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Donnerstag, 18 Februar 2021 11:53

Shelljacken imprägnierend waschen

Damit deine Jacke auch nach dem Waschen dicht hält ... Mit speziellem Wasch- und Imprägniermittel bewahrt deine Shelljacke ihre Wasserdichtheit. Einfach in die Waschmaschine ... und schon ist deine Jacke bereit fürs nächste Abenteuer. Wies geht zeigt dir das Video unten.

Noch mehr Fix it from home?

Donnerstag, 25. Februar 2021 – 19:00 uhr
DAV Summit Club X Patagonia - Reparaturen für Skitourengeher*innen

Die Daunenjacke verliert schon wieder Federn? Der Reißverschluss zwickt? Die Felle haften nicht mehr optimal? WD40 hilft nicht und Einschicken ist auch keine Option. Unsere Produkte möglichst lang zu nutzen, ist das Beste, was wir als Verbraucher für die Umwelt tun können. Selbst kleine Maßnahmen verringern unsere Auswirkungen auf den Planeten. Deswegen zeigen wir dir, wie du dein Skitouren Equipment besser in Schuss halten und diese Saison weiterhin fröhlich frische Spuren legen kannst.

Patagonia und der DAV Summit Club laden zu einer 90-minütigen Session mit der Patagonia Worn Wear-Schneiderin Barbara Heinze und dem Bergführer und Reparaturen-Spezialisten Robert Marz.

Du lernst wie du Reparaturen an Bekleidung und Equipment ganz einfach von zu Hause selbst reparieren kannst und wie du dir im Notfall am Berg mit kleinen Tricks zu helfen weißt.

Themen-Schwerpunkte:
• Reißverschluss (Schieberaustausch, Pflege bzw. Handlings Tipps)
• Löcher in Daunenjacken
• Löcher in Merinowäsche
• Cuts in Skihosen
• kleine Reparaturen auf der Skitour (welche Ersatzteile sollte ich dabei haben)
• Fellpflege allgemein, Notfalltipps auf Tour

Das Event wird online auf Microsoft Teams stattfinden. Den Link zur Teilnahme teilen wir dir am Tag des Events via E-Mail mit.

Jetzt registrieren!

Publiziert in Know How
Donnerstag, 18 Februar 2021 11:08

Powderized §2.1: Rotondo Hut Trip

Wie die meisten guten Ideen entstand auch die Idee zu diesem Trip am Abend während eines Biers. Wir wollten steile Couloirs mit hoffentlich gutem Schnee finden. Nach genügend Hopfensirup, Stunden auf Fatmap, einem Screenshot des Stotzig Muttenhorns im Rotondogebiet und mit Insiderinfos von Tof, der Big Mountain Legende aus Chamonix, der am Tag in der Region um Realp auf Scouting-Mission fühlten wir uns bereit. Mit dieser bewährten und gut ausgerüsteten Gruppe fuhren wir am nächsten Morgen mit dem ersten Zug nach Realp und stiegen zur Rotondohütte auf. Um für alle möglichen Vorhaben unseres ambitionierten Franzosen gerüstet zu sein, befanden sich in unserem Rucksack neben drei Pack Spaghetti auch Klettergurt, Pickel, Steigeisen etc. Schaut man sich seine Instagram Videos an, musste man mit einem Abseilmanöver, einem «Petit Rappel» rechnen.

Die 1000 Höhenmeter hoch zur Hütte führen über ein angenehm flach ansteigendes Tal entlang der Witenwasserenreuss. Nach 2,5h erreichten wir den Winterraum und feuerten den alten Holzofen ein, um die erste Portion Spaghetti zu Mittag zu kochen. Das schwere Gepäck spürten wir alle in den Beinen und freuten uns auf die Extrakalorien. Sogar Finn, der momentan in Topform ist, war froh, kurz abzusitzen. Ungewöhnlich für das Energiebündel aus Deutschland, bis er zu unserem Erstaunen fünf große schwere Bier aus dem Rucksack zauberte. Weniger Kleider, mehr Bier – diese Prioritätensetzung feierten wir. Bald zeigte sich jedoch, dass auch an Snacks und Essen gespart wurde, weshalb wir zu Mittag gesalzene Spaghetti ohne Sauce aßen. Dann sicherten wir uns im noch kalten Winterraum die oberen Betten (Hitze steigt ja bekanntlich) nahe beim Ofen.

Bei starkem Wind und eisigen Temperaturen brachen wir am späteren Nachmittag zu einer ersten Erkundungstour auf. Wir wollten einen Blick auf die zuvor auf Fatmap ins Auge gefassten Lines werfen. Nach ein bisschen mehr als 300hm erreichten wir den Leckipass, von dem aus sich der Blick auf das Stotzig Muttenhorn (3061M.ü.M.) eröffnete. Andri jauchzte, als er als Erster auf dem Pass ankam. Dies ließ uns weiter hinten Laufende erahnen, dass die Bedingungen im geplanten Face vielversprechend aussahen. Die Vorfreude auf das morgige Abenteuer stieg ins Unermessliche. Nach einigen Fotos der Line, gefrorenen Fingern und Besprechung der Lawinensituation machten wir uns auf den Rückweg zur Hütte.

Im warmen Winterraum wuchs der Kuhnagel und der abgefrorene Hintern taute in der temperierten Indoor-Toilette wieder auf. Wärme und fließend Wasser – was für ein Luxus! Wir teilten ihn mit nur wenigen andere Tourengehern, mit denen wir schließlich einen großen Topf Pasta auf dem schwer einzuheizenden Ofen kochten. Nach dem reichlichen Essen wurde es unanständig: Wir brachten Tof «Arschlöcheln» bei. Die Karten waren schnell gelegt, gespielt wurde unter den Jungs um die zweite Hälfte meines Biers. 21 Uhr: Nachtruhe, unterbrochen durch eine Bettrochade als Flucht vor Schnarchern.

