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Thema: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

  1. #1
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    Standard Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Hallo zusammen!

    Ich bin gerade auf der Suche nach meinem ersten Skitouren-Set. Zu meinem Profil: Ich bin 27, männlich, 1,79m groß und wiege irgendwas zwischen 75-80kg.
    Ich bin technisch kein sonderlich guter Skifahrer, komme aber jede Piste im Resort sicher runter. In den letzten paar Jahren bin ich leider kaum mehr auf Alpin-Ski gestanden, habe allerdings in jedem der letzten Jahre mehrtägige Skitouren (auch oftmals inkl. Gipfeltouren) im norwegischen Fjell gemacht - allerdings mit nordischen Backcountry-Ski, mit denen eine richtige Abfahrt kaum möglich ist. Erfahrung mit Fellen ist also zumindest vorhanden. Mein Alpin-Ski der letzten Jahre war ein Atomic Panic mit ich glaube 87mm Mittelbreite, im Fjell war ich mit schlanken Fischer E99 unterwegs


    Nun will ich mir aber endlich ein alpines Touring Set zulegen. Der Einsatzbereich wird erstmal hauptsächlich (vielleicht auch ausschließlich) weiterhin in Mittelnorwegen sein. Die Berge sind dort nicht allzu hoch, zum Gipfel sind es maximal 1000 Hm, meist aber eher 500-700 Hm. Neben einfachen Tagestrips auf einen Gipfel will ich mit den Tourenskiern aber auch längere Tagestouren machen, bei denen man mehrere Berge verbindet bzw. Mehrtagestouren, die recht Berg-/Gipfel-basiert sind. Das bedeutet: Oftmals wird es auch längere Approaches über gefrorene Seen oder durch hügeliges Waldterrain geben. Bei solchen Touren hätte ich dann auch einen etwas schwereren Rucksack mit Zelt, Schlafsack etc. dabei. Meine Touren in der Gegend waren bisher meist im März/April, ich habe dort selten wirklich tiefen Powder erlebt. Da die Baumgrenze sehr tief liegt, war ich bisher meist auf windgepresstem, festerem Schnee unterwegs. Manchmal auch etwas eisig, manchmal 20cm weicher Pulverschnee.


    Die Frage ist jetzt, welche Schuhe, Bindung und Ski am besten für mich und meine Vorhaben passen. Tendenziell (denke ich zumindest) sollte das Set-Up wohl eher aufstiegs- bzw. gehorientiert sein, damit längere Touren mit Approaches mehr Spaß machen, und da ich auch kaum in extremem Gelände oder sehr tiefem Schnee unterwegs sein werde.


    Ich habe mir für ein unschlagbares Angebot von nur 315€ die Dynafit TLT8 CR Expedition online bestellt, muss aber noch checken ob sie auch wirklich zu meinem Fuß passen. Jedenfalls dachte ich an Schuhe in diesem Gewichtssegment, die angenehm zum Laufen sind.
    Bei der Bindung habe ich mich aufgrund des Preis-Leistungsverhältnisses und geringen Gewichts etwas auf die Marker Alpinist (bei meinem Gewicht und Fahrstil dürfte die Alpinist 9 eigentlich reichen?) eingeschossen, bin da aber natürlich für alles offen.

    Am wenigsten entschlossen bin ich allerdings bei den Skiern, vor allem weil ich den Gewichts-Abfahrts-Tradeoff nicht beurteilen kann. Aus meiner Recherche raus würde ich meinen, dass Ski mit einer Mittelbreite > 90mm für meinen Einsatzzweck vermutlich überdimensioniert wären, bin da allerdings für andere Meinungen offen. Dementsprechend haben sich für mich aktuell folgende Kategorien herausgestellt:

    Superleicht:
    - K2 Wayback 80 (knapp unter 1kg pro Ski, 400€)

    Etwas schwerer und breiter:
    - K2 Wayback 88 (ca. 1,25kg, 370€)
    - Salomon MTN Explore 88 (ähnliches Gewicht, 300€)

    Ansonsten habe ich noch viele andere relevante Ski gesehen wie z.B. Blizzard Zero G, Atomic Backland, Völkl VTA etc.

    Was würdet ihr empfehlen? Wie seht ihr den Trade-Off zwischen einem superleichten, dünneren Ski wie dem Wayback 80 gegenüber einem etwas schwereren und breiteren Ski wie dem Wayback 88 oder Salomon 88? Oder sollte ich sogar noch breitere Ski in Betracht ziehen?


