Dynafit Ski Factory
In Kiefersfelden, mit den Bergen in greifbarer Nähe, hat der Bergathleten-Spezialist DYNAFIT sein neues Headquarter errichtet. Besucher können sich nicht nur auf einen Shop mit integrierter Markenwelt freuen, sondern auch auf die hauseigene „Ski Factory“, in der man sich seinen individuellen Ski bauen kann. Wir haben DYNAFIT am Eröffnungstag besucht und hatten die Möglichkeit als einer der ersten selbst handanlegen zu dürfen.
Baue deinen eigenen Ski nach deinen Vorstellungen lautet hier das Motto. Shape und Design kannst du dir im Vorhinein aussuchen und selbst gestalten. Auswählen kannst du hier zwischen 5 verschiedenen Shape-Formen: Einer Allmountain Variante mit 85 mm unter der Bindung, zwei Tour-Shapes mit 87 mm und 96 mm Mittelbreite, einer Freetour Variante mit 105 mm und last but not least einem Freeride Shape mit 112 mm. Falls dann immer noch nicht das richtige dabei sein sollte, bietet die Ski Factory die Möglichkeit gemeinsam mit dir deinen Wunsch Shape zu erarbeiten.
Im Design hast du beinahe unbegrenzte Möglichkeiten: Ein Topsheet aus Kunststoff, ein Holzfunier oder eine puristische Carbon Oberfläche – du hast die Wahl. Bei der Kunststoff Variante eignen sich besonders farbenfrohe Designs mit detaillierter Ausarbeitung – hier kannst du die gesamte Fläche des Skis designen, ganz wie bei einem herkömmlichen Ski. Die Holzfuniere wirken besonders edel, ob schlicht mit feiner Maserung oder aufwendig mit Intarsien in verschiedenen Holzfarben oder einer Lasergravur. Die Seitenwangen sind hierbei immer aus Bambus, beim Topsheet kannst du allerdings aus zehn Standardfurnieren wählen. Die Carbonoberfläche zeichnet sich durch das schwarze Topsheet aus, welche durch Farben an den Seitenwangen aufgepeppt werden kann (Die Carbon Oberfläche eignet sich vor allem, aufgrund des geringen Gewichts, bei Tourenski und reduziert dadurch unnötigem Ballast)
Ich habe mich beispielsweise für ein Holzfunier namens „Olive“ entschieden. Beim Design war mir vor allem wichtig, dass der Ski auf den ersten Blick erkenntlich zu mir gehört. Deswegen befindet sich am Heck gleich mal meine Unterschrift. Oben an der Spitze habe ich mich für eine durchgezogene Bergkette entschieden.
Luggi von der Ski Factory hat uns einen näheren Einblick in den Aufbau des Skis gewährt. Ganz unten befindet sich der Belag, hier werden unter Anleitung die Kanten angebracht und im Anschluss wird der Kantengummi mit einer Schicht Epoxid Harz auf alle vier Kanten „gerollert“. Der Gummi soll die Verklebung zwischen der Kante und den restlichen Materialien des Skis verbessern und verhindern, dass die Kante leicht herausbricht.
Als nächstes widmen wir uns dem „Untergurt“ – alles, was unter dem Kern verbaut wird. Hier wird zwischen Glasfaser und Carbon unterschieden. Von beiden Materialien werden jeweils zwei Schichten mithilfe von Epoxid Harz Gel befestigt.
Sobald dieser Schritt erledigt ist, kommt auch schon der Kern ins Spiel. Im Holzkern selbst ist bereits ein ABS angebracht, welches sich jeweils im Heck und in der Nose befindet. Das ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) soll den Holzkern schützen. Beispielsweise wenn man gegen einen Stein fährt oder den Ski abstellen möchte. Am Holzkern selbst werden im Vorhinein dann die Seitenwangen verbaut und hat bereits die auf dich angepasste Höhenkurve. Hierbei gibt es zwei Kern Varianten: Einerseits Performance Esche, ein reiner Eschenholzkern oder den Light Kern, besteht aus Palownia.
Und dann kommt auch schon der „Obergurt“ quasi eine Spiegelung des „Untergurts“, da auch hier wieder zwei Schichten des ausgewählten Materials (Carbon oder Glasfaser) verbaut werden.
Je nach Skityp kommt im Anschluss noch weiteres Gelege hinzu wie z.B. eine UD diese Glasgelege dient zur generellen Versteifung. Oder Carbonstrings, diese werden bei den meisten Ski in der Schaufel verbaut, um die Vibration zu verringern.
Nun ist das technische des Skis abgeschlossen – jetzt widmen wir uns voll und ganz dem Design.
Du hast dir im Vorhinein schon Gedanken über das Design gemacht und das Ski Factory Team hat bereits (fast) alles für dich vorbereitet. Jetzt gilt es nur noch den Belag gut „festzurollern“ und ab in den Ofen damit.
Zugeschnitten und geschliffen werden deine Ski im Anschluss von dem Team. Und dein Ski ist in 2-3 Wochen ready.
Ab sofort kann man sich online für den Ski Factory Workshop anmelden. Was man bei der Buchung beachten sollte: Die Vorlaufzeit schwankt zwischen 3-6 Wochen je nach Design.
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