6 Uhr 30: Draußen windet es in der Dunkelheit, drinnen dampft der Porridge. Ein motiviertes «We go or we what?!» mit französischem Akzent trieb uns in die Kälte, wo uns ein wunderschöner Sonnenaufgang überraschte. In 45 Min erreichten wir wieder den Leckipass, wo wir uns von Remo verabschiedeten. Er wollte uns vom Talboden aus mit der Drohne filmen. Die Lawinensituation schien günstig genug und wir stiegen mit einer sicheren Spurwahl über die geplante Route auf. Oben angekommen stellten wir enttäuscht fest, dass der Wind uns einen Strich durch die gestrige Rechnung gemacht hat. Zu viel Triebschnee lag im Couloir. Statt der gescouteten Abfahrtsroute im östlichst beginnenden Nordcouloir, entschieden wir uns nun für das Couloir direkt vom Gipfel weiter westlich. Dieses hat mir Tof vor einigen Tagen als Screenshot von Fatmap gezeigt. Heute sahen die Bedingungen hier vielversprechend und sicherer aus. Zumindest während dem «Petit Rappel». In wenigen Minuten hatten die Jungs einen Felsen gefunden, dessen scharfe Kanten sie mit einem Stein abflachten, um mit einer Schlinge einen Ankerpunkt einzurichten. Mit den Ski schon an den Füssen gelang das Abseilen problemlos. Nur das Seil war 20m zu kurz, was uns dazu zwang, seitwärts über Eis und Fels zu steigen mit dem Pickel in der Hand.

Und dann kam das Sahnehäubchen. Tof ließ als erster den Schnee stieben und stach mit viel Speed und kraftvollen Turns ins 45-55 Grad steile Couloir. Jetzt war die Reihe an mir. Nach den ersten Schwüngen ergriff mich plötzlich aus dem Hinterhalt mein Sluff und erinnerte mich daran, meine Line vorsichtig zu wählen und notfalls dem Sluff den Vortritt zu lassen. Andri und Finn folgten als zweites Team und als wir dann alle beim halb tiefgefrorenen Remo angekommen waren, waren wir uns einig: Beine brennen, Sicht und Schnee waren herausfordernd, aber was für ein Erlebnis!

Nach einem Stück Schokolade suchten wir unseren Weg entlang der Muttenreuss zurück ins Tal. Und dann geschah es: Schon nach wenigen Hundert Metern hörten wir Andri plötzlich hinter einem Hügel weiter oben fluchen. Finn, der am nächsten stand, eilte ihm zu Hilfe, während wir weiter unten warteten. Die beiden Skicracks kamen nach einer längeren Pause wieder zum Vorschein und kurvten plötzlich wie Anfänger den Hang zu uns herunter. Was für ein Bild - Tof und ich konnten uns kaum halten vor Lachen. Mehrere Purzelbäume später waren sie genug nah und wir staunten über das Malheur: Andri hatte seine beiden Skis in einer steinigen Kompression zerbrochen, worauf Finn ihm einen Ski auslieh, sodass beide auf einem Ski runterfahren konnten. Wir übernahmen ihre Rucksäcke und setzten die abenteuerliche Abfahrt entlang des Flusses fort.

Und dann kam die nächste Herausforderung, wir mussten mehrmals die Flussseite wechseln. Noch lag zu wenig Schnee, um trockenen Fußes auf die andere Seite zu gelangen. Das Gepäck konnten wir zwar über den Fluss werfen, aber unsere Skischuhe sind schließlich voll Wasser gelaufen. Klatschnass erreichten wir wieder die Strasse, auf der wir zur Hütte aufgestiegen waren. Die letzten Abfahrtskilometer trug Andri (mit zwei Skis) Finn (ohne Skis) auf dem Rücken, sodass wir schneller zum Ziel kamen. An den ungläubigen Blicken anderer Tourengeher konnten wir erahnen, wie komisch das ausgesehen haben musste. Müde, nass, aber total glücklich und mit unvergesslichen Erinnerungen erreichten wir den Bahnhof Realp.

Fahrer: Tof Henry, Andri Bieger, Flurina Bieger, Finn Schauer
Fotos: Remo Thommen

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Donnerstag, 18 Februar 2021 10:59

Moinsa

Es sollte der beste Winter werden, dessen waren wir uns sicher. Im Februar waren die Prüfungen durch und dann stand nur noch Skifahren und Filmen auf dem Plan. Ideen für die Storyline unseres ersten Skifilmes entstanden bei den Uphills auf Mountainbike-Touren genug, jetzt fehlte nur noch der Schnee. Als wir die Story festlegten, konnten wir nicht ahnen, wie aktuell das Thema werden würde: Der Film sollte die Vorteile des Skifahrens im Homeresort Disentis hervorheben und zeigen, warum man nicht unbedingt weit reisen muss. Wir wollten auf SAC Hütten gehen und verschiedenste Locals interviewen.

Im Februar kam dann wenig Schnee in Schüben von 15cm mit Wind, sodass Couloirs in Liftnähe die beste Wahl für den ersten Filmtag waren. Erste Aufnahmen im Kasten – Crew happy. Danach warteten wir sehnsüchtig auf den nächsten Schneefall, da für Cliffs die Take-offs noch zu sharky waren. Dieser kam und mit ihm die Probleme: Am zweiten Filmtag vergaß ich aus lauter Aufregung, meine Jackentasche zu schließen, in der ich Remos Funkgerät verstaut hatte. In der Landung des ersten Cliffs des Tages verabschiedete sich dann der Funk und ich verbrachte den Rest des Morgens damit, mit dem zweiten Funk klingelnd meine Spur abzulaufen, bis ich das verlorene wiederfand.