    Vielen Dank für jeglichen Input

  2. #2
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    für den Einsatzzweck würde ich etwas an die 90mm empfehlen. Das kann bergab noch Spass machen, bzw gearde im eher harten Schnee wird es das tun, und bergauf sowie im flachen solte es kaum stören. Größe würde ich in etwa Körperlänge wählen. Bindung eine leichte, tendenziell würde ich da eine klassische Dynafit nehmen, die sind erprobt.Bei den anderen gibts weiterhin noch mehr Probleme, meine ich, die nicht auf den Nutzer zurückzuführen sind. Du schreibst du kommt gut runter, dh du wirst nicht sonderlich viel Gas geben, also reicht eine der leichten 10er (meistens) bei dem Gewicht.

    Schuhwahl solltest du dir etwas mehr Mühe geben, da lohnt sich durchprobieren langfristig.
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  3. #3
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Danke für den Input!

    Das mit der Schuhwahl denke ich mir auch..normalerweise wäre ich da wohl auch eher in einen Laden gegangen, aber in dem Fall war mir das Angebot etwas zu verlockend. Ich habe sehr schmale Füße und werde mir eine orthopädische Einlegesohle für den Liner besorgen, da ich da ohne Support (Pronation ist das Problem in meinem Fall) bei Touren in den Backcountry-Schuhen immer Probleme hatte.

    Rein von der Größe her passt mir der Dynafit TLT8 glaube ich eigentlich ganz gut, habe in der Ferse gute 2 Finger Platz; der Stiefel dürfte also nicht zu klein sein. Die Ferse hat schon fast zu viel Spiel - wenn ich den Schuh fest zumache bin ich aber auch wirklich sehr gut fixiert (nur die Zehen haben vorne noch Bewegungsraum). Das einzige Problem: Am Knöchel drückt der Schuh leider, bzw. auf der unteren Seite des Knöchels. Ich habe den Schuh gestern (im Walk-mode, nur die untere Schnalle leicht geschlossen) ein paar Stunden angehabt, um zu sehen wie es sich über die Zeit anfühlt, und am Ende war es schon leicht unangenehm durch den Druck an den Knöcheln. Für lange Touren wohl nicht ideal.
    Wenn ich es richtig sehe kommt das Problem durch den im Knöchelbereich recht engen Liner. Das verstehe ich aber nicht ganz, weil mir der Schuh rein von der Länge her auf keinen Fall zu klein ist und ich ja eher schmale Füße habe. Kann nur leider nicht beurteilen, inwiefern der Druck an den Knöcheln z.B. durch das "Einlaufen" der Schuhe verschwinden würde.

    Im Zweifel muss ich wohl doch ins Fachgeschäft, auch wenn's dann teurer wird. Welchen Schuh in diesem Segment würdet ihr denn empfehlen? Es gibt da ja Kandidaten wie den Salomon S-Lab X-Alp oder Atomic Backland Carbon. Eine Stufe leichter Scarpa Alien RS, eine Stufe schwerer Tecnica Zero G Pro. Die Kategorie der TLT8 mit knappen 1,1kg schien mir ein ganz guter Kompromiss, und die Schuhe machen im Ski Mode auch einen recht festen Eindruck.


    Bzgl. der Bindung: Was spricht gegen die Marker Alpinist? Wäre das Argument pro Dynafit-Bindungen, dass diese für Mehrtagestouren eher verlässlich sind (Thema Materialversagen)? Mein Verständnis war, dass die Alpinist in der Abfahrtperformance überlegen wäre gegenüber den Dynafit-Bindungen in der Kategorie.


    Und zuletzt zum Ski. Ich verabschiede mich wohl von dem Gedanken mit den superleichten Ski - dafür werde ich wohl am Ende doch zu oft nur normale Tagestrips machen, wo mir die Abfahrtsperformance wichtiger ist als den aller-alleeleichtesten Ski am Fuß zu haben. Aber welche Ski in dieser Kategorie sind am ehesten zu empfehlen? Wayback 88 und Salomon MTN Explore 88 z.B. sehen auf den ersten Blick ja sehr sehr ähnlich aus. Der Ski sollte relativ einfach zu fahren sein und mit variablen Schneeverhältnissen klarkommen. Ich bin tendenziell nicht der Top-Speed Fahrer, deswegen überlege ich auch ob eine Länge etwas unter Körpergröße nicht besser passt und einfacher zu drehen ist.

  4. #4
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Also zum Ski kann ich dir sehr den Atomic Backland 85 empfehlen, den ich selber seit Jahren u.a. fahre. Ein super zuverlässiger Ski, gerade auch in harten Bedingungen. Dazu leicht (find ihn dafür trotzdem sehr stabil) und zudem ist er günstig zu haben. Für die schmale Breite finde ich ihn im relativ tiefen Schnee trotzdem gut aufschwimmend.

