Interview: Markus Eder
© Christoph Thoresen

Interview: Markus Eder

Von Christina Mack am 5.Dez. 2024

Markus Eder ist ein Freeski-Profi aus Südtirol, bekannt für seine Kreativität und seinen einzigartigen Stil auf Skiern. Egal ob in steilen Couloirs oder auf spektakulären Freestyle-Lines – er kombiniert alle Facetten des Freeskiings und liefert in seinen Projekten echte Gänsehautmomente.

Circle of Madness ist der neueste TheNorthFace-Film mit Markus und seinem Snowboard-Kollegen Victor de Le Rue. Mit ihrer Crew reisen die beiden nach Haines, Alaska um die spektakulären Spine-Walls zu befahren. Dabei wagen Sie sich an eine Camping Expedition, gehen dabei voll ans Limit und bewältigen spektakuläre Abfahrten.

Wir haben Markus Eder in einem lässigen Interview getroffen, um spannende „Behind the Scenes“ Einblicke zum neuen Film zu bekommen. 

Hey Markus, wie kann man sich denn die Vorbereitung auf solch ein großes Projekt vorstellen?

Ich war viel im Park unterwegs, um die Tricks, die ich gerne in Alaska machen wollte, umzusetzen. Victor war das ganze Jahr über bei der FreerideWorldTour dabei und hatte dadurch deutlich steilere Hänge in den Beinen. Er hat dafür weniger Tricks gemacht und das hat sich im Film dann auch gezeigt. Ich war immer mehr drauf aus, Tricks zu machen und auf „playful“ lines zu gehen, während Victor sich voll im steilen und komplizierten Gelände wohlgefühlt hat. Das hat sich gut ergänzt und wir konnten uns dadurch gegenseitig pushen.

Warum wolltest du Teil von diesem Projekt sein?

Ich habe Victor 2019 bei der FreerideWorldTour kennengelernt. Wir haben uns sehr viel gegenseitig geholfen, um beispielsweise die competition lines einzustudieren. Nach dem Jahr sind wir dann beide Weltmeister geworden und es war klar, dass wir irgendwann ein Projekt zusammen machen wollten. Wir waren beide schon davor in Alaska aber konnten nie unser ganzes Potential zeigen. Deswegen war es cool, dieses Projekt zusammen zu starten. Es war ein Traum von uns, nochmal nach Alaska zurückzukehren, da es einfach der beste Ort der Welt zum Freeriden ist. Dort kann man wirklich rausfinden, was man kann und was nicht.

Wie fühlt es sich an abgeschieden von jeglicher Zivilisation unterwegs zu sein?

Das ging eigentlich, vor allem weil wir sicherheitstechnisch gut aufgestellt waren. Ich versuche das auch zu vermitteln, dass wir uns da nicht irgendwo runterstürzen, sondern eine Crew voller Profis dahintersteht. Christoph Thoresen und Jerome Tanon sind Voll-Profis, wenn es um Lawinen geht. Wir waren eine Crew, die sehr gut aufeinander geachtet hat und sollte wirklich was schief gehen, war auch ein Hubschrauber da. Wir haben uns schon gut ans Limit getrieben, aber es ist auch alles sehr gut durchdacht, vor allem wenn etwas schiefgehen sollte.

Wie ist der Schnee in Alaska im Vergleich zu den Alpen und wie würdest du die Natur in Alaska beschreiben?

Unglaubliche Natur und es schneit extrem viel! Wenn man auf einem Gipfel steht und herumschaut, sieht man so weit das Auge blicken kann, keine Zivilisation. Haines, ein kleines Dorf, ist noch das einzige in der Nähe. So eine Natur findet man bei uns nicht mehr. Wir haben verschiedene Tiere wie Elche und Adler gesehen. Es ist alles wild und schön, mit riesigen Gletschern, die runterlaufen. Sehr einzigartig!

Hat dich dieses Projekt persönlich und als Skifahrer weitergebracht?

Ich habe mich persönlich schon sehr an die Grenzen gebracht. Das Krasse da drüben ist, dass man tagelang mit Skiklamotten rumwartet, ob das Wetter nicht vielleicht doch noch aufreißt. Und auf einmal ist die Zeit da und 5 Minuten später steht man auf der Line seines Lebens. Diesen Traum erfüllt zu haben und sein Bestes dort zu geben hat mich schon sehr weitergebracht. Bei fast allen Projekten bisher wusste ich, dass da noch mehr geht aber dieses Mal beim Alaska-Projekt konnte ich richtig zufrieden sein. Es muss nicht extremer werden!

Hast du ein persönliches Highlight von dieser Reise?

Das Highlight war, als ich die Windlip durchgeschlagen habe. "Three Amigos" und "Birthday Bowl" zusammen mit dem Campingtrip waren mein Highlights. Dort mitten in der Verrücktheit zu sein...

„Von Befahrungen berühmter Lines, die in die Geschichte eingegangen sind, bis hin zur Camping-Mission inmitten einer noch nie befahrenen Bergflanke wird ihre Besessenheit zur Abfahrt in den Wahnsinn.“ Um welche Bergflanke handelt es sich und wie war es dort runterzufahren, in dem Wissen dass diese noch nie befahren wurde?

Das war "Sagrada Familia" direkt beim Camping Spot. Ich muss sagen, dass mir beides sehr gut gefällt. Bei "Three Amigos" wurde schon so viel von Ski- und Snowboardlegenden gefilmt und gefahren, das kann man sich wie auf einem Skateplatz vorstellen. Man weiß wer was gefahren ist und welche Tricks schon gemacht wurden. Für mich war es unglaublich cool, dort meinen Beitrag zu leisten. Aber auch wo hinzukommen, wo noch niemand war, war sehr beeindruckend. Ich bin gespannt, ob man in der Zukunft noch mehr von diesem Spot sieht; da geht noch mehr aber wir hatten leider nicht genug Zeit.

Mehr Einblicke zu Markus Eder und dem neuen Film findet ihr hier:

Instagram: instagram.com/markus1eder

"Circle of Madness" auf YouTube: youtube.com

Filmpremieren: circleofmadness.com

Mehr Infos zum Film: thenorthface.de

 

 

 

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