Als wir uns am dritten Filmtag am Morgen auf dem Bergbahnparkplatz trafen, musste Remo abbrechen, da ein Sturz in den letzten Tagen doch schwerere Folgen hatte als gedacht und er nicht in die Skischuhe kam. Dann folgten einige nächste Versuche, die ebenfalls scheiterten, da immer jemand der Gruppe krank war. Und schließlich dann im März der Lockdown wegen Covid. Die Skigebiete waren zu, große Lines waren nicht mehr möglich, um kein Risiko auf sich zu nehmen und die Spitäler unnötig zu belasten. Auch die SAC Hütten waren geschlossen und treffen (z.B. für Interviews) konnte man niemanden mehr. Wir ließen uns trotzdem nicht unterkriegen und achteten darauf, nur flache Soul-riding-Skitouren zu unternehmen, um körperlich und mental gesund zu bleiben. Wir entschieden uns, mit dem, was wir hatten, etwas zu schneiden und uns für Lifestyle-Aufnahmen noch einmal auf einer Skitour zum Pizzo del Uomo zu treffen. Das Schneiden und Voiceover erfolgte dann im Sommer.

Alles in Allem hatten wir Ende Saison immerhin einige Filmsequenzen im Kasten, wenn auch bei weitem nicht von allen geplanten Spots. Obwohl im ganzen Projekt ein wenig der „Wurm“ drin war und wir nur 3 effektive Filmtage hatten, sind wir richtig happy mit dem Resultat, denn es motiviert, den eigenen Backyard neu zu entdecken und zu genießen. Schlussendlich waren wir unendlich dankbar, dass wir trotz der Pandemie unsere Passion verfolgen konnten.

Skiers: Flurina Bieger (@flurinaskis), Andri Bieger (@andriskii)
Camera and cut: Remo Thommen (@remothommen)
Supported by: K2 Skis, Disentis Bergbahnen

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Mittwoch, 17 Februar 2021 13:05

Ausprobiert: Montana Steigfelle Montasprint

Seit 1939 stellt Montana hochqualitative Steigfelle her, mit einer überzeugenden Mischung aus Innovation und Tradition: Von den ersten Produkten aus Seehund-Fellen bis zum modernen Mohair- oder Kunstfaser-Fell, von der Riemenbefestigung bis zum revolutionären Montana Piercing.

Aktuell bietet Montana vier verschiedene Steigfelle für Ski & Boards an: Dabei bestehen die Felle Montarace High Speed (bloß bis 160cm Länge) und Montasprint zu 100% aus Mohair. Sie sind sehr leicht und schnell und kommen mit herkömmlichem Kleber aus. Als robuster Allrounder gilt das Steigfell Montamix aus einer Mischung aus Mohair und Kunstfaser und Fusiontec Adhäsion auf Leimbasis. Wer noch robuster und kostengünstiger unterwegs sein möchte, verlässt sich auf das reine Kunstfaser-Steigfell Montanyl. Wir haben für unseren Produkttest ein "Montasprint" aus 100% Mohair von Montana zur Verfügung gestellt bekommen.

Zuschnitt

Die Qualität des Fells zeigt sich schon beim Zuschneiden!Funktioniert problemlos und schnell, ohne zerfaserte Kanten. Wer sich nicht ganz sicher ist, wie er die Felle am besten zuschneidet, findet am Youtube-Kanal des Herstellers entsprechendes Videomaterial.

Gleiteigenschaften

Der Hersteller schreibt auf der Website, dass das Montasprint "mit zunehmendem Gebrauch schneller" werden, weil das Fell vom Schnee ausgebürstet wird. Stimmt, das können wir bestätigen. Sind sie erst mal „eingegangen“, gleiten die Felle wunderbar und halten selbst in den steilsten Stücken.

Kleber

Der von Montana verwendete Haftkleber wird seit Jahrzehnten eingesetzt. Der speziell entwickelte Harz-Kleber hält bombenfest, auch bei tiefen Temperaturen, und ist lt. Hersteller besonders für Freeride- bzw. gerockerte Ski geeignet. Eines zeigt sich jedenfalls klar: Faltet man die Felle ohne Schutznetz zusammen, braucht es beim nächsten Auffellen Herkuleskräfte.

Witziges und stylisches Detail ist der vordere Clip im „M-Design“.

Fazit

Die Qualität hat uns überzeugt, der Preis liegt mit ca. 160,00 Euro für ein Montasprint im Rahmen. Schade nur, dass es so wenige Verkaufsstellen in Deutschland und Österreich gibt - da haben die Schweizer einen klaren Heimvorteil.

Gibts übrigens auch für Splitboards - einen entsprechenden ausführlichen Splitboard-Felltest findet Ihr auf www.splitboardworld.de.

 

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Mittwoch, 17 Februar 2021 12:18

UPDATE: Freeride World Tour Auftakt am 19.2.2021

Nach den Absagen der ersten beiden geplanten Contests in Hakuba und Kicking Horse startet die Freeride World Tour 2021 in Andorra mit einem verlängerten Wetterfenster. Am 19. Februar 2021 soll der erste Bewerb der Saison bei perfekten Bedingungen über die Bühne gehen – die Bergführer der FWT suchen bereits nach dem besten Face.

Möglichkeiten bieten sich dieses Jahr zuhauf: Seit Dezember lud Ullr regelmäßig jede Menge Schnee in den Pyrenäen ab, zudem ist Andorra bekannt für sein abwechslungsreiches Terrain und die große Auswahl an Contest-Hängen. In dieser Saison ebenfalls klar: Die Organisatoren stehen in engem Kontakt mit den örtlichen Behörden, um den Bewerb unter Einhaltung sämtlicher geltenden Covid-Vorschriften zu ermöglichen, sowie die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Aus diesem Grund finden auch alle FWT-Events ohne Publikum statt und sind für die Öffentlichkeit gesperrt. Live dabei sein geht aber natürlich per Livestream auf der Website bzw. dem Youtube-Kanal der Freeride World Tour.