    Hab hier mal was dazu geschrieben gehabt:
    https://www.freeskiers.net/community...l=1#post424682

    Weiß allerdings nicht, ob an dem Ski inzwischen was geändert wurde außer dem Design.

    Ich denke von dem her, was du beschreibst, könnte das ein sehr geeigneter Ski für dich sein!

  5. #5
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Zitat Zitat von Fjellskier Beitrag anzeigen
    Danke für den Input!

    Das mit der Schuhwahl denke ich mir auch..normalerweise wäre ich da wohl auch eher in einen Laden gegangen, aber in dem Fall war mir das Angebot etwas zu verlockend.

    Bzgl. der Bindung: Was spricht gegen die Marker Alpinist?
    1) das klignt ziemlich sicher nach "passt nicht". Wenn du es so willst, bitte.
    2) es ist eine Marker. Wenn eine Firma 10-20% Fehlerrate zulässt bei solch einem wichtigen Teil und generell für miese Konstruktionen bekannt ist, einfach Finger weg.
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  6. #6
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Bindung mit Preis, Leistung, Verläßlichkeit ist Dynafit ST Radical Turn. Oder wer öfter stürzt, ganz alleine weit draußen wo man seine Sprunggelenke intakt braucht, Fritschi Vipec Evo mit vorn seitlicher Auslösbarkeit ist auch mittlerweile wohl ausgereift. Weiter wo anders rumsuchen nach Bindung mit gutem Preis-Leistungsverh. und verläßlich, schätze ich wird in dem Segment Touren moderater Schwierigkeit mit wenig Tiefschneeskills, bei wechselhaftem Schnee, alleine weit draußen, eher ein Rückschritt.

    Schuh mit 100 kg Kampfmontur bringt nichts, zu flimschig zu wählen. Wenn er nach 5 Minuten rumstehen bös drückt - nicht gut für längere oder kürzere Touren.

    Genauso wie Ski zu schmal und zu kurz = flächenarm.

    Wenn sich alles dann bei Windpress einfrisst und Kraftübertragung nicht vorhanden ist (man aber auch nicht mit Technik dagegen anzugehen weiß) dann sehnt man sich etwas mehr Ski und Schuh herbei, dann bleibt aber erstmal nur zu ächzen und zu fluchen.

    Atomic Backland 85, Wayback 88 ist bestimmt vernünftig. Viel Fläche haben die nicht für 100 kg auf deckeligem Schnee... Und relativ kleine Radien und viel Taille, was sich festfrisst.

    Vielleicht nen Wayback 96 eher. Da kannste auchgut Länge 1,70 nehmen, wenn du den 1,77 nicht möchtest. Je schmaler er wird, umso schmaler wird auch die Fläche und Tragfähigkeit, wenn man ihn eher kürzer möchte.

    Sicher sind auch obige OK in 170. Wenn der Schnee schwierig wird, kann man auch mit angezogener Handbremse rumrutschen oder mal tragen in der Abfahrt.

    Für mich war ein körperlanger Ski in 97 mm jedenfalls ne Offenbarung, nachdem ich mit nem körperlangen 78 mm Ski mich jahrelang abgequält hatte im Bruchharsch.
    Geändert von wanderer (09.02.2020 um 22:11 Uhr)

  7. #7
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Danke für das ganze Feedback!!

    Bitte nicht falsch verstehen, ich werde jetzt schon auch andere Schuhe anprobieren und nicht blind den ersten nehmen; ich weiß nur noch nicht 100% worauf ich da achten muss. Aber ich werd mal versuchen im Laufe der Woche in einen guten Laden zu schauen.

    Bzgl. dem Einsatzzweck: Ich werde auf den Tourenski keine Polarexpeditionen machen - für Touren mit hauptsächlich flacher Strecke machen weiterhin die nordischen Fjellski mehr Sinn (da kann man für den Gipfel dann vielleicht das Tourenset in den Pulka werfen). Die Tourenski sind wenn dann wohl eher bei Touren im Einsatz, wo man relativ schnell wieder zurück in der Zivilisation ist. Dementsprechend wäre ein Materialversagen zwar schon blöd, aber kein absolut uneingehbares Risiko.

    Meistens werden die Tourenski bei stinknormalen Tagestrips zum Einsatz kommen. Ab und zu mal für einen 2-3 Tagestrip, der gipfelbasiert ist.

