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Donnerstag, 08 April 2021 16:14

Albrecht Tectalk Outdoor

Mit dem neuen Tectalk Outdoor hat Albrecht ein PMR446-Sprechfunkgerät im Portfolio, das auch bei widrigsten Umgebungsbedingungen immer eine gute Funkverbindung hält. Das Tectalk Outdoor ist eines der kleinsten und leichtesten PMR-Geräte, welches die IP67-Norm erfüllt, wassergeschützt und staubdicht ist. Dazu bietet der Akku eine Betriebszeit von rund 17 Stunden, sodass man über den gesamten Tag über eine sichere Kommunikation verfügt.

Mit insgesamt 16 voreingestellten Funkkanälen kann schnell ein spezieller Kanal für die gemeinsame Kommunikation gefunden werden. Durch eine Squelch-Funktion lassen sich unerwünschte Störquellen während des Funkens eliminieren. Die Reichweite des Funkens reicht dabei bis zu 10 Kilometer.

Das Tectalk Outdoor wurde von Albrecht sehr benutzerfreundlich entwickelt: Denn das Funkgerät ist über seine zentrale Bedientaste äußerst intuitiv bedienbar. Dank der 16 bereits definierten Funkkanäle kann sich eine Crew schnell abstimmen, auf welchem Kanal der Funkkontakt laufen soll und sofort kann die jeweilige Gruppe das PMR-Funkgerät verwenden. Ferner kann über die integrierte VOX-Funktion (Voice Operated Exchange) eine Sprachübertragung erfolgen, ohne die Sende-Taste drücken zu müssen.

Für weitere Sicherheit sorgen 53 CTCSS- und 104 DCS-Kodierungen, sodass der Anwender ungestört nur mit den Personen funken kann, die er zuvor ausgewählt hat. Ferner hat Albrecht weitere wichtige Funktionen integriert, die jeder Anwender bei Bedarf nutzen kann, wie beispielsweise die Zweikanalüberwachung Dual Watch, eine Tastensperre, Scannen für Kanalsuchläufe, Monitoring für Lautstärkeanpassung beim Empfang, Roger Beep, Tastentöne und die Option Busy Channel Lockout - eine Sendesperrfunktion bei besetztem Kanal. Außerdem spendierte Albrecht dem Tectalk Outdoor noch eine 2,5 mm Anschlussbuchse für Headsets, wenn die Hände beim Funken frei bleiben sollen.

Zum Lieferumfang gehören ein Lithium-Ionen-Akku mit 1.100 mAh, ein Standlader mit Micro-USB-Netzteil, ein Gürtelclip sowie eine ausführliche Anleitung. Die Abmessungen liegen bei 53 x 94 x 26 mm (B/H/T) und das Gewicht bei knapp 115 g.

Wir hatten die Funkgeräte bei mehreren Touren und Produktionen im Einsatz. Die 10 Kilometer Reichweite konnten wir dabei leider nicht testen, aber im Skigebiet und im Gelände war das Funken immer möglich, die Sprachqualität sehr gut und die Akkuladung hat bei uns – trotz teilweise grimmigen Minustemperaturen - auch immer den ganzen Tag gehalten. Zwei sehr nützliche Begleiter, die auch bei unseren Jüngst-Redakteuren heiß begehrt sind.


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Mittwoch, 07 April 2021 17:12

Lange XT3 Tour Pro

Mit dem XT3 Tour Pro bringt Lange erstmals einen richtigen Tourenskischuh auf den Markt. Der blaue Boot sieht zwar aus wie der Lange Rennschuh RS 130, ist aber auf Skitouren mit Top Abfahrtsperformance ausgerichtet.

Nimmt man den Boot erstmals in die Hand, überrascht direkt das niedrige Gewicht: Bei Schuhgröße 27,5 zeigt die Waage gerade einmal 1.580 Gramm an. Laut Hersteller wiegt Schuhgröße 26,5 offiziell 1.520 Gramm. Das ist zum Teil auf das im unteren Bereich verarbeitete Grilamid zurückzuführen. Im Schaftbereich besteht die Schale aus Polypropylen, das einen angenehmen Flex bieten soll. Die Vibram-Sohle soll auch beim Hiken guten Grip bieten.

Reinschlüpfen
Der Innenschuh ist sehr komfortabel, dick und ausgezeichnet gepolstert. Im Zehenbereich bietet die eher breitere Passform ausreichend Platz. Zusätzlich kann die Schale natürlich vom Bootfitter noch etwas geweitet werden, falls Druckstellen da sind.

Der Schuh rollt beim normalen Gehen ohne Skier deutlich besser ab als der XT3 130, die vorgeformte Schale und das Bootboard unterstützen die natürliche Gehbewegung, die Vibramsohle hat tatsächlich viel Grip

Bergauf
Im Vergleich zum Lange XT3 130 hat der XT3 Tour Pro die deutlich bessere Gehfunktion verpasst bekommen. Hier konnte das Zusammenspiel zwischen Innenschuh und den Schalen für den Aufstieg spürbar verbessert werden. Was man wissen muss, um die vollumfänglich zu nutzen: Die Schnallen werden am weitesten Haken eingehängt und die Schnalle dann nach vorne geklappt, bis sie einrastet. Macht man das nicht, ist die Gehfunktion praktisch nicht vorhanden. Das niedrige Gewicht sorgt bergauf ebenfalls für Pluspunkte.

Am Weg nach oben ist der Lange angenehm und komfortabel. Für eine normale Schrittlänge gibt es keine Einschränkungen in der Beweglichkeit, diese läuft ohne Widerstand und gut in beide Richtungen. Für Tourengeher, die durch hohe Geschwindigkeiten weite Schritte machen, gibt es sicherlich Modelle mit noch mehr Beweglichkeit und weniger Gewicht, deutliche Abstriche in der Abfahrtsperformance sind üblicherweise die Folge.