Aus heimischer Sicht liegen die Hoffnungen auf Skifahrer Tao Kreibich, der Snowboardweltmeisterin von 2018, Manuela Mandl, und Snowboardlegende Gigi Rüf. Deutsche Starter gibt es in dieser Saison leider nicht. Vor allem für Manuela Mandl wird es ein besonderer Contest, ist es doch der erste größere Bewerb seit ihrer schweren Verletzung: „Ich bin schon voller Vorfreude auf Andorra, auch wenn die Voraussetzungen heuer natürlich ein wenig andere sind. Ich bin gespannt, wie es mir geht. Ich denke, ich bin gut trainiert und gut vorbereitet, aber es bleibt natürlich eine kleine Unsicherheit. Aber ich freue mich sehr darauf, die ganze Crew und die Rider wiederzusehen. Also Livestream einschalten, wir liefern hoffentlich eine gute Show!“

Die Vorjahres-Sieger/innen Marion Haerty (Snowboard Frauen), Arianna Tricomi (Ski Frauen), Nils Mindnich (Snowboard Männer) sowie Isaac Freeland (Ski Männer) sind allesamt mit dabei und werden alles daransetzen, ihre Krone zu verteidigen. Aber auch die Lokalmatadoren Dani Fornell-Prat und Aymar Navarro (Ski Herren) sowie Nuria Castan Baron (Snowboard Damen) wollen auf ihren Hausbergen aufzeigen. Außerdem darf man gespannt auf die Wildcard-Fahrerinnen Olivia McNeill, die kurzfristig die verletzte Jacqueline Pollard bei den Ski Frauen ersetzt, und Anna Orlova (Verletzungs-Wildcard) bei den Snowboarderinnen sein.

Derzeit sind drei Events für die FWT21 bestätigt: Ordino Arcalís (AND) vom 20. bis 26. Februar 2021, Fieberbrunn (AUT) vom 6. bis 12. März 2021 und der 25. Xtreme Verbier (SUI) vom 20. bis 28. März 2021. Als Ersatz für die ausgefallenen Events in Hakuba (JPN) und Kicking Horse, Golden, BC (CAN) beabsichtigt die FWT einen vierten und fünften Contest im Rahmen der Wetterfenster der drei bestätigten Austragungsorte abzuhalten. Die Entscheidung fällt vor Ort, abhängig von Wetter- und Schneebedingungen sowie möglicher Hänge.

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Nach der erneuten Verlängerung des Lockdowns bis 7. März zieht die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG Konsequenzen: Das Skigebiet Garmisch-Classic, das an den vergangenen Wochenenden noch Schauplatz des alpinen Skiweltcups war, wird in diesem Winter keinen Betrieb mehr aufnehmen.

Matthias Stauch, Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn erklärt die Entscheidung: „Wir haben alle Argumente abgewogen. Der organisatorische und finanzielle Aufwand, um das Skigebiet startklar zu machen, ist immens hoch. Wann ein Betrieb möglich sein wird, ist noch immer nicht absehbar. Am Ende sind wir dazu verpflichtet, die wirtschaftlich verträglichste Entscheidung zu treffen.“

Auch weiterhin gibt es für die Bayerische Zugspitzbahn keinerlei Planungssicherheit und zahlreiche Herausforderungen – zum Beispiel sind die von der Politik angekündigten Novemberhilfen bisher noch nicht angekommen.

Im Gegensatz zum Garmisch-Classic ist die Skisaison auf der Zugspitze noch nicht abgeschrieben: Aktuell sind die Pistenverhältnisse, die Wetter- und Schneelage ideal. Ob und wann die Saison dort aufgenommen werden kann, hängt von den weiteren Entscheidungen der Politik ab. Sofern es die Bedingungen zulassen, könnte die Skisaison in Deutschlands höchstgelegenem Skigebiet sogar bis in den Mai hinein verlängert werden.

Sobald behördlich möglich, wird auch die Wankbahn ihren Betrieb wieder aufnehmen. So könnte der Wank bei guter Schneelage Rodlern und Winterwanderern über das Saisonaus des Garmisch-Classic hinweg helfen.

Die BZB hat im Januar verschiedene Modelle ausgearbeitet, um Saison- und Jahreskartenbesitzern einen Anteil der durch den Lockdown nicht nutzbaren Tage zurück zu vergüten. Das Antragsformular ist online unter zugspitze.de/erstattung oder direkt an den Kassen im Zugspitzbahnhof Garmisch-Partenkirchen erhältlich.

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Donnerstag, 11 Februar 2021 12:53

Ausprobiert: Pieps App

Die Pieps App soll es Anwender/innen erleichtern, die korrekte Funktionsweise ihres LVS zu überprüfen und Software-Updates sowohl für das LVS, als auch für iProbe BT 260 und JetForce-Lawinenairbag herunterzuladen. Außerdem per Knopfdruck abrufbar: Praktisches Lawinen-KnowHow und Trainingsübungen. Ein weiterer Vorteil der Pieps App ist, dass das Handy als Controller der Geräte verwendet werden kann.

Kompatibel mit der Pieps App sind sämtliche Pieps und Black Diamond-Produkte mit Bluetooth-Funktion:

   aktuelle Softwareversion
LVS  
 Pieps Micro BT sensor  3.1
 Pieps Micro BT button  3.1
 Pieps Micro BT race  3.1
 Pieps Pro BT  2.1
 Pieps Powder BT  2.1
 Black Diamond Guide BT  2.1
Black Diamond Recon BT 2.1
Avalanche Airbags  
Pieps JetForce BT 1.7
BlackDiamond JetForce 1.7
Sonden  
Pieps iProbe BT 260 1.0


Wir haben die Pieps App mit einem Pieps Micro BT button auf iOS getestet. Die App selbst gibt’s natürlich auch für Android.