    Der Punkt mit den Mehrtagestouren ist für mich eher, dass ich deshalb Gewicht sparen möchte. Für Tagestrips könnte ich tendenziell etwas mehr Fokus auf die Abfahrt legen, da sind ein paar Hundert Gramm mehr kein Super-GAU. Wenn eine spezielle Bindung jetzt ganz offenkundig Probleme mit Materialversagen hat, lasse ich aber natürlich die Finger davon.

    Was ist denn so der große Trade-Off zwischen den 300g/St. (Alpinist, Xenic, etc) und den vorgeschlagenen 600g/St. Bindungen? Geht es da um Sicherheitsfeatures für die Auslösung oder eher um Haltbarkeit?

    Ihr habt mich auf jeden Fall überzeugt, beim Ski mindestens etwas in Richtung 85/88mm zu nehmen. Ist ein 95er denn bei der Abfahrt generell überlegen wenn es nicht gerade um eine komplett eisige Piste geht, oder nur in ausgewählten Bedingungen?

    Da gäbe es dann z.B. Atomic Backland 95, Wayback 96 oder Salomon MTN Explore 95.
    Geändert von Fjellskier (10.02.2020 um 00:48 Uhr)

  8. #8
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Der Vorteil der Fläche ist, ähnlich wie von etwas Härte und Länge, wenn man dahergeschossen kommt, und man trifft auf unerwartetes, dann ist mehr Ski ein Schutz. Mit mehr Widerlager fährt man gediegener, und das auch sicherheitsrelevant.

    Ein minimaler Ski biegt sich und schlägt mehr, frisst sich schlimmer ein und verkantet.

    Mit nem mehr an Ski, gern auch weniger tailliert/mit größerer Radius und evtl. mit etwas Rocker vorn und hinten kann man etwas effizienter über schwierigen Schnee.

    95 mm Skibreite ist absolut keine Breite, die einem Kantenhalt im Wege stehen würde. Das liegt an Skidesign und Abstimmung, letztendlich auch ob die Kante schon stumpf ist. Einziger Nachteil, eisiger Aufstieg mit nem cm weniger ist leichter/man braucht Harscheisen später. Auch hier hilft schwächere Taillierung.

    Für die Basis Dynafit spricht die rigorose Erprobtheit. Für Vipec Evo die ergonomische Auslösung bei seitlichem Skiverdrehen an der Skispitze.

    Die Xenic ist die Bindung, die mich auch interessiert. Wenn du kein Problem damit hast, dass das Bananenware ist, und mal Stopper nicht aufgehen und sonstiges, und sie in ein, zwei Jahren überarbeitet und damit obsolet ist...

    PS: Trotzdem muss man Skifahren im Gelände erstmal lernen. Das geht mit nem 85er Backland ganz sicher auch. Bzw. weil der Ski nen cm mehr Breite hat, fährt er mitnichten von selber.
    Geändert von wanderer (10.02.2020 um 09:14 Uhr)

  9. #9
    Freeskier Avatar von albe
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Zitat Zitat von Fjellskier Beitrag anzeigen
    Was ist denn so der große Trade-Off zwischen den 300g/St. (Alpinist, Xenic, etc) und den vorgeschlagenen 600g/St. Bindungen? Geht es da um Sicherheitsfeatures für die Auslösung oder eher um Haltbarkeit?

    Es geht nichts ums Gewicht - taugliche Dynafits gibts so ab ~180g/Stueck (Superlight 2.0 z.B.) sondern darum ob die Dinger halten oder du als Betatester herhalten musst. Marker hat in der Beziehung einen ganz schlechten Ruf... wenn es unbedingt etwas anderes als Dynafit sein soll wuerd ich mir evtl. mal die Plum ansehen.
    Geändert von albe (10.02.2020 um 15:58 Uhr)
    I love the smell of napalm in the morning

  10. #10
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Zitat Zitat von albe Beitrag anzeigen
    Es geht nichts ums Gewicht - taugliche Dynafits gibts so ab ~180g/Stueck (Superlight 2.0 z.B.) sondern darum ob die Dinger halten oder du als Betatester herhalten musst. Marker hat in der Beziehung einen ganz schlechten Ruf... wenn es unbedingt etwas anderes als Dynafit sein soll wuerd ich mir evtl. mal die Plum ansehen.
    Verstehe! Ich hab' absolut kein Problem mit Dynafit, ich bin ein unbeschriebenes Blatt was die ganzen Touring-Brands angeht! Die Marker Alpinist hatte ich nur im Kopf, weil ich beim eigenen Recherchieren viel positives darüber gelesen habe und sie gewichtstechnisch gut dabei war.