Bergab
Auch durch den gut gepolsterten Innenschuh wird der Druck gut am Schienbein verteilt, anders als bei anderen Tourenskischuhen hat man nicht das Gefühl gegen ein Brett zu drücken. Dazu kommt der angenehm progressive Flex. Lange gibt an, auch bei diesem Schuh ihre Dual Core Technologie einzusetzen, diese kommt aus den Rennlauf und soll unterschiedliche Plastikhärten immer dort einsetzen wo sie zum passenden Flex gebraucht werden. Der Flex ist steif und gut auch für lange, schnelle Schwünge oder kleinere bis mittlere Drops, kommt aber nicht ganz an die Steifigkeit und Progression des XT3 130 ran. Für einen reinen Tourenskischuh aber wohl mit das Beste, was man für die Abfahrt bekommen kann

Fazit
Der Lange XT3 Tour Pro ist ein Tourenskischuh mit konkurrenzfähigem Gewicht, welcher eindeutig den Freetourer unter den Skitourengehern anspricht. Die Beweglichkeit ist gut und für Nicht-Racer absolut ausreichend. Auf der Abfahrt können akuell wohl nur wenige Schuhe dem XT3 Tour Pro das Wasser reichen. Er bietet angenehm progressiven Flex, super Polsterung und die passende Steifigkeit auch für lange Schwünge und aggressive Fahrer.

Suchst du einen Schuh für halb liftunterstützt/halb Tour, dann gibt es mit dem XT3 130 eine bessere Alternative bei Lange. Sind dir schnelle Aufstiege und maximale Leichtigkeit wichtig und machst du auf der Abfahrt am liebsten klassische kurze Schwünge (Zöpfe flechten, Pistentouren)? Dann gibt es sicher gute und leichtere Zwei- und Dreischnaller von anderen Herstellern. Willst du einen Tourenschuh fürs Freetouring mit gutem Gewicht, guter Beweglichkeit und gewaltiger Abfahrtsperformance? Dann könnte das der richtige Schuh sein!

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Samstag, 13 März 2021 11:54

Arva Reactor Ultralight 25L

Seit über 35 Jahren ist ARVA auf Wintersicherheitsausrüstungen spezialisiert. Die Franzosen aus Annecy überzeugen mit ihren qualitativ hochwertigen und ultraleichten Produkten und stehen mit ihrem Namen in Frankreich auch für ein ganzes Segment: Es heißt nicht „Hast Du dein LVS dabei“, sondern „Hast Du Dein Arva dabei?“

Bei den Airbags verwendet Arva ein selbstentwickeltes System: Das Reactor-Venturi-System, welches das Aufblasen des Airbags auch bei Gegendruck garantiert, ist darauf ausgelegt, während des gesamten Aufblasvorgangs eine höhere Leistung als andere Systeme zu gewährleisten. Arva setzt dabei auf zwei voneinander unabhängige Ballons. Der Lawinenairbag funktioniert auch dann, wenn einer der Ballons beschädigt oder abgerissen sein sollte. Das Auslösen der Airbags erfolgt über ein Kabel, das mit einem klappbaren Auslösegriff verbunden ist und am rechten oder linken Tragegurt platziert werden kann. Bei eingeklapptem Auslösegriff ist das System verriegelt. Das Kabel ist im Gegensatz zum pyrotechnischen System, bei dem der Griff nach jeder Auslösung ausgetauscht werden muss, eine zuverlässige und wiederverwendbare Lösung und lässt auch mal ein „Testziehen“ ohne Auslösung zu. Der Reactor Ultralight wiegt mit Cabonkartusche 2350 Gramm.

Der Rucksack verzichtet auf alles Unnötige, bietet aber für alles sinnvolle Lösungen. Er hat ein großes Hauptfach, in dem die Sicherheitsausrüstung durch Straps fixiert werden kann, ein kleines „Schlüsselfach“ und eine Tasche am Hüftgurt. Die Träger können für verschiedene Rückenlängen angepasst werden. Sämtlich Straps und Schlaufen können im Rucksack verstaut werden, was für eine sehr cleane Optik sorgt.

Praxistest:
Ganz im Gegensatz zu anderen Lawinenrucksäcken bietet der Arva echte 25 Liter Volumen. Alles für die Skitour oder den Freeridetag findet leicht Platz. Der Tragekomfort ist top – selbst vollgepackt bemerkt man den Rucksack kaum. Müssen die Ski mal getragen werden, funktioniert das wie bei allen Lawinenrucksäcken quer auf dem Rücken. Die Ski sind schnell fixiert und halten auch relativ gut.

Fazit:
Super leicht, komfortabel & durchdacht. Das Lawinensystem top und die Optik clean und stylisch. Da stellt sich immer seltener die Frage, ob ein Lawinenrucksack für die geplante Tour „sein muss oder nicht“ – den Ultralight nimmt man einfach immer her. Getreu dem Motto „Hast Du Dein(en) Arva dabei?!“

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Montag, 01 März 2021 13:38

Complete Setup Review: Salomon

In den meisten Freeride-Kellern wird es wohl so aussehen: Ski von Marke1, Boots Marke 2 (und evtl. 3, falls es einen eigenen Tourenskischuh gibt), Bindung von Hersteller 4, und so weiter und so fort. Anschließend ist man damit beschäfigt, das Equipment aufeinander abzustimmen. Was aber, wenn die ganze Ausrüstung schon von Haus aus zusammenpasst, direkt aus der Fabrik?