Runterladen und registrieren funktionieren völlig problemlos und schnell – einfach Emailadresse angeben, Passwort festlegen und loslegen. Der Startbildschirm der App bietet drei Auswahlmöglichkeiten: Gerätemanager zur Registrierung des LVS und für entsprechende Softwareupdates, den Flottenmanager und das Trainingstool.

Sinnvollerweise startet man mit der Registrierung des eigenen LVS. Das funktioniert ganz einfach über Bluetooth, ebenso das Einspielen der aktuellen Software. Das war bei unserem Testgerät nicht notwendig, daher haben wir diesen Schritt ausgelassen.

Mit dem Flottenmanager können direkt alle eigenen Geräte bearbeitet werden. Nennt man also mehrere Snow-Safety-Geräte der beiden Hersteller Pieps oder Black Diamond sein Eigen, dann braucht man die Einstellungen dieses Equipments nicht immer separat vornehmen, sondern kann das per App sozusagen „in einem Schritt“ machen. Zur Auswahl stehen sämtliche LVS-Geräte, JetForce-Rucksäcke und die iProbe BT. Je nach Gerät können dann im „Aktionsplan“ verschiedene Einstellungen vorgenommen werden. Beispielsweise kann eingestellt werden, ob jede Person Zugriff auf die Geräte-Einstellungen hat oder nicht („Admin Lock“), ob das LVS per Vibration den Sendemodus bestätigen soll, ob der Gruppencheck verfügbar sein bzw. ein erweiterter Gruppencheck mit dem LVS möglich sein soll. Außerdem kann eingestellt werden, nach welchem Zeitraum das automatische Umschalten zurück in den Sendemodus geschehen soll, und vieles mehr. Schon für das Micro BT button werden eine Vielzahl an Möglichkeiten geboten, die sich für die „großen“ LVS Pieps Powder BT und BD Guide BT schier potenzieren.

Wirklich spannend ist dann der Trainingsmodus. Der „Trainingsleiter“ kann z.B. vorab einstellen, ob das zu suchende Gerät mit X- oder Y-Antenne senden soll bzw. gar nicht. Einfach lassen sich sämtliche verfügbaren LVS per Bluetooth zur Geräteliste hinzufügen, um anschließend eine Trainingssession – bitte nicht im Gelände! – zu starten. Zum Beispiel könnte man das vorbereitete Trainings-Szenario mit vier sendenden LVS verwenden. Die Skizzen erklären anschaulich, wie und in welchem Abstand diese vergraben werden sollen. Sogar an die integrierte Stoppuhr wurde gedacht, um die Dauer der Suche zu timen.

Unter „Praxiswissen“ werden Suchübungen vereint, die in aufbauenden Levels von A bis C praktische Lawinenübungen für 2 bis 3 LVS anbieten. Angefangen beim Abschreiten der Feldlinien, über Übungen zur Feinsuche, zum Sondieren oder Schaufeln bis zur Anleitung für einen professionellen Gruppencheck finden sich hier jede Menge „kleine“ Übungen, mithilfe derer sich der Nutzer mit seinem Gerät vertraut machen kann. Zusätzlich kann die App mit der Pieps ART (Avalanche Rescue Training) Station, einem fix installierten Trainings-Suchfeld, verbunden werden, die in manchen Skigebieten zu finden ist.

Fazit:
Die Installation der App, die Registrierung des Geräts und das Vornehmen der gewünschten Einstellungen sind kinderleicht zu bewerkstelligen. Für Anwender super praktisch ist, dass das Einspielen der jeweils aktuellsten Software ganz einfach über das eigene Handy geschehen kann, und man nicht mehr mit dem LVS zum Händler muss. So bleibt das gerät auch während der Saison, wo man sein LVS ungern aus der Hand gibt, immer am neuesten Stand.

Besonders das Trainingstool der Pieps App ist sehr umfangreich und das Highlight – deswegen lädt man die App runter. Hier werden für Einsteiger und Fortgeschrittene unglaublich viele Möglichkeiten angeboten, um im Umgang mit dem LVS Sicherheit zu gewinnen. Top! Leider – und das ist ein großes leider – funktioniert die App aktuell nur mit Pieps oder Black Diamond Geräten mit Bluetooth-Funktion. LVS anderer Hersteller können nicht als Geräte für Gruppenübungen eingebunden werden.

Aus Herstellersicht verständlich, stellt das in der Praxis für Normal-Freerider-Gruppen aber sicher oftmals die Hürde dar, um die praktischen Lawinenübungen eben nicht zu machen bzw. nicht in dem Umfang durchzuführen, wie sie die App ermöglichen würde. Dass das auch an den anderen Herstellern liegt, deren LVS keine Bluetooth-Konnektivität anbieten, ist klar. Wünschenswert aus Anwendersicht wäre dennoch, in Zukunft LVS jeglicher Hersteller integrieren zu können. Wir hoffen jedenfalls auf Kooperationen der Industrie im Sinne der Sicherheit!

Publiziert in Produkttests
Mittwoch, 10 Februar 2021 15:13

Test: Pieps Micro BT button

Der Neuzugang in der Pieps-Familie ist das Micro BT button: Es ist die manuelle Version des Micro BT sensor, das Umschalten zwischen Such- und Sendemodus passiert händisch. Das wärs aber mit den Unterschieden, wie schon das sensor ist die manuelle Ausgabe sehr leicht und kompakt und vereint Handlichkeit mit voller Funktionalität. Das große, beleuchtete Display sorgt für gute Lesbarkeit, unterstützend vibriert das LVS im Suchmodus, sobald es ein Signal empfängt.

