paznaun. Die bekannte Quellspitze bietet für beide Bewerbe beste Voraussetzungen. Ende Jänner ist Kappl / Paznaun erneut die Bühne für die stärksten Juniors: Bereits zum dritten Mal finden dort die FJWC – die Freeride Junioren Weltmeisterschaften statt. 60 junge, talentierte Rider aus aller Welt werden ihr Können zeigen.

Einige Wochen später widmet sich das Alpbachtal mit einer weiteren Ausgabe des 1* FWQ & 2* FJT dem Thema Freeride Sport und bietet Einsteigern und Junioren Gelegenheit, sich an den weitläufigen Hängen oberhalb der Wiedersbergalm zu messen.

Mitte Februar steigt mit dem 4* FWQ Silvretta Montafon einer der weltweit wichtigsten Qualifier Tour Stopps! Der Name „kleine Heimspitze“ ist alles andere als Programm. Das Face besteht aus riesigen Cliffs und engen Rinnen, in denen spektakuläre Performances garantiert sind. Auf die Besucher wartet perfekte Sicht von der Nova Stoba Terrasse.

Weiter geht es mit dem 2* FWQ Gastein in der Heimat der österreichischen Freeride Ikone Sandra Lahnsteiner. Bereits zum vierten Mal in Folge kann das Schauspiel perfekt von der Terrasse der Schlossalm beobachtet werden. In dem weiten Face ist genügend Platz für unglaubliche Tricks.
Das große Finale der europäischen Freeride Saison findet heuer erstmalig im Rahmen der Freeride Week Gurgl statt. Die Woche bietet neben dem ultimativen „Grande Finale“, dem 4* FWQ, bei dem traditionell die weltbesten Rider antreten, weitere zwei Events im 1* und Junior Level.
 

Open Faces Termine 2020:

11.01.2020: 3* Open Faces & FJT 2* - Kappl-Paznaun
28.01.-31.01.2020 Freeride Junior World Championships Kappl-Paznaun
08.02.2020 1* Open Faces & FJT 2* - Alpbachtal Wildschönau
15.02.2020 4* Open Faces Silvretta Montafon
14.03.2020 2* Open Faces Gastein
29.03.– 04.04.2020 Freeride Week Gurgl – 1 Freeride week - 3 events!
 

Open Faces 2020 Kick Off bei der Alpinmesse Innsbruck

Wie schon im Vorjahr wird der offizielle Kick Off auf der Alpinmesse Innsbruck am 09. und 10. November gefeiert. In der Open Faces Freeride Lounge trifft sich das „Who is Who“ der Szene, unter anderem werden Manu Mandl, Arianna Tricomi, Konsti Ottner und zahlreiche andere bekannte Freerider Gesichter anwesend sein.
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Tür 12: Das kann sich sehen lassen!

Auch hinter Tür 12 haben wir wieder zwei hammer Preise für Euch zusammengestellt: Die Julbo Cyrius Skibrille und ein CEP Baselyer Outfit.

 

Julbo Cyrius Skibrille

Die Cyrius Skibrille besitzt eine selbsttönende Scheibe ohne Rahmen und mit REACTIV-Technologie, sodass die Scheibe in Echtzeit ihre Tönung an die Lichtverhältnisse anpassen kann. Neben ihrem breiten und komplett integrierten Strap punktet die CYRIUS zudem durch ihre hochwertige Verarbeitung und hohem Tragekomfort. Selbst wenn deine Freunde vor Neid erblassen, kannst du das durch die Brille sehen ?

 

CEP Baselyer Outfit

Winter Wingtech Shirt + Baselayer Tight + Merinosocken
 
Die Luft ist klirrend kalt, die Sonne scheint und vor dir liegt unberührter Pulverschnee. Ob du in den Bindungen deiner Freeridelatten stehst oder gerade die Tourenski anschnallst: Winterliche Temperaturen und unberechenbare Witterung erfordern ein Equipment, das deine Performance unterstützt, dein Körperklima reguliert und das auch extreme Bewegungen mitmacht, ohne dich in deiner Aktivität einzuengen. Dafür gibt es heute das Baselayerset von CEP.