Einer der wenigen Komplettausstatter am Markt ist Salomon. Von den Franzosen der Amer-Gruppe gibt es fast nichts, was es nicht gibt - wir haben dann dennoch einen Bogen um Klamotten etc. gemacht und die Back on Track-Organisatoren, die von Salomon unterstützt werden, um ein Setup-Review gebeten. Die Vollblut-Freerider waren auch gleich Feuer und Flamme und haben die Freeride-Kombi aus Salomon QST106 Ski, MTN Carbon S3 Stock, Shift MNC 13 Bindung und Shift Pro 130 Boot exklusiv für freeskiers.net "zu Papier" gebracht.

Salamon QST 106 Ski

Was spricht für das Produkt:
Der QST 106 lässt sich in allen Bedingungen super und entspannt fahren. Die etwas weichere Schaufel sorgt für ein gedämpftes Gefühl in zerfahrenem Schnee, was ihn ruhig zu fahren macht. Auch im Powder funktioniert der Ski super, für ganz tiefe Tage ist er aber nicht die erste Wahl. Auf der Piste lässt er sich angenehm carven, durch die Karbon Verstärkung bleibt er auch auf harten Pisten ruhig und man kann den Ski schön auf Zug fahren.

Auch wenn er nicht der leichteste ist, ist er in Kombination mit der Shift Bindung ein super Allround Ski, von der Piste über Tiefschnee Runs im Skigebiet bis hin zu ausgedehnteren Skitouren, wenn genügend Ausdauer vorhanden ist. Ich mache mit dem Ski und der Kombination Shift Bindung und Schuh 2000 HM und finde es noch sehr in Ordnung.

Spätestens bei der Abfahrt ist man froh etwas Gewicht unter der Bindung zu haben. Wenn der Schnee schon etwas schwerer ist und die Tourenfuzis mit ihren Pommes den Berg nicht runterkommen spielt der 106er seine Stärken aus. Man zaubert mit langen Schwüngen fette Lines in die Abfahrt. Der Ski ist super spurtreu und zeigt keine Spur von Verschneiden oder Flattern im harten, windgeprassten Schnee.

Für mich ganz klar ein Ski der fast bei jeder Situation beste Performance bietet.

Was spricht gegen das Produkt:
Für richtig tiefe Powder Tage fehlt dem QST 106 etwas an Breite bzw. Noserocker. Da wäre der QST 118 die bessere Wahl.

Salomon MTN CARBON S3 Tourenstöcke

Was spricht für das Produkt:
Der Stock ist leicht, robust und hat einige interessante Features. Zum Beispiel trennt sich die Stockschlaufe vom Stock, wenn genügend Zug drauf kommt. Der Auslösewiederstand lässt sich mit einer Schraube einstellen bis blockieren. Gerade bei einem Lawinenabgang, wenn man mit den Händen in den Schlaufen fährt, ist das ein sinnvolles Sicherheitsfeature.

Weiters hat der Stock einen kugelig gelagerten großen Teller, so ist immer bester Halt gesichert.
Unter dem Griff ist auch der Schaft noch mit Schaumstoff überzogen, damit er sich bei Traversen gut greifen lässt. Die Höhe lässt sich ganz einfach verstellen und er wird nicht auseinandergezogen, wenn der Teller Mal im Schnee stecken bleibt, wie bei einigen anderen Herstellern.

Persönliche Präferenzen:
Da ich gern ohne Schlaufen fahre, habe ich diese demontiert. Dabei bleibt aber eine spitze Kante zurück, die sehr unangenehm zu greifen ist. Ich persönlich finde die Tourenstöcke mit einfachem Schaft angenehmer zum Greifen für lange Touren, zudem lassen sie sich dann auch besser zwischen Rucksack und Rücken temporär verstauen, wenn es an die Kletterpassagen geht.

Salomon SHIFT MNC 13 Bindung

Was spricht für das Produkt:
Beim ersten Einsteigen in die Bindung kommt sofort das „Racing Gen“ zum Vorschein. Es fühlt sich an als würde man direkt auf dem Ski stehen, so wie bei einer „nicht“ Tourenbindung.

Der „Umbau“ vom Abfahrts- in den Aufstiegsmodus geht unkompliziert. Vorne einfach die Klappe umlegen und die Pin-Backen klappen aus, der Einstieg ist sehr komfortabel.

In der Abfahrt bietet sie die Sicherheit einer klassischen Alpinbindung und ist ohne Bedenken zum Freeriden zu verwenden. Gegenüber einer klassischen Pinbindung vermittelt sie bei der Abfahrt immer das maximale an Performance und Komfort.

Was spricht gegen das Produkt:
Sie ist nicht die leichteste, was in Anbetracht des Einsatzzwecks aber vertretbar ist. Einige Parts ließen sich jedoch ohne Einbußen der Freeride-Performance leichter gestalten. Mit ihren 1.700 Gramm spielt sie in derselben Liga wie andere Freeridebindungen, die jedoch nicht mit derselben Abfahrtsperformance punkten können. Eine zweite Steighilfe wäre sehr hilfreich, gerade bei steilen Anstiegen.

Noch mehr Testeindrücke? Hier der erste freeskiers.net Testbericht zur Shift!

Salomon SHIFT PRO 130 Freerideschuh

Was spricht für das Produkt:
Der Schuh ist von Haus aus eher für breite Füße konzipiert worden mit seinen 100mm Sohlenbreite. Nachdem ich die Einlage durch eine Maßeinlage ersetzt habe, passt der Schuh doch sehr gut.

Der Grip unter dem Schuh ist genial und doch kann der Schuh in regulären Skibindungen gefahren werden, beim Klettern oder Laufen auf der Straße bietet er besten Halt. Der Gehmechanismus ist ein Muss für mich und wurde sehr gut ausgeführt, kein Vereisen oder durch Schnee verstopft wie bei anderen Produkten. Ich komme sehr gut und schnell in den Schuh hinein. Weiters bieten die beiden oberen Schnallen im Aufstieg eine eigene Hakenposition, die sich um ca. 1,5cm ausfahren lässt. So gewinnt man etwas mehr Spielraum was dem Boot einen guten Rotationswinkel verschafft und der Powerstrap am Skischuhrand ist einer der besten, die ich seit langem gesehen habe. Der Schuh scheint auch keine Festigkeitsprobleme bei Temperaturunterschieden zu haben.