    Wenn für meinen Einsatz sinnvoll, würde ich halt gerne grob bei den 300g pro Bindung bleiben. So wie ich das jetzt verstehe ist bei Bindungen aber scheinbar ein großes Thema, dass bei jüngeren Modellen oft die Qualität noch nicht gewährleistet ist, und die meisten leichten Bindungen scheinen noch nicht so lange am Markt zu sein.

    Ich werd mir dann jetzt mal genauer die Dynafits anschauen! Bessere Sicherheitsfeatures bei der Auslösung kriegt man aber quasi bei Gewichtsklassen unter einer Vipec Evo z.B. gar nicht?


    Danke auch @wanderer für die guten Erklärungen!

    Das mit dem Ski fahren im Gelände lernen ist mit Sicherheit ein guter Punkt Also ich bin jetzt nicht die komplette Pflaume - ich wollte aber kein falsches Bild erzeugen im Eröffnungspost. Ich bin schon ein halbwegs solider Skifahrer und war in der Vergangenheit auch ein bisschen im tieferen Schnee und Gelände unterwegs, aber gerade wegen der Inaktivität im Downhill über die letzten paar Jahre bin ich sicherlich ziemlich eingerostet. Ich bin aber auf jeden Fall eher ein "defensiver" Skifahrer und baller nicht den kompletten Hang im Schuss runter.

    Ich werd mir die Tage mal ein paar verschiedene Stiefel anziehen plus schau mich jetzt etwas um zu Bindungen und Skiern die in Frage kommen!

  11. #11
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Ich hab mich also nochmal etwas umgeschaut im Netz

    Das Thema Bindung verunsichert mich nach eurem Input hier jetzt deutlich mehr als vorher. Man findet gerade über die leichten Pin-Bindungen (< 400g) viel Negatives was die Sicherheitsauslösung angeht (diverse Tests, z.B. hier: https://www.alpin.de/tests-produkte/...ngen_2020.html). Ich kann das alles leider nicht genug beurteilen. Die seitliche Auslösbarkeit vorne bekommt man ja scheinbar erst ab einer Vipec Evo, die dann mit ca. 600g ins Gewicht schlägt.

    Wie wichtig ist dieses Feature de facto in der Praxis? Könnt ihr mir das vielleicht etwas für den Laien erklären? Mein Fahrstil ist wie gesagt im Zweifel schon eher defensiv geprägt (sprich meine Schwelle für Risiko bei der Abfahrt liegt denke ich eher niedrig als bei manch anderem), und ich stürze jetzt auch nicht regelmäßig auf Skiern, das ist schon eher eine Ausnahme. Darüber hinaus bin ich die Berge dort bisher ja auch auf Langlaufskiern mit Stahlkanten und einer nordischen Bindung runter gekommen, ohne mich ständig hinzulegen

    Ich habe an einigen Stellen gelesen, dass die 300g-Bindungen für solche Nutzer in Frage kommen, die mitunter recht lange Touren machen wollen, bei denen es aufs Gewicht ankommt; die in der Abfahrt aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht stürzen werden. Rational gesehen würde ich mich auf jeden Fall in diese Kategorie einordnen, allerdings macht mir der Gedanke einer nicht-auslösenden Bindung im Ernstfall schon auch Sorgen.

    Jedenfalls ist mein Verständnis jetzt: In Frage kommen entweder eine Bindung aus der leichteren Kategorie (z.B. Fritschi Xenic) oder die Vipec Evo. Noch schwerer als Vipec Evo wäre für meinen Einsatz denke ich definitiv zu schwer und die Vipec scheint ja die einzige Bindung mit dem Gewicht und der Frontauslösung zu sein? Zum Thema Haltbarkeit/Material habe ich zur Vipec aber leider auch ein paar negative Sachen gelesen mit abfallenden Steighilfen und brechenden Plastikteilen.

    Bei den Skiern tendiere ich nach eurem Input und weiterer Recherche mittlerweile auch zu schwereren/breiteren Modellen als anfangs. Neben den bereits genannten Klassikern wie Wayback 88/96, Salomon MTN Explore 88/95, Atomic Backland 85/95 bin ich jetzt auch noch über den Line Vision 98 gestolpert, der angeblich für sein relativ geringes Gewicht (1,5kg bei 179cm) sehr gute Fahreigenschaften auch bei wechselhaftem Schnee haben soll.

    Die beiden "Extreme", die als Ski+Bindungs Set-Up für mich in Frage kommen, sind dann quasi sowas wie:

    - Wayback 88, Fritschi Xenic (ca. 1,6kg)
    - Line Vision 98, Vipec Evo (ca. 2,1kg)

    Gerade das Vision + Vipec Set-Up klingt für mich ziemlich nice, damit könnte man auch mal ein bisschen im Resort oder bei einfachen Skitouren nahe der Zivilisation rumspielen. Allerdings weiß ich nicht, ob das Set-Up für Tage mit langen Approaches durch wechselhaftes Terrain auch noch so sinnvoll ist?