Störende Interferenzen durch elektronische Geräte oder Metall werden durch die Interference Protection unterbunden. Das funktionierte beim Testlauf sogar im Büro mit jeder Menge eingeschalteter Elektronik reibungslos.

Im Suchmodus konnten wir keinen Reichweiten- oder irgendeinen Leistungsunterschied zu anderen Geräten feststellen. Der Signalton ist auffällig und laut, der große Richtungspfeil am Display auch bei strahlendem Sonnenschein gut zu sehen. Der schwergängige On/Off-Schalter gibt dem Nutzer Sicherheit, es scheint beinahe unmöglich, das LVS versehentlich auszuschalten. Ganz im Gegenteil: Man bekommt schon fast Angst, den Plastikschalter abzubrechen. Wie man vom Sende- in den Suchmodus kommt, mussten wir allerdings vorher in der Bedienungsanleitung nachlesen: Es braucht eine Bestätigung durch Drücken des zweiten Buttons. Dennoch fanden unsere Tester das Micro BT button in der Handhabung durch das notwendige Drücken der Knöpfe eingängiger als das sensor-Gerät. Das ist aber selbstverständlich Geschmacks- und Gewöhnungssache.

Auch das Micro BT button ist kompatibel mit der Pieps App. Per Bluetooth kann man so übers Handy Software-Updates einspielen, die Funktion des LVS überprüfen und sogar Trainingseinheiten einlegen.

Fazit:
Großer Pluspunkt des Micro BT button ist sein kompaktes Design, wodurch es sich sehr angenehm auch über bzw. unter mehreren Kleidungsschichten trägt, bzw. auch - wem das lieber ist - in einer Tasche verstaut werden kann. Was für jedes LVS gilt, empfehlen wir aber für das Pieps Micro BT button nachdrücklich: Man kommt keinesfalls drum herum, sich mit dem Gerät vertraut zu machen, BEVOR man damit ins Gelände geht! Denn im Notfall muss es schnell gehen, und das tuts nur, wenn man sein LVS kennt und beherrscht – Betriebsanleitung hat man üblicherweise keine dabei.

Hardfacts:
Maximale Reichweite 50m
Suchstreifenbreite 50m
Abmessungen 106 x 74 x 20mm
Gewicht 150g inkl. Batterien
Stromversorgung 1 AA-Batterie
Batterielebensdauer 200h
Sendefrequenz 457kHz, nach EN300718
Temperaturbereich -20°C bis +45°C

 

Publiziert in Produkttests
Mittwoch, 10 Februar 2021 13:04

Red Bull Season Pass Episode 4: Engelberg

Engelberg - nicht gerade die Party-Hochburg der Alpen. Dafür aber Heimat unzähliger Skibums und Skandinavier, die nur eines im kopf haben: Früh ins Bett und umso früher auf den Berg!

Mit dabei in Episode 4: Oskar Enander - mit Crew. Let the good times roll!

Die komplette Webserie gibts hier: https://www.redbull.com/se-en/season-pass-the-series-your-guide-to-skiing-snow

Ep. 1 - Revelstoke

Ep. 2 - Chamonix

Ep. 3 - Verbier

Ep. 4 - Engelberg

Ep. 5 - Are

 

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Dienstag, 09 Februar 2021 14:03

Alpinistin Caro North im Interview

Caro North hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht - als ehrgeizige, ambitionierte Alpinistin. Sie hat ein Palmares, das Kenner mit der Zunge schnalzen lassen. Wir haben uns mit ihr (online) zum Interview getroffen.

Hi Caro! Danke, dass du dir für uns Zeit nimmst! Wie geht’s dir denn?
Ja top, sauviel Schnee hats hier gerade (lacht).

Dann gleich los ins Interview! Ist dein Nachname denn so etwas wie die self fulfilling prophecy? Immer rauf?
Wahrscheinlich ist das so! Mit diesem Namen muss man ja fast Nordwände klettern und steile Nordhänge mit den Ski befahren… (lacht)

Wie bist du denn auf die Berge gekommen? Nur nach dem Skifahren zu fragen, erscheint mir fast zu einseitig für dich.
Tatsächlich kam das Skifahren zuerst. Ich bin in der Schweiz geboren und hab mit 3 Jahren angefangen, Ski zu fahren. Meine Eltern hatten immer schon in der Nähe von Verbier ein Haus, da ist es wohl ganz normal, dass man von klein auf auf Ski gestellt wird.

Mein Erstkontakt zu den Bergen ist also sicher auf Ski passiert. Später hab ich dann mit meinen Eltern viele Touren in den Bergen gemacht, von Hütte zu Hütte. Da mir immer die Kletterpassagen besonders Spaß gemacht haben, haben sie mich dann später in eine Klettergruppe beim Alpenverein gesteckt.

Vom Hobby zum Beruf ist es dann ja immer noch ein weiter Weg…
Ja stimmt. Ich bin dann auch Wettkämpfe geklettert, hab aber eigentlich immer schon das Abenteuer draußen gesucht. Mit 16 war ich dann auf meiner ersten Expedition. Ich habe damals in Argentinien gewohnt und mich auf zum Aconcagua gemacht. Und das hat mir voll getaugt, Expeditionen zu machen, das war für mich echt „Wow!“
Also bin ich immer weiter auf Expeditionen gegangen und mit der Zeit ist das zunehmend professioneller geworden. Und irgendwann war ich dann auch im DAV Expeditionskader, da hat sich das dann für mich sehr schnell weiterentwickelt.

Wie haben Deine Eltern denn darauf reagiert, dass du mit 16 auf eine Expedition wolltest?
Die haben mich voll unterstützt, sie mussten auch alle Formulare für mich ausfüllen, damit ich überhaupt zum Aconcagua konnte. Meine Eltern haben mir hier die Straße geebnet und den Weg eröffnet, ihnen verdanke ich, dass ich das machen konnte.