Ob beim Freeriden oder einer langen Skitour, der Schuh fühlt sich super an am Fuß und drückt auch nach mehreren Stunden noch nicht.

Was spricht gegen das Produkt:
Es scheint als wäre das äußere Material sehr weich, Kratzer sind gleich einmal eingefangen und doch macht der Skischuh gesamt einen sehr steifen Eindruck. Der Bewegungswinkel im Gehmodus könnte etwas besser sein: 2-3 Grad mehr hätten der Aufstiegsperformance gut getan, wobei ich hier diesen Kompromiss für die sehr gute Performance eingehen würde. Mit seinen 1,7 kg sicher nicht der leichteste aber ein Schuh für alle Tage. Maximale Kraftübertragung beim Freeriden und sehr gute Aufstiegsperformance auch bei langen Touren. Einfach gesagt, ein Schuh für Freerider

Ergänzung der freeskiers.net Redaktion:
Uns ist zudem der neu konzipierte Innenschuh positiv aufgefallen: Leicht, bequem und ohne nervige Druckstellen, da alle Nähte an kritischen Stellen (Schienbein, Knöchel) entfernt worden sind.


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Dienstag, 23 Februar 2021 12:56

Freeskiers.net UPHILL: Ogso Jaeger 80

Unter dem Titel „freeskiers.net UPHILL“ zollen wir ab sofort der Notwendigkeit Tribut, uns in diesem Winter unsere Tiefenmeter selbst erarbeiten zu müssen. Dementsprechend werden wir unter dieser Überschrift Testberichte zu „normalem Tourenmaterial“ bringen. Wir starten mit einem ungewohnt schmalen Ski, dem Ogso Jaeger 80.

Die französische Marke Ogso ist noch ein ziemlicher Young Gun unter den Skimarken. Die Firma wurde 2015 im französischen Chamonix gegründet. Dass die Leute, die hinter der Marke stehen, ziemlich Ahnung vom Skibau haben, haben ihre Ski schon mehrmals auf dem Freeride Skitest bewiesen. Die Vision von Ogso ist es Ski zu bauen, die in jedem Gelände und in allen Schneearten effektiv, sicher und einfach genutzt werden können.

Als wir im November mit Tom – dem Gründer und Mastermind von Ogso – telefoniert haben, waren wir auf der Suche nach einem leichten, schnellen Ski für die „Fitness-Skitour am Morgen“, der aber auch mal für “was Längeres” herhalten muss. Seine Empfehlung: Jaeger 80 Neoteric Carbon Ultra Light in 172cm.

Namensgeber des Ski ist das Jaeger-Couloir am Mont-Blanc und das beschreibt schon ganz gut, wofür der Ski konzipiert ist: Schnelles, leichtes Drehen bei absolutem Grip und Verlässlichkeit auf der Kante.

Wir haben auf dem Ski eine ATK FR 12 mit Freeride Spacer montiert. Das Gewicht pro Ski liegt mit der Bindung inkl. Stopper bei 1.640 Gramm! Was alle Fragen und Erklärungen zu den „Bergauf-Qualitäten“ beantworten sollte!

Einen leichten Ski zu bauen ist keine große Kunst. Einen leichten Ski zu bauen, der auch auf der Abfahrt und bei „interessanten Schneebedingungen“ funktioniert, aber sehr wohl! Und da sticht der Ogso aus der normalen „Karbonski-Ultraleicht-Fraktion“ angenehm heraus. Die Kombination aus Paulownia Holzkern, Karbon und Aramid-Fasern, Crossband, Rennkanten und Isosport 7510 Rennbelag ergeben einen extrem vielseitigen Ski: Schnelle kurze Turns gehen dank 16m Radius spielerisch „aus dem Fußgelenk“. Eisige, ruppige Passagen werden schön gedämpft und auch hier lässt sich die die Kante immer präzise setzten. Auch wenn man den Ski mal ordentlich laufen lässt, steckt er das souverän weg.

Im Powder ist trotz „nur“ 84mm unter der Bindung danke der langen, hohen und breiten Schaufel Cruising angesagt. Das Einzige was er nicht so mag, sind langgezogene, schnell gefahrene Schwünge – aber dafür ist er einfach zu kurz, nicht dafür gebaut und das war auch nicht unsere Anforderung.

Bei der Montage und beim ersten Service gab sich auch unser Servicemann überzeugt: „Die Schrauben sitzen bombenfest und der Belag ist plan – sieht man ned so oft!“
Uns ist der „kleine Schmale“ in unserem Testkontingent richtig ans Herz gewachsen. Er macht rauf und runter Spaß und kommt mit allen Bedingungen super zurecht. Für einen Ski, der eigentlich noch grün hinter den Ohren ist, ein ziemlich ordentlicher Auftritt!

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Mittwoch, 17 Februar 2021 13:05

Ausprobiert: Montana Steigfelle Montasprint

Seit 1939 stellt Montana hochqualitative Steigfelle her, mit einer überzeugenden Mischung aus Innovation und Tradition: Von den ersten Produkten aus Seehund-Fellen bis zum modernen Mohair- oder Kunstfaser-Fell, von der Riemenbefestigung bis zum revolutionären Montana Piercing.