Teilnehmen können alle registrierten User von freeskiers.net. Jeder User kann nur einmal teilnehmen, weitere Einsendungen werden automatisch gelöscht. Barauszahlung der Gewinne nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen! Weitere Gewinnspiel-Bedingungen findest Du auf der Startseite des Weihnachtsgewinnspiels.

Heute gibts was für Dich und Dein +1

Damit bei Euch im Gelände nicht die Finger abfrieren und Ihr im Gelände immer wisst, wo es hingeht, vertecken sich heute zwei Handschuhe und eine Freeridemap, hinter Türchen no. 9!

 

Ziener Ganzenberg AS® AW in Gr. 9,5 (blue navy) & Komilla Mitten in Gr. 6,5 (rose brush)

Die freeride-orientierten, sehr warmen Ziener Handschuhe Ganzenberg AS® AW und die estrawarmen Komilla AS® AW Mitten sind ausgestattet mit der wasser- und winddichten Ziener Aquashield® Membran. Die Fütterung mit besonders warmer und weicher Alpenlandwolle aus 100% Freilandhaltung hält die Körpertemperatur im Wohlfühlbereich und sorgt für ein angenehmes Tragegefühl. Die Komilaa Mitten haben zusätzlich noch ein Plüschfutter. Die taktile und verstärkte Innenhand aus Ziegenleder ist sehr robust und garantiert optimales Stockgefühl. Das Neoprenbündchen mit Klettverschluss am Handgelenk schließt sehr gut ab und sorgt für optimale Passform. Die Leash fixiert den Handschuh. Beim Komilla ermöglicht es die Stulpe mit Neoprenbündchen und elastischem Klettverschluss, die Handschuhe unter der Jacke zu tragen. Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs.

Freeride Map

Die besten Abfahrten in den attraktivsten Freeride-Spots der Alpen! Die Freeride Maps zeigen dir wo du sie findest und wie du dorthin gelangst. Die weltweit einzigartige Karte für Freerider macht das Wissen der Locals verfügbar – auf Papier oder in einer App. Alle Offpiste-Runs und Couloirs eines Gebiets sind in so genannten Freeride-Korridoren in drei Schwierigkeitsgraden farblich gekennzeichnet. Die praktischen Karten im Maßstab 1:25 000 zeigen alle für die Routenplanung und Umsetzung im Gelände notwendigen Informationen.

Falls noch nicht getan, melde Dich bei Freeskiers.net an um am Gewinnspiel teilzunehmen und mit etwas Glück, kannst du die zwei Handschuhe und die Karte dein Eigen nennen!

Teilnehmen können alle registrierten User von freeskiers.net. Jeder User kann nur einmal teilnehmen, weitere Einsendungen werden automatisch gelöscht. Barauszahlung der Gewinne nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen! Weitere Gewinnspiel-Bedingungen findest Du auf der Startseite des Weihnachtsgewinnspiels.

Das Nikolaus-Paket von K2, Fatcan und Full Tilt!

 

Wir hoffen ihr seid alle brav gewesen! denn heute gibt es zum Nikolaus-Tag einen echten Kracher!

Ein Paket, bestehend aus: Skischuhen von K2, die passenden Stöcke von Fatcan und für den stylischen Auftritt beim Aprés-Ski, Schuhe von Full Tilt!

 

Mindbender Alliance 110 - Limited Edition (Größe 24,5)
 
Stabiler Flex und trotzdem superleicht: Der K2 Mindbender Alliance 110 Skischuh lässt die Herzen aller Freeriderinnen höher schlagen. Mit 50 Grad Bewegungsfreiheit, Pin Einsätzen und vielen weiteren anpassbaren Features ist der Mindbender Alliance 110 die richtige Wahl für alle Ladies, die es auf und neben der Piste krachen lassen wollen.