Wie siehst du deine Zeit im DAV Expedkader im Nachhinein?
Das war eine extrem coole Zeit, wir haben so viel miteinander gemacht. Ich konnte extrem viel dazulernen, vor allem im Eis und Mixed-Gelände. Ich hab vorher schon Erstbegehungen gemacht und war viel im Fels unterwegs, aber in diesen Bereichen war ich noch nicht so fit. Der Expedkader war für mich das Sprungbrett am Weg zum Profiathleten. Plötzlich gabs eine Plattform, und wir haben auch während der Zeit viele Touren zusammen gemacht.

War das der letztlich ausschlaggebende Punkt an dem du dich entschieden hast, Bergführerin werden zu wollen?
Den Traum hatte ich tatsächlich vorher schon, seit meinem Abi hab ich davon geträumt, Bergführer zu werden. Ich wurde regelrecht ausgelacht, wenn ich das erzählt habe, das konnte sich einfach niemand vorstellen in Darmstadt, was das sein soll, ein Bergführer. Mir fehlte sicher noch die Erfahrung, deshalb wollte ich vor der Ausbildung auch noch mehr Erfahrungen sammeln und mein Profi-Alpinismus-Ding durchziehen. Das lief ganz gut…

Wie war die Ausbildung für dich? Bergführerinnen sind ja immer noch relativ selten.
In der Schweiz ist die Bergführer-Ausbildung sehr selektiv, man muss immer alle Module bestehen, um weiter machen zu können. Ich hab zum Glück immer bestanden und konnte die Ausbildung sozusagen „zeitgerecht“ absolvieren. Am Anfang waren wir noch mehr Mädels, aber am Ende war ich dann in meinem Jahrgang die einzige.

Ich hatte damit nie ein Problem, ich wurde immer gleichbehandelt, sowohl von den Ausbildern als auch von den anderen in der Gruppe, das fand ich schon genial. Es macht auch Spaß und ist wirklich gut, aber wenn du eine 20-tägige Ausbildung zusammen mit 30 Männern, dann wünschst du dir schon manchmal mit einem anderen Mädel reden zu können.

Hast du denn das Gefühl, dass du als Bergführerin Entscheidungen manchmal anders triffst als deine männlichen Kollegen?
Hmmm… Hin und wieder schon, aber ich glaube, dass es vor allem eine Typsache ist, wie du Entscheidungen triffst. Es gibt männliche Bergführer, die einfühlsamer sind als andere und die besser auf ihre Gäste eingehen können als andere, aber das ist bei Frauen dasselbe, würde ich sagen.

Ich glaube aber, dass ich als Frau besser auf ganz praktische Probleme von Frauen am Berg eingehen kann. Also sowas wie mit Klettergurt und zehntausend Sachen dran pinkeln (lacht). Ich kann das halt auch verstehen, wenn eine sagt sie ist total platt, sie hat ihre Tage, da tut sich ein Mann wahrscheinlich schwerer.

Ansonsten denke ich wirklich, dass das ganz stark Typsache ist, wie man als Bergführer entscheidet. Es gibt Bergführer, die ihre Entscheidungen ganz anders fällen wie ich, es gibt aber auch welche, die sehr ähnlich entscheiden. Aber natürlich gibt’s Unterschiede, wie in jedem Beruf. Ich hab sicher nicht so viel Kraft wie ein Mann, kann das aber mit Technik wett machen. Wo ich an meine Limits komme ist aber auch klar: Ich kann niemanden führen, der 100 Kilo wiegt und riesengroß ist, aber das kann auch ein kleiner Mann nicht.

Zurück zu deinen Expeditionen. In einer Dokumentation sagte jemand über dich: „Weit weg sein und unterwegs sein ist ihr Traum, heimkommen fällt ihr dagegen manchmal schwer.“ Wie ist es dir da mit Corona gegangen?
Haha, ja. Ehrlich gesagt ist es mir ganz gut gegangen. Corona hat mich dazu gezwungen, auch mal zuhause zu bleiben und mich mit mir selbst zu beschäftigen, und mir für Dinge Zeit zu nehmen, die mich wirklich beschäftigen. In den zwei Jahren davor habe ich viele Freunde in den Bergen verloren, habe mir aber nie wirklich die Zeit dafür genommen, das zu verarbeiten. Ich bin von einer Reise zur nächsten, von einem Arbeiten zum nächsten. Deshalb hat es mir eher gutgetan, mal ruhiger machen zu müssen, mir Zeit für mich selber zu nehmen und auch meinem Körper die Zeit zum Regenerieren zu geben.

Im Endeffekt habe ich aber sehr viel in der Schweiz gemacht, da gibt es noch so viel zu entdecken, dass einem die Ideen nicht so schnell ausgehen (lacht).

Zahlreiche deiner Projekte, zum Beispiel die Antarktis-Expedition, würden viele als „extrem“ bezeichnen. Ist „extrem“ eine Eigenschaft, mit der du dich selbst beschreiben würdest?
Ich weiß nicht, extrem ist ein großes Wort, aber ich habe schon das Gefühl, dass ich in vielen Dingen anders bin als andere Leute. Ich ziehe mein Ding durch und auch mein Lebensrhythmus unterscheidet sich ziemlich von dem der meisten anderen.

Deshalb fällt mir oftmals das Zurückkommen so schwer, weil ich gefühlt total gegen den Rhythmus der Gesellschaft lebe. Alleine schon, dass ich unter der Woche frei habe und am Wochenende arbeite. Dann habe ich zwei Monate frei und bin dann wieder durchgehend wochenlang am arbeiten unter Hochdruck, während für alle anderen der normale Trott weiter geht. Ich komme dann wieder und habe so viel erlebt, aber hier ist alles immer noch ganz normal.