Aktuell bietet Montana vier verschiedene Steigfelle für Ski & Boards an: Dabei bestehen die Felle Montarace High Speed (bloß bis 160cm Länge) und Montasprint zu 100% aus Mohair. Sie sind sehr leicht und schnell und kommen mit herkömmlichem Kleber aus. Als robuster Allrounder gilt das Steigfell Montamix aus einer Mischung aus Mohair und Kunstfaser und Fusiontec Adhäsion auf Leimbasis. Wer noch robuster und kostengünstiger unterwegs sein möchte, verlässt sich auf das reine Kunstfaser-Steigfell Montanyl. Wir haben für unseren Produkttest ein "Montasprint" aus 100% Mohair von Montana zur Verfügung gestellt bekommen.

Zuschnitt

Die Qualität des Fells zeigt sich schon beim Zuschneiden!Funktioniert problemlos und schnell, ohne zerfaserte Kanten. Wer sich nicht ganz sicher ist, wie er die Felle am besten zuschneidet, findet am Youtube-Kanal des Herstellers entsprechendes Videomaterial.

Gleiteigenschaften

Der Hersteller schreibt auf der Website, dass das Montasprint "mit zunehmendem Gebrauch schneller" werden, weil das Fell vom Schnee ausgebürstet wird. Stimmt, das können wir bestätigen. Sind sie erst mal „eingegangen“, gleiten die Felle wunderbar und halten selbst in den steilsten Stücken.

Kleber

Der von Montana verwendete Haftkleber wird seit Jahrzehnten eingesetzt. Der speziell entwickelte Harz-Kleber hält bombenfest, auch bei tiefen Temperaturen, und ist lt. Hersteller besonders für Freeride- bzw. gerockerte Ski geeignet. Eines zeigt sich jedenfalls klar: Faltet man die Felle ohne Schutznetz zusammen, braucht es beim nächsten Auffellen Herkuleskräfte.

Witziges und stylisches Detail ist der vordere Clip im „M-Design“.

Fazit

Die Qualität hat uns überzeugt, der Preis liegt mit ca. 160,00 Euro für ein Montasprint im Rahmen. Schade nur, dass es so wenige Verkaufsstellen in Deutschland und Österreich gibt - da haben die Schweizer einen klaren Heimvorteil.

Gibts übrigens auch für Splitboards - einen entsprechenden ausführlichen Splitboard-Felltest findet Ihr auf www.splitboardworld.de.

 

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Mittwoch, 10 Februar 2021 15:13

Test: Pieps Micro BT button

Der Neuzugang in der Pieps-Familie ist das Micro BT button: Es ist die manuelle Version des Micro BT sensor, das Umschalten zwischen Such- und Sendemodus passiert händisch. Das wärs aber mit den Unterschieden, wie schon das sensor ist die manuelle Ausgabe sehr leicht und kompakt und vereint Handlichkeit mit voller Funktionalität. Das große, beleuchtete Display sorgt für gute Lesbarkeit, unterstützend vibriert das LVS im Suchmodus, sobald es ein Signal empfängt.

Störende Interferenzen durch elektronische Geräte oder Metall werden durch die Interference Protection unterbunden. Das funktionierte beim Testlauf sogar im Büro mit jeder Menge eingeschalteter Elektronik reibungslos.

Im Suchmodus konnten wir keinen Reichweiten- oder irgendeinen Leistungsunterschied zu anderen Geräten feststellen. Der Signalton ist auffällig und laut, der große Richtungspfeil am Display auch bei strahlendem Sonnenschein gut zu sehen. Der schwergängige On/Off-Schalter gibt dem Nutzer Sicherheit, es scheint beinahe unmöglich, das LVS versehentlich auszuschalten. Ganz im Gegenteil: Man bekommt schon fast Angst, den Plastikschalter abzubrechen. Wie man vom Sende- in den Suchmodus kommt, mussten wir allerdings vorher in der Bedienungsanleitung nachlesen: Es braucht eine Bestätigung durch Drücken des zweiten Buttons. Dennoch fanden unsere Tester das Micro BT button in der Handhabung durch das notwendige Drücken der Knöpfe eingängiger als das sensor-Gerät. Das ist aber selbstverständlich Geschmacks- und Gewöhnungssache.

Auch das Micro BT button ist kompatibel mit der Pieps App. Per Bluetooth kann man so übers Handy Software-Updates einspielen, die Funktion des LVS überprüfen und sogar Trainingseinheiten einlegen.

Fazit:
Großer Pluspunkt des Micro BT button ist sein kompaktes Design, wodurch es sich sehr angenehm auch über bzw. unter mehreren Kleidungsschichten trägt, bzw. auch - wem das lieber ist - in einer Tasche verstaut werden kann. Was für jedes LVS gilt, empfehlen wir aber für das Pieps Micro BT button nachdrücklich: Man kommt keinesfalls drum herum, sich mit dem Gerät vertraut zu machen, BEVOR man damit ins Gelände geht! Denn im Notfall muss es schnell gehen, und das tuts nur, wenn man sein LVS kennt und beherrscht – Betriebsanleitung hat man üblicherweise keine dabei.

Hardfacts:
Maximale Reichweite 50m
Suchstreifenbreite 50m
Abmessungen 106 x 74 x 20mm
Gewicht 150g inkl. Batterien
Stromversorgung 1 AA-Batterie
Batterielebensdauer 200h
Sendefrequenz 457kHz, nach EN300718
Temperaturbereich -20°C bis +45°C

 

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Donnerstag, 17 Dezember 2020 11:30

Im Test: UYN Fusyon Merino Baselayer

UYN, die italienische Spezialschmiede für Sporttextilien aus Asola, kennen viele Skifahrer mittlerweile durch ihr Engagement in diversen FIS Nationalteams. Die Marke, die zu Trerè Innovation s.r.l. gehört, setzt auf fortschrittliche Technologien, Materialforschung und -entwicklung sowie hochfunktionelle Detaillösungen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass klassische Pistenfahrer oder Racer andere Anforderungen an ihr Baselayer haben als Freerider und Freetourer, die zwischendrin auch mal hiken oder auffellen. Während die einen vor allem eine gute Wärmeleistung benötigen sowie zweitere ein sehr enges Zeitfenster an hoher Aktivität abdecken müssen, geht’s bei uns ja doch darum: Bergauf muss Schweiß weg von der Haut, damit man bergab nicht auskühlt – und wenn man nicht nur einmal am Tag aufsteigt, dann kann man sich auch nicht jedes Mal umziehen, so viele Klamotten passen in keinen Rucksack.