Mit der LTD Edition habt Ihr auf jeden Fall einen richtigen Hingucker an den Füßen!

 

Fatcan Poles

100% Freeski! Die knallbunten Freeski- und Freeride-Stöcke werden komplett in Italien gefertigt. Dazu kommen keine Klebstoffe und Lösungsmittel zum Einsatz – die Skistöcke sind also komplett recycelbar. Und da Fatcan ausschließlich Aluminiumstöcke produziert, können diese auch ganz einfach auf die passende Länge gekürzt werden. Speziell für uns, beziehungsweise für Euch, wird ein "Nikolaus-Stock" entworfen, der Perfekt zu dem K2 Mindbender Alliance 110 passt!

 

Full Tilt Aprés Bootie

Aus dem Haus, zum Briefkasten, dann das Auto freikratzen und ab zum Berg. Diese Slipper halten deine Füße angenehm wund sind einfach verdammt "Fluffy". Dafür sorgt eine Lage Intuition als Fußbett, die sich (jepp, richtig) an deinen Fuß anpasst! Auch beim Apres an der Bar oder gemütlich in der Hütte machen die Schicken Treter ordentlich was her!


Macht mit und mit etwas Glück bekommt ihr ein Level-Up in Sachen Style, direkt an die Haustüre!

 

Teilnehmen können alle registrierten User von freeskiers.net. Jeder User kann nur einmal teilnehmen, weitere Einsendungen werden automatisch gelöscht. Barauszahlung der Gewinne nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen! Weitere Gewinnspiel-Bedingungen findest Du auf der Startseite des Weihnachtsgewinnspiels.

Donnerstag, 24 Oktober 2019 13:45

Crossing Lebanon - Mit Ski durch den Nahen Osten

Zwei Freunde ein Ziel

Neun Tage, 8500 Höhenmeter, 100 Kilometer auf Tourenski und dann thront er vor uns: Der 3083 Meter hohe Qoernet el Swada, der höchste Berg des Nahen Ostens. Unter uns schneebedeckte Gipfel, am Horizont das Meer. Wir sind am Ende unserer Kräfte aber überglücklich. Nico und ich haben uns einen Traum erfüllt und auf Tourenski das Hochgebirge des Nahen Ostens überquert.

„Ihr wollt Skifahren gehen im Libanon?” Das war die häufigste, verwunderte Frage, wenn wir von unserem Wunschziel erzählten. Wer an den Libanon denkt, denkt an den Nahostkonflikt, an trockene Hitze, verdorrte Sträucher, alte, historische Bauwerke, vielleicht noch an Falafel. An Skifahren denkt zunächst niemand. Tatsächlich aber sind hier, wie in einer künstlich erschaffenen Traumwelt, Berge und Meer so nah zusammen, dass Schneedecken und Palmen nur eine Autostunde voneinander entfernt sind. Verliebt in das Land mit seinen Gegensätzen und Möglichkeiten hat sich Nico im Auslandssemester in Beirut. Als leidenschaftlicher Skifahrer hat ihn seit dem seinem Besuch im libanesischen Gebirge ein Gedanke nicht mehr losgelassen: Dort Skitouren und Freeriden zu gehen. Da Nico und ich schon diverse Abenteuer zusammen erlebt hatten, musste auch ich nicht lange von diesem außergewöhnlichen Vorhaben überzeugt werden. Nach Monaten der Planung und Vorbereitung landen wir im Februar 2019 in Beirut, der Hauptstadt des Landes. Der Libanon, auch die „Schweiz des Nahen Ostens“ genannt, ist Finanzhochburg und vor mir türmen sich Wolkenkratzer mit futuristischer Glasverkleidung. Dort treffen wir Halim, Nicos libanesischer Freund, der uns bei unserem Abendteuer begleitet. Halim ist ein erfahrender Tourengeher,
aber einem solchen Wagnis hat auch er sich noch nie gestellt und ist deshalb gespannt und bereit, neue Seiten seines Heimatlands zu entdecken. Da sind wir also: Drei Männer, ein Zelt, Proviant für elf Tage, drei Powerbanks, zwei Solarplatten, drei Kameras und eine Drohne. Das sind insgesamt 25 kg Gepäck für jeden und die Reise beginnt. Wir starten auf 1500 hm in Mzaar, dem größten Skigebiet des Landes, das mich an ein Nobelskigebiet in den Alpen erinnert. Der erste Anstieg führt in Richtung des großen Kessels “Grande Coulée” und schon der Start des geplanten zehntägigen Abenteuers verläuft ganz anders als erwartet. In der ersten Nacht tobt ein Schneesturm und minus 15 Grad Celsius lassen uns im Zelt eng zusammenrücken.