    Wenn das Sicherheits- & Performance-Plus der Vipec Evo nur recht gering ist, würde ich auf jeden Fall gerne die 250g bei der Bindung sparen und eine leichtere Variante wählen. Also z.B. Vision 98 mit der Fritschi Xenic. Sehr vorteilhaft wäre auf jeden Fall auch eine Bindung, die ohne Ausstieg aus der Bindung von Walk- auf Ski-Mode (und anders herum) umgestellt werden kann, da das bei meinen Touren im Fjell öfters vorkommen wird als bei ganz klassischen Bergtouren.

    Beim Schuh muss ich die Anprobe und Beratung abwarten, aber da will ich auf jeden Fall etwas, was sehr gut "walked". Gerade wenn ich auch mal ein paar Tage mit Kollegen auf nordischen Skiern unterwegs bin.

    Ende März/Anfang April bin ich direkt zwei Wochen in Norwegen und werde dort die ganze Zeit auf Skitouren unterwegs sein. Am liebsten würde ich vor Ort interessante Ausrüstung leihen und selbst Erfahrungen sammeln, aber leider gibt es da wohl nicht das wonach ich suche + die Leihkosten kommen dann auch schon auf 1/3 von Neukauf.

    Wenn ihr mir zu dem Bindungs- und Skithema noch etwas Input geben könntet wäre ich sehr dankbar!
    Geändert von Fjellskier (11.02.2020 um 19:45 Uhr)

  12. #12
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Das mit der Fritschi Sicherheitsauslösung ist ein Langzeitding. Wenn du jedes Jahr einen schlimmen Sturz machst, erspart dir die Fritschi vielleicht in fünf Jahren einen Bänderanriss. Also jetzt man grob spekuliert.

    Wenn man agressiver fährt (eh nicht angesagt, schon gar nicht alleine irgendwo), dann ist man mit der Fritschi besser beraten.

    Du kannst als vorsichtiger Fahrer der nicht in wildem Gelände fährt deinen Z-Wert bei Dynafit auf Anfängerwert stellen, dann fliegen die Ski halt zeitig weg und gut.

    Wenn du eine Bindung willst, die du beim drinstehen zwischen den Modi wechseln kannst, dann musst du die Vipec Evo nehmen.

    1500 Gramm Ski und 600 Gramm Bindung ist wirklich moderat, daran gibt es gar nichts auszusetzen, auch nicht für richtig lange Touren. Eine Dynafit ST Radical Turn tut es genauso. Wobei ich bezweifle, dass an ner aktuellen Vipec Evo was abbricht

    Nur wenn man rennen will. Dann nimm einfach eine Xenic und gut. Oder vielleicht kann man sich auch auf ne teurere ATK R12 inlassen. Die leichten Dynafit wie Superlight 2.0 haben keine verstellbare Sohlenlänge, wenn mal nen neuer Skischuh ansteht. Wenn es erprobt und unbedingt leicht und billig sein soll, dann eher Dynafit Speed Turn 2.0 und auf den Stopper verzichten. Aber ich find's unpraktischer, damit im abschüssigen einzusteigen, und es droht Skiverlust, und Fangriemen ist bäh.

    Das ist letztendlich gehupft wie gesprungen.

    An Ski würde ich gar nicht groß weiter schauen als Line Vison 98, bestimmt ein ganz feiner Ski. Ebenso nen Wayback oder Backland, sei es 85 oder 95. 85 quert dir halt leichter und is leichter, mit dem 95er hast du in der Abfahrt mehr Spass.

    Interessant ist noch, ein leichtes Fell nehmen, wie Colltex Tödi.

  13. #13
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Zitat Zitat von wanderer Beitrag anzeigen
    Das mit der Fritschi Sicherheitsauslösung ist ein Langzeitding. Wenn du jedes Jahr einen schlimmen Sturz machst, erspart dir die Fritschi vielleicht in fünf Jahren einen Bänderanriss. Also jetzt man grob spekuliert.

    Wenn man agressiver fährt (eh nicht angesagt, schon gar nicht alleine irgendwo), dann ist man mit der Fritschi besser beraten.

