Kommentar zum Winter 2020/21

Kommentar zum Winter 2020/21

Von Roman Rohrmoser am 26.Apr. 2021

Winter 2020/21: Ein kleines Virus namens Sars-CoV-2 hält die Welt in Atem. Und beschert den mitteleuropäischen Alpen und ihren Skigebieten ein unfreiwilliges Timeout. In Deutschland fahren die Lifte überhaupt nicht, in Österreich werden die Skigebiete zwar geöffnet, Wintertourismus wie man ihn bisher kannte, findet aufgrund von Einreisebeschränkungen allerdings nicht oder nur sehr eingeschränkt statt. „Timeout“ heißt auch das neue Filmprojekt des Zillertaler Freeride-Pros Roman Rohrmoser: „Der Winter war wie ein Timeout, und genauso hat es sich auch angefühlt – kein Stress am Berg, keine Leute unterwegs…“ Für freeskiers.net hat er seine Saison zusammengefasst.

„Der Winter 2020/21 hat gestartet, wie der Winter davor (im März) aufgehört hatte! Mit einem Lockdown… „Wahnsinn! Wohin das wohl noch führen wird?“ hab ich mich im Herbst gefragt. Die Skigebiete waren geschlossen, die Grenzen ebenso, Maskenpflicht aller Ortens und noch vieles mehr. Hätte uns vor zwei Jahren jemand sowas gesagt, dann hätten wir den wahrscheinlich in die Geschlossene geschickt. Alles, das ganze Leben, wurde auf ein Minimum runtergefahren. Mir selbst wurde es - eigentlich von Anfang an - zu blöd und ich schaute keine Nachrichten mehr. Ich konzentrierte mich lieber auf andere Dinge.

Am 14.12. hatte ich meinen ersten Drehtag für mein neues Filmprojekt „Timeout“! 6:00 Abmarsch, 2,5h und 1.400hm später stand ich im geilsten Morgenlicht bei mir zuhause am Berg. Kein Mensch und kein Flieger weit und breit. Komplette Ruhe, Wahnsinns Licht und relativer guter Powder. Am Berg gegenüber warteten mein Haus-und-Hof-Fotograf Tom Klocker und Filmer Mone, bis ich loslegte.

Kurz genoss ich noch die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht, meine Beine waren müde, aber nach dem ersten Turn war ich voll motiviert und topfit. Es war der erste Tag der Saison auf meinen Powderskiern. Und es fühlte sich richtig geil an. Unten angekommen, entschloss ich mich nochmals 400hm zurück aufzusteigen und noch eine weitere Line zu fahren – the stoke was real! Nach diesem zweiten Run war ich jedoch dann wirklich gscheit fertig in die Wadl und wir waren um 10:00 wieder im Tal beim Bäcker beim Frühstücken - vor der Tür logischerweise.

Viele gute und weniger gute Tage folgten. Viele sinnlose und unverständliche Regeln und Gesetze wurden erlassen und wieder aufgehoben; Skigebiete auf- und wieder zu gesperrt; Maskenpflicht und Corona Tests zum Skifahren eingeführt. Ob nachvollziehbar oder nicht, die Vorgaben wurden erlassen und wir haben uns dran gehalten – irgendwie soll es ja auch weitergehen. Aber nicht nur einmal hab ich mir überlegt, wie froh ich doch über den Sport bin – egal ob Skifahren, Biken, Laufen oder sonst was. Hauptsache rausgehen und den Kopf frei kriegen. Ansonsten wäre ich diesen Winter wohl durchgedreht.

Ich wünsche Euch noch ein paar gute, restliche Wintertage! Und: Kopf hoch, es geht auch wieder bergauf!“

Roman

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