Trotz guter Wettervorhersage erwachen wir am zweiten Tag in dichten Wolkenschleiern mit immer wiederkehrenden Schneestürmen. Wir haben keine andere Wahl, als im Zelt abzuwarten, Karten zu spielen und Tee zu trinken, alles andere als die erwartete abenteuerliche Skitour. Doch die Stunden des Wartens werden am Tag darauf mit einem traumhaften Skitag belohnt. Bei goldenem Morgenlicht ziehen wir die ersten Linien im feinen Pulverschnee.

Auf die atemberaubend schöne Abfahrt folgen bis zur Abenddämmerung vier Stunden GPS-Navigation durch dichten Nebel. Mittlerweile hat sich eine Routine eingespielt: Sobald die Sonne untergegangen ist, schlagen wir schnellstmöglich unser Zelt auf, da die Temperaturen von plus 15 Grad Celsius am Tag auf -15 Grad in der Nacht schnell sinken. Das reichhaltige „Instant-Chilli“ wird zubereitet und schon
gegen 19:30 Uhr rollen wir uns in den Schlafsäcken zusammen. Am Morgen klingelt um 5:00 Uhr der Wecker, nach dem Frühstück erfolgt der Zeltabbau und die Rucksäcke werden neu gepackt. Wir setzen unsere Tour fort und mir wird immer wieder bewusst, dass dieses Gebirge nicht mit unseren heimischen Bergen vergleichbar ist. Hier, unter der Schneedecke begraben, befinden sich Zeitzeugen der „eisigen“ Geschichte des Landes: Alte zerfallene Bunker erinnern an den Bürgerkrieg zwischen Christen und Muslimen in den Jahren von 1975 bis 1990 und auch der Blick über die Grenze nach Syrien bringt mich wiederholt zum Nachdenken.

Wir erreichen das Bergdorf Aaqoura, wo wir uns von Halim nach fünf kräftezehrenden Tagen und einer Erfrierung an der Zehenspitze verabschieden müssen, da er für seine Arbeit nach Beirut zurück muss. Ein wenig sind wir auch neidisch, dass unser Freund die Nächte nun wieder im warmen, gemütlichen Bett verbringen darf. Zu zweit und mit deutlich schwererem Gepäck machen wir uns weiter auf in Richtung Norden. Eine Strecke, die durch eine an Dünen erinnernde Felswüstenlandschaft führt und uns durch das ständige Auf und Ab den Weg und das Leben schwer macht. Es gibt keine schützenden Bäume oder Felsvorsprünge, wodurch wir durchgehend der prallen Sonne ausgeliefert sind. Um genügend Schnee für zum Trinken und für unser Mittagessen zu schmelzen, sind wir zu ausgedehnten Pausen gezwungen.