    Du kannst als vorsichtiger Fahrer der nicht in wildem Gelände fährt deinen Z-Wert bei Dynafit auf Anfängerwert stellen, dann fliegen die Ski halt zeitig weg und gut.
    Mit einer tendenziell zu leichten Auslösung hätte ich glaube ich kein riesiges Problem, ich werde keine extrem exponierten Steilhänge fahren bei denen das ein No-Go wäre. Wenn das also eine ähnlich "sichere" Alternativlösung ist zur größeren Bindung, wäre das für mich interessant.

    Zitat Zitat von wanderer Beitrag anzeigen
    Wenn du eine Bindung willst, die du beim drinstehen zwischen den Modi wechseln kannst, dann musst du die Vipec Evo nehmen.
    Es kommt ein bisschen drauf an, wie lange das Hantieren mit den anderen Bindungen dauert. Es wird halt öfters mal vorkommen, dass man z.B. eine 50Hm Abfahrt mit Fellen macht, wenn man da easy umstellen könnte wäre das schon praktisch. Das ist halt so ein Punkt wo praktische Erfahrung gut wäre mit einer Tourenbindung. Wahrscheinlich kann man solche kurze Zwischenabfahrten aber auch einfach im Walkmode machen (wäre ja nicht großartig anders als die Abfahrt mit nordischen Skiern, vermute ich mal).

    Die leichten Bindungen sparen die Zeit für das Aussteigen und Umstellen im Zweifel außerdem halt auch wieder im Aufstieg..

    Zitat Zitat von wanderer Beitrag anzeigen
    1500 Gramm Ski und 600 Gramm Bindung ist wirklich moderat, daran gibt es gar nichts auszusetzen, auch nicht für richtig lange Touren. Eine Dynafit ST Radical Turn tut es genauso. Wobei ich bezweifle, dass an ner aktuellen Vipec Evo was abbricht

    An Ski würde ich gar nicht groß weiter schauen als Line Vison 98, bestimmt ein ganz feiner Ski. Ebenso nen Wayback oder Backland, sei es 85 oder 95. 85 quert dir halt leichter und is leichter, mit dem 95er hast du in der Abfahrt mehr Spass.

    Interessant ist noch, ein leichtes Fell nehmen, wie Colltex Tödi.
    Der Vision 98 gefällt mir auch richtig gut..aufgrund des relativ starken Rockerprofils sollte ich den aber dann vermutlich auf jeden Fall in Körperlänge wählen (wären genau die 179cm bei mir) und nicht kürzer, oder?

    Ich tendiere auf jeden Fall zur Kombi Vision 98 + Vipec Evo. Was das Gewicht/Skibreite beim Aufstieg angeht, stresst mich das in dem Fall auch gar nicht soo sehr. Ich denke eher an längere Approaches (Kick-and-Glide auf gefrorenem See, Spuren durch teilweise tieferen Schnee in hügeligem Waldgebiet, etc.) zusammen mit den Kollegen auf federleichten nordischen Backcountry-Skiern. Aber tendenziell vermute ich ist da eher die Wahl eines bequemen Schuhs mit viel Bewegungsfreiheit im Walk Mode von Priorität?

    Danke für den Vorschlag zum Fell, da muss ich mich eh noch schlau machen und werde direkt mal mit dem vorgeschlagenen beginnen!

  14. #14
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Also wenn du minimal geringer den Z-Wert bei der Dynafit stellst als bei der Fritschi, und du hast einen recht gutmütigen Ski und fährst sehr kontrolliert, und stürzt kaum je, dann glaub ich nicht, dass man bei ner Dynafit irgendwie von Sicherheitseinbuße sprechen kann. Die Fritschi Xenic hat eh auch die seitliche Auslösbarkeit vorne wie die Vipec Evo.

    Wenn du für Wechsel der Modi Felle dran / ab machen musst, musst du eh aussteigen. Klar. Da ist es egal.

    Um eben auf Fellen ein paar Sekunden bergab zu rutschen stellt man kaum auf Abfahrt um. Die Vipec hat auch ne Sicherheitsauslösung im Aufstiegsmodus. Xenic nicht, Dynafit vermutlich, wenn man nicht zu fest den Hebel festgeknallt hat?

    Die Vipec ist halt geil, wenn man von der Abfahrt ins Flache kommt, dann kann man mit dem Stock auf Gehen umschalten, Stiefelschnallen öffnen, und kann in der Ebene im Gehmodus direkt ohne Felle schreiten. Ob man deshalb unbedingt Fritschi haben muss, nein. Aber es ist nett!

    Kriegsentscheidend ist für mich Haltbarkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit der Auslösung, Gewicht und Preis. Mit Gewichtung wie man es möchte. Richtig und falsch gibt es da eher nur individuell.