Manchmal ist dieses Zurückkommen dann nicht so leicht und ich fühle, dass ich ein ganz anderes Leben als die meisten führe. Vielleicht ist es schon auch ein Leben der Extreme, ich bin auch jemand, der Vollgas unterwegs ist, Vollgas am Berg ist. Du hast eine unwahrscheinlich intensive Zeit, bringst deinen Körper an seine absolute Leistungsgrenze – was ich auch total gerne mache, meinen Körper voll fordern – und dann kommt danach aber auch immer ein Tief. Weil mein Körper das zurückfordert, was er braucht.

Mein Leben ist sicher eines der Extreme, bei mir kommen komplette Hochs auf komplette Tiefs. Aber das suche ich auch, immer in der Mitte bleiben, das bin ich einfach nicht.

Auf welche deiner Leistungen bist du besonders stolz, wenn du zurückdenkst?
Das ist sicher die erste Frauenseilschaft-Begehung am Cerro Torre, damit hab ich mir auch ein bisschen meinen Namen gemacht. Auch weil ich drei Anläufe gebraucht habe. Schon im ersten Jahr war ich drei Seillängen vorm Gipfel unterwegs, musste dann aber umdrehen. Im nächsten Jahr hatten wir überhaupt keine Chance, den Cerro Torre anzugehen. Im dritten Jahr hats dann endlich geklappt.

Das ist schon ein Riesenerlebnis, wenn du so viel Zeit in eine Expedition reingesteckt hast. Das ist dann schon was, wo du denkst: „Boah, krass! Und cool, dass es dann endlich geklappt hat.“

Du hast schon so viele spannende Projekte verwirklicht. Was steht denn noch auf deiner Bucket List?
Es gibt noch extrem viel, von dem ich träume, auch in Sachen Expeditionen. Was ich jetzt gemerkt habe, dass es mich immer stärker dahinzieht, weniger zu fliegen. Ich war viele Jahre sehr viel mit dem Flugzeug unterwegs und spüre im Moment, dass ich sehr gerne mehr mit dem Segelboot machen will. Also mit dem Segelboot nach Grönland, mit dem Segelboot nach Baffin Island, und dann vom Boot aus klettern.

Mit dem Segelboot in die Antarktis war ein unglaubliches Erlebnis, man muss sich halt die Zeit dafür nehmen. Das ist ganz einfach: Wenn du nicht mit dem Flugzeug reist, musst du dir Zeit nehmen, weil alle anderen Möglichkeiten viel länger dauern. Aber ich bin dafür bereit, mich reizt das Abenteuer und ich denke, es ist wichtig zu versuchen, anders zu reisen. Ich würde auch gerne wieder in die Antarktis, da gibt es noch viel zu tun (lacht).

Was ist denn das schönste für dich am Reisen?
Die ganzen neuen Erfahrungen, die du machst. Und die Menschen, die du triffst. Für mich sind die Menschen, die ich auf meinen Reisen kennen gelernt habe und mit denen ich diese Erlebnisse teile, sehr wichtig. Das Entdecken neuer Kulturen, aber natürlich auch von neuen Bergen und Landschaften. Für mich ist es ein Zusammenspiel von neuen Kulturen, neuen Bergen und den Menschen.

Und das beste am Heimkommen?
Dass man seine Freunde wieder trifft. Das ist für mich unterwegs schon schwierig, dass man niemanden sieht. Und meine Freunde und meine Familie wiederzusehen ist schön. Das ist das, worüber ich mich am meisten freue. Ansonsten bin ich persönlich nicht auf einen Ort fixiert, wo ich mein ganzes Leben bleiben will oder muss.

Und kocht deine Mama für dich, wenn du heim kommst?
(Lacht): Ja, das was ich mir wünsche. Im Gegensatz zu früher, wo sie geschaut hat, dass ich selbstständig bin und selbst für mich kochen kann, das ist jetzt genau umgekehrt, jetzt fragt sie, was ich gerne essen würde. Ist auch schön (lacht).

Zum Schluss: Müsstest du dich entscheiden – Skifahren oder klettern?
Oh, was für eine gemeine Frage! Ich finde gut, dass ich immer den Wechsel von beidem habe. Hmmm, aber wenn ich eines gar nicht mehr machen könnte (überlegt)… oh làlà, da wär ich aber traurig…

Wie schön, ich hab was gefunden, wo du keine Entscheidung treffen kannst. Du bist kommende Woche ja schon wieder unterwegs, deswegen von unserer Seite nochmal danke, dass du dir zeit für das Interview genommen hast! Und viel Erfolg und Spaß bei deinen nächsten Abenteuern!
Gerne, hat mich sehr gefreut!

Zur Person:
Caro North
Alter: 29
Beruf: Alpinistin und Bergführerin
Homespot: La Tzoumaz/Verbier
Sponsoren: Völkl, Mammut, Julbo, Scarpa,
Karrierehighlights:
2. Winterbegehung des Walkerpfeilers an den Grandes Jorasses in einem Tag, 2019
Skiexpedition mit dem Segelboot in die Antarktis, 2018
Erstbegehungen in Alaska und British Columbia in Fels und Eis, 2018
Erstbesteigung und Befahrung mit Ski des Cerro Gallie in Patagonien, 2017
Erstbesteigung Monte Iñaki, 5300m, Kishtwar, 2016
Erste freie Frauenseilschaft auf den Cerro Torre, 2015
Onsight-Begehung von Astroman, Yosemite 2015
Bigwall-Erstbegehung in Albanien, 2010
Mitglied im ersten DAV Damen-Expeditionskader

Media: @caronorthofficial

Publiziert in People
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