Im Norden des Landes in der Nähe des zweitgrößten libanesischen Skigebietes finden wir nach Tagen des Auf und Ab endlich Bilderbuch-Abfahrten mit perfektem Powder. Der etwas feuchte Mittelmeer- Neuschnee hat sich gut mit den unteren Schichten verbunden, wodurch das Risiko für Lawinen gering ist. Die weiten Nordhänge mit kleinen Sprüngen lassen mich alle Anstrengungen der letzten Tage vergessen und zaubern mir ein Freudenstahlen ins Gesicht. Doch auf ein Hoch folgt wieder ein Tief. In der folgenden Nacht läuft bei eisiger Kälte meine Thermosflasche, die mich eigentlich wärmen sollte, in meinem Schlafsack aus. Nach einem kurzen Anfall von Panik aus Angst vor dem Erfrieren fällt mir ein, dass ich einen Biwaksack mitgebracht habe, mit dem ich mich in den nassen Schlafsack lege. Ungemütlich aber zumindest etwas geschützt vor den Minusgraden, versuche ich, für einige Stunden Schlaf zu finden.

Am Tag acht unserer Reise nehmen wir Kurs auf den „Endgegner“: den 3083 hohen Qoernet el Sawda. Zwei scheißtreibende Tage, an denen uns zunehmend die Mittagshitze zu schaffen macht, die den Schnee pappig werden lässt, sodass sich schwere Stollen an unseren Tourenfellen bilden. Die Kommunikation zwischen Nico und mir beschränkt sich nur noch auf das Nötigste. Endlich erreichen wir den Gipfel; ein unbeschreibliches Gefühl: Erschöpft, aber gleichzeitig federleicht und überglücklich: Jetzt haben wir es endlich geschafft und sind die höchsten Menschen des Nahen Ostens. Als vermutlich Erste haben wir das libanesische Gebirge von Süden nach Norden mit Tourenski überquert. Die Vorstellung so hoch über dem Orient zu thronen scheint immer noch unbegreiflich.

Nun liegt eine Abfahrt von 2000 Höhenmeter zu den größten libanesischen Zedernwäldern vor uns, wo wir uns am Ende des langen Abenteurers – ganz bayrisch – ein Bier teilen, das uns die Reise über begleitet hatte. Wie Außerirdische, gestrandet auf einem fremden Planeten laufen wir in Skiausrüstung durch das Bergdorf Ehden, vorbei an Einheimischen und orientalischer Architektur. Nach zehn Tagen und 120 Kilometer auf Ski im libanesischen Hinterland sprühen wir voller Stolz und Euphorie: Wir sind nicht nur am Ende aller Kräfte, sondern auch am Ziel unserer Reise, ein Traum wurde wahr.

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Donnerstag, 24 Oktober 2019 12:00

DEEP & RAW - Webisode six

Snowmobile & Cat skiing

 

Um weiteres, unberührtes Terrain zu erkunden und längere Abfahrten zu haben ist es als schneegieriger Freerider fast schon ein Muss, eine Tour mit Schneemobilen und/oder einem Kettenfahrzeug zu machen. In unserem Fall gestaltete sich das ganze etwas schwierig, da wir für eine solche Tour eigentlich schon fast zu viel Neuschnee hatten. So hat sich beispielsweise die Snowcat mehrmals festgefahren und musste von uns freigeschaufelt werden. Und auch zum Skifahren war es kaum noch möglich, da man wortwörtlich in den Schneemassen untergegangen ist.

Die nächste Folge kommt am 29.10!

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Mittwoch, 23 Oktober 2019 08:56

DEEP & RAW - Webisode five

Freeride

 

Unberührte Hänge mit meterhohem Pulverschnee - Japan liefert fast jeden Tag aufs Neue und so geht’s mit nur kurzen Aufstiegen durch das Japanische Hinterland zur nächsten Powderabfahrt. Ein absoluter Traum für jeden Freerider. Neben den einzigartigen Schneebedingungen sind die schnellen Wetterumschwünge ein weiteres Merkmal. Innerhalb von wenigen Minuten wechselt hier das Wetter vom strahlenden Sonnenschein zum dichten Schneetreiben - oder umgekehrt. Und auch ab und zu mehrmals täglich....

Freut euch auf die neue Webisode (Snowmobile&Catskiing) am 24.10!

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