Perfekt geeignet für diesen Einsatzzweck scheint die Fusyon Linie der Italiener: Feinste Merinowolle mit extraweichem Touch und effizienter Wärmeisolation trifft innovative Materialien und hochfunktionelles Produktdesign. Wir hatten das Fusyon Merino Unterhemd mit Rollkragen und die passende mittellange Hose, jeweils Frauen- und Herrenmodell, im Test.

Zuerst zur Technologie: Die aus einem einzigen Teil und nahtlos gefertigten Baselayer zeigen schon alleine optisch, dass jedes Kleidungsstück unterschiedliche Funktionszonen miteinander kombiniert. In der Kniekehle und an allen anderen Stellen, wo sich Schweiß sammelt, wird die Körperfeuchtigkeit durch die Drylight-Technologie dank einer durchlässigeren, äußerst saugfähigen Stricktechnik nach außen transportiert, exponierte Stellen wie Ellbogen und Knie sind besonders strapazierfähig und wärmeisolierend ausgeführt. Verbunden werden diese unterschiedlichen Funktionszonen nahtlos mit dynamischen Konturlinien für noch höheren Tragekomfort und mehr Bewegungsfreiheit.

Die Merinoqualität sorgt für extraweichen Tragekomfort, ob man seinen Tag sportlich oder gemütlicher angeht. Bei UYN wird diese besonders feine Wolle mit einer speziellen Herstellungstechnologie optimiert, nämlich mit Fibresist kombiniert, damit das Material noch weicher und schnelltrocknender wird. Die von vielen Kanälen durchzogene Coolvent-Innenoberfläche ermöglicht einen konstanten, komfortoptimierenden Luftstrom. Sie absorbiert Schweiß schnell, kühlt bei Bewegung und sorgt dank atmungsaktiver Eigenschaften für ein angenehm trockenes Hautklima. Die Luftkammern im Gewebe isolieren und schützen so vor Auskühlung.

Soweit zu den Herstellerangaben. Beim Auspacken der Baselayer-Teile fällt der weiche Griff positiv auf. Vor dem ersten Tragen haben wir der Unterwäsche allerdings eine Maschinenwäsche gegönnt, denn den Fabriksgeruch wollten wir nicht in der Nase haben. Außerdem haben wir die Waschanleitungen rausgetrennt, damit keine Fresszettel reiben und nerven.

Auf geht’s zur Testtour, also nix wie rein in die neue Unterwäsche! Der Schnitt kann definitiv als „körperbetont“ bezeichnet werden, sowohl Ober- als auch Unterteil sitzen richtig eng. Außerdem verursacht der Rollkragen beinahe Schwierigkeiten: Wie zur Hölle soll mein Kopf durch diese winzige Öffnung passen? Einmal drin, wird’s aber besser, trotzdem legt sich der Eindruck nicht vollständig, dass einen der Kragen stören wird.

Für die Praxis kann vorausgeschickt werden, dass sich diese Befürchtung nicht bestätigt hat: Der überlappende Kragen stört und behindert nicht, im Gegenteil schließt er schön ab, so erwischt man garantiert keinen kalten Luftzug. Ebenfalls ausgesprochen positiv fällt auf, dass es keinerlei störende Nähte oder reibende Stellen gibt – das Design mit unterschiedlichen Funktionszonen bewährt sich in Sachen Tragekomfort zu 100%.

Nach erfolgtem Aufstieg die Stunde der Wahrheit: Die Haut fühlt sich vollkommen trocken und warm an, ebenso die Fusyon Unterwäsche. Ganz im Gegensatz zu der Bekleidungsschicht, die über dem Baselayer getragen wurde. Tja, wir haben nicht optimal gelayert… Daher klare Empfehlung: Unbedingt darauf achten, dass der (im Fall der Frauen) darunter getragene Sport-BH bzw. eine über dem Baselayer getragene Weste oder Jacke ebenso gut schweißtransportierend ist wie die Unterwäsche selbst, denn sonst sind die nach der Anstrengung waschelnass.

Das Fusyon Merino Baselayer punktet also mit hervorragendem Feuchtigkeitstransport und guter Wärmeleistung. Selbst bei mehrmaligem Aufstieg bleibt das so – demnach supergut für sportliche Freeride- und Tourentage. Es ist nur darauf zu achten, nicht zu viel wärmende Kleidung darüber zu tragen.

Eines bleibt uns allerdings noch: Über Style lässt sich bekanntlich streiten, unter unseren Tester/innen gewinnt UYN aber keinen Designpreis. Insgesamt wirkt die Kollektion sehr FIS-lastig. Und „die weiße Farbe ist echt schwierig: Erstens ist es nicht reinweiß, sondern irgendwie gedeckt und sieht schmutzig aus. Zweitens ist die Unterwäsche in dieser Farbkombination ganz sicher nicht für Hüttenabende geeignet, weil durchsichtig. Und jetzt echt, wer hat sich das ausgedacht: Ein graues Dreieck direkt am Schambereich? Muss das sein?“ Von daher: Besser zu anderen Farbvarianten greifen…

In einem Satz zusammengefasst: Funktion spitze, Style schwierig. Wir würden jedenfalls empfehlen, die einzelnen Funktionszonen etwas dezenter kenntlich zu machen, als ein an Steven Tyler’s südwärts zeigenden „Get a grip“-Pfeil erinnerndes Dreieck einzusetzen. Jedoch keinerlei Punktabzug in Sachen Komfort und Funktionalität! Wer tendenziell angezogen bleibt, der kann bedenkenlos zugreifen und bekommt hochfunktionale Baselayer mit hohem Tragekomfort.

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Montag, 14 Dezember 2020 13:32

Test: Marker DUKE PT Hybrid-Freeride-Bindung

Marker selbst bezeichnet den Neuzugang in der Royal Family als Hybrid-Freeride-Bindung. Was soll das denn sein? „Die kompromisslose Abfahrtsperformance der Jester trifft auf den Aufstiegskomfort einer Pin-Bindung“, erklärt Produktmanager Max Schmid.

Und weiter: „Um das volle Potential des neu entwickelten Vorderbackens und der Bremse ausschöpfen zu können kommt die Duke PT in zwei Stärken: Als 16er Version mit DIN Auslösewerten zwischen 6 und 16, sowie als leichtere 12er mit einstellbaren Z-Werten zwischen 4 und 12. So bekommen die alleranspruchsvollsten Athleten eine Hardcore Freeride Bindung, diejenigen, die ein 16er Z-Wert abschreckt, bekommen mit der Duke PT 12 dieselbe Technologie aber mit angepasster Performance.“

Um in den Abfahrtsmodus der Bindung zu gelangen, wird das Vorderbackenteil zurück auf die Grundplatte geklappt bzw. wieder aufgesetzt. Dieses verriegelt sich dank der „Auto Quad Lock“-Technologie beim Einstieg in die Bindung anschließend ohne Zutun des Skisportlers vierfach von selbst.

Beide Duke PTs gewährleisten eine nach DIN ISO zertifizierte Auslösung sowohl im Vorder-, als auch im Hinterbacken. Im Ride-Mode sorgt die schwenkbare AFD-Gleitplatte (AFD hat nix mit der Partie zu tun, sondern steht für „Anti Friction Device“) für die seitliche Auslösung im Fall eines Sturzes. Danke Sole.ID – bekannt aus den länger gedienten Royal Family-Modellen – ist auch die Duke PT mit sämtlichen am Markt erhältlichen Sohlen kompatibel.

Beim Fersenbacken unterscheiden sich Duke PT 16 und 12: Kommt in der „großen“ Version der Interpivot-Fersenbacken wie bei Jester oder Duke zu Einsatz, so setzt Marker für die Duke PT 12 auf die Hollow Linkage Ferse der Squire. Die Lock & Walk Bremse vereint Stopper, Bremsverriegelung und eine 10° Steighilfe in nur einem Bauteil.

In der Praxis erweist sich das Umstellen von Abfahrts- auf Gehmodus und umgekehrt als völlig problemlos und friktionsfrei: „Zuerst war ich schon skeptisch, ob sich das unkompliziert bewerkstelligen lässt oder ob das eine Frickelei wird. Funktioniert aber völlig einfach und selbsterklärend“, gab einer unserer Tester zu Protokoll. Auch die Stopper lassen sich mit einem Griff fixieren.

Klar, die Duke PTs mit ihren 1.350 (16) bzw. 1.150 (12) Gramm inklusive Vorderbacken „hängen“ schon am Fuß und sind in Sachen Gewichtsreduktion keinesfalls mit klassischen Tourenbindungen zu vergleichen. Zur Verdeutlichung: Die Marker F12 Tour EPF – eine Rahmen-Tourenbindung – wiegt in Größe L 1.110 Gramm, die KingPin 13 690 Gramm, die Alpinist überhaupt nur 335 Gramm mit Stopper. Die Konkurrenz schlägt mit 1.770 Gramm (Shift MNC 13) bzw. 1.100 Gramm (Fritschi Tecton) zu Buche – pro Paar, nicht pro Fuß!

Allerdings greift nur zur Duke PT, wer kompromisslose Abfahrtsperformance ohne jegliche Abstriche sucht und von vornherein nur kurze Aufstiege geplant hat. Und diese Aufgabe erfüllt die Duke PT perfekt und ohne den kleinsten Punktabzug: Diese Bindung kann genauso schnell und hart gefahren werden wie jede klassische Alpinbindung. Auch vor richtig hohen Cliffs braucht man hier wegen der Bindungsperformance nicht zurückschrecken – die Duke PT hält sicher. Optimale Kraftübertragung garantiert auch die geringe Standhöhe von nur 24 mm (Shift MNC 30 mm).

Fazit: Wer die Power braucht (oder einfach nur haben will), der bekommt mit der Duke PT eine reinrassige Freeride-Bindung, mit der sich auch kürzere Aufstiege problemlos und einfach bewerkstelligen lassen. Die Stärke der Marker und ihr großes Plus ist aber sicher die Abfahrtsperformance einer Alpinbindung. Die perfekte Bindung für Markus Eder und alle, die ihm nacheifern wollen.

Duke PT 16
Gewicht Uphill 1050 g / downhill: 1350 g
Z-Wert 6.0 - 16.0
Empfohlenes Fahrergewicht 60+ kg
Fersenautomat Inter Pivot 3
Bremsenbreite 100 mm / 125 mm

Duke PT 12
Gewicht Uphill 850 g / downhill: 1150 g
Z-Wert 4.0 - 12.0
Empfohlenes Fahrergewicht <120kg
Fersenautomat Hollow Linkage 2
Bremsenbreite 100 mm / 125 mm



Publiziert in Produkttests
Donnerstag, 19 November 2020 15:13

Rab Khroma GTX Jacket & GTX Bib

Rab – das Brand aus den schottischen Highlands kennt man bisher vor allem in Kletter- und Alpinismus-Kreisen. Besonders gut und demnach begehrt waren alle Equipment-Teile, die irgendwie isolieren sollten: Schlafsäcke oder warme, leichte Daunen- oder Primaloft-Jacken. So sah man das puristische Logo hauptsächlich in Kletterwänden und auf den Jacken von Bergführern.

Mit der neuen Khroma-Kollektion will Rab nun die Skitourengeher und Skibergsteiger erobern. Für Frauen und Männer wurden jeweils eine Gore-Tex Kombi aus Gore-Tex Pro Material, eine vielseitige Jacken-Hosen-Kombi aus dem neuen, hauseigenen Proflex Material, sowie eine Kombi aus Softshell-Materialien entwickelt. Dazu kommen drei unterschiedliche Handschuh-Modelle.
Wir haben die Highend-GTX-Khroma-Kombi getestet, genauer gesagt das Rab Khroma GTX Jacket und die Khroma GTX Bib in der Frauenversion.

Jacke und Hose bestehen aus den neuen, recycelten Gore-Tex Pro Membranen und sollen mit Most Breathable- und Most Rugged-Technologie für maximalen Wetterschutz und Komfort sorgen. Selbstverständlich bzw. wie es sich für Skibekleidung in dieser Einsatz- und Preiskategorie gehört, sind die Details bei aller Schlichtheit der Kombi sinnvoll und auf winterlichen Bergsport abgestimmt: Wasserdichte Lüftungs- und Frontreißverschlüsse, abnehmbarer Schneefang, anpassbare Bündchen, innenliegende Mesh-Taschen oder auch verstärkte Beinenden als Schutz vor Skischuhschnallen, Skikanten, Fels oder Stein.

Das Material
Was – abgesehen von der ungewöhnlichen, aber überraschend harmonischen Farbgebung Heather/Oxblood – sofort auffällt, ist der Griff des Material: Das Gore-Tex Pro fühlt sich deutlich robuster an, als man es von Gore-Tex-Materialien in letzter Zeit gewohnt war. Es ist zwar auch steifer als seine „dünnen“ Brüder, dafür hat man vom ersten Augenblick an den Eindruck, dass das Skig‘wand nicht beim ersten vorsichtigen Steinkontakt sofort Löcher bekommt.

Aus unserer Sicht die perfekte Wahl für eine GTX-Kombi für ambitionierte Skitourengeher und Skibergsteiger: Widerstandsfähig, raschelt nicht, atmungsaktiv.

Die Passform
Alle Mädels, die Bewegungsfreiheit schätzen, aufgepasst: Die Bib ist sehr gemütlich geschnitten! Das mag für Supermodel-Skifahrerinnen mit Endlosbeinen nebensächlich erscheinen, wer aber schon mal versucht hat, einen Hintern – besonders, wenn man nicht mit einer Körpergröße in Supermodel-Höhe aufzeigen kann - in Skihosen zu packen, weiß, wovon ich spreche. Trotzdem stört kein überflüssiges Material, auch wenn man mal in den Klettergurt springen muss.

Weiterer großer Pluspunkt ist der extrem hoch gezogene, elastische Latz, der sich per Reißverschluss einfach abzippen lässt. Der sorgt für angenehmes „Overall-Feeling“ und einen warmen Rücken, egal, was man gerade vorhat und wie sehr man sich bewegt.

Die Jacke ist vergleichsweise körpernah geschnitten – keine Angst, Kartoffelsack-Feeling kommt hier keines auf. Das wäre auch vollkommen kontraproduktiv, hat man bei Unternehmungen doch normal einen Rucksack mit dabei, und der sollte möglichst stabil und nah am Körper sitzen. Bei Schlechtwetter punktet die Jacke mit der geräumigen Kapuze, die sich problemlos über den Helm ziehen lässt und so zusätzlichen Schutz bietet.

Unser Fazit:
Hochfunktional und bequem geschnitten, hat die Khroma GTX-Kombi von Rab das Zeug zum absoluten Lieblingsg‘wand. Das Material ist robust und hält was aus, ist gleichzeitig aber sehr atmungsaktiv, wenn frau ins Schwitzen kommt. Der Schnitt bietet richtig viel Bewegungsfreiheit, Details wir Reißverschlüsse und Taschenanordnung lassen keine Wünsche in punkto Funktionalität offen.

Besonders gut gefallen hat uns in der Kombination aus GTX Jacke und Bib das Gefühl, immer „gut eingepackt“ zu sein. Egal, was der Wettergott an Kapriolen vorbereitet hat, mit dieser Kombi (und der großen Kapuze) ist man stets gut gerüstet.

Eine spitzen Kombi für Frauen, die im Winter viel Zeit am Berg verbringen und ihrem Material Nehmerqualitäten abverlangen. Ob Deep Pow-Ballertag oder Skitour mit Winterklettersteig – Rab Khroma GTX Jacket und Bib bieten genügend Bewegungsfreiheit und Komfort für jedes wie auch immer geartete Abenteuer. Bequem wie ein Jogginganzug, dabei hochfunktional und technisch – wenn die Innenseite flauschig wäre, würden wir das Zeug auch auf der Couch tragen…

Zusatzinfo:
Die Khroma GTX Jacke und Bib gibt es für Frauen von Größe 08 (entspricht 36) bis 16 (Gr. 44). Das Jacket ist in vier Farben zu haben: Deep Ink (dunkelblau), Aquamarine (~türkis), Ascent Red (Rot) und Heather (~himbeerrot). Die passende GTX Bib gibt’s in Oxblood Red und Deep Ink.

Für Herren gibt’s die Jacke in drei Farben - Oxblood red, Firecracker (~Kürbisorange) und Polar Blue (blitzblau), die Hose in Deep Ink und Red Earth (~braun). Beides in Größen von S bis XXL.

UVP für die Hose sind 549,95 Euro, für die Jacke 649,95 Euro.

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