    Ich denke auch nicht, dass du einen Line Vision zwingend in Körperlänge nehmen musst. Ich kenne Leute, die wollen partout einen kürzeren Ski, weil sonst Spitzkehren präziser und flacher angewandt werden müssen. Was aber auch schult, präzise Technik anzugewöhnen.

    Ganz sicher kannst du den auch in 172 erfolgreich fahren. Umso mehr wenn Gewicht ein Thema ist, zumal längere Felle auch mehr wiegen.

    Wenn du den Line Vision in 179 fährst, denke ich du hast schon ein gut abfahrtsorientiertes Setup, dass deine Anforderungen schon gut übererfüllt. Etwas Fläche ist auch gut, um im Tiefschnee zu spuren.

    Ich hab vom ersten Ski an nicht unter Körperlänge gewählt (abfahrtsorientiert) und halte das für sinnvoll.

    Weiß nicht wie andere hier das alles im Detail sehen, bezogen auf deinen Fall.

    Skitourenstiefel haben alle genug Raum für ausladende Schritte meines wissens. Einfach Schnallen weit öffnen. Hauptsache der Schuh passt, ist bequem aber formschlüssig, und ist belastbar und hoffentlich nicht auf der weichen Seite.

    PS: wenn es wie du sagtest dort windgepresst und sehr hart ist, mag es auch sein, dass dir nen 88er Wayback oder 85er Backland etwas unter Körperlänge besser entgegenkommt um der Aufstiege willen! Hat, wie schon richtig erkannt, eben alles seine trade offs .
    Geändert von wanderer (11.02.2020 um 22:20 Uhr)

  15. #15
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Zitat Zitat von wanderer Beitrag anzeigen
    PS: wenn es wie du sagtest dort windgepresst und sehr hart ist, mag es auch sein, dass dir nen 88er Wayback oder 85er Backland etwas unter Körperlänge besser entgegenkommt um der Aufstiege willen! Hat, wie schon richtig erkannt, eben alles seine trade offs .

    In dem Video hier sieht man eigentlich ganz gut welchen Charakter Berge und Schnee dort haben, mal eine kleine Schicht weicher Neuschnee, oft aber auf den windexponierten Seiten auch recht hartgepresster Schnee: https://www.youtube.com/watch?v=X_T6BcccN2o

    Was die Fähigkeit der Ski im Gehmodus angeht, ist mir aber auch das Verhalten in der Ebene bzw. rolling terrain recht wichtig, weil das im Fjell oft gefordert ist. So gesehen ist Fläche da vielleicht wirklich gar nicht so schlecht, bei den nordischen Skiern hat man halt oft das Problem, dass man ordentlich einsinkt im tiefen Schnee (oft der Fall unterhalb der Baumgrenze). Weniger Gewicht und mehr Wendigkeit (kürzere Ski) sind da natürlich immer von Vorteil - die nordischen Ski sind tendenziell aber noch deutlich länger, meine Fischer E99 sind irgendwas um die 2 Meter lang.

    Für den Kantenhalt auf hartem Schnee in der Abfahrt ist ein breiterer Ski wie der Vision 98 aber quasi nicht wirklich schlechter als ein 88er Wayback?

    Tausend Dank für den ganzen wertvollen Input!!

  16. #16
    Freeskier Avatar von Kartoffelstampfer
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Hab mir jetzt tatsächlich das Video angeschaut weil ich mir es nicht genau vorstellen konnte was Du, bzw. Ihr dortoben so fahrt. Hoffentlich sind die Doppelstockeinsätze eher nicht deine Skills.
    Bin kein Tourengeher, nur wenn ich muss. Aber ich stehe auf robustes bzw. nachhaltige Produkte im Sinne der Lebensdauer.

    Schuh muss passen, der Dynafit ist raus. Irgendein leichter mit etwas Stabilität (nicht Alien) sollte es werden, für den eher schlechteren Schnee und den nötigen Kantenhalt.

    Bindung empfehle ich im Sinne der Zuverlässigkeit die G3 ION. Besser als Dünnundfit. Aber nicht so viele Sicherheitsfeatures wie die Fritschies.

    Ski, also wenn ich den Schnee sehe(und ich nehme an das sind eher gute Bedingungen im Video) würde ich von den K2s und anderen Ski mit den eher kleinen Radien und "klassischen" Carvingshapes abraten. Die Verschneiden schneller wenn es ruppiger wird. (Wenn es immer so schön glatt ist, bitte die Einschätzungen hier verwerfen.) Ich würde eher Ski mit grösseren Radien und mehr Taper empfehlen. Spontan sowas wie der Down Lowdown 90.
    jo, generell gilt: viel taillierung=eher schlecht abseits.

  17. #17
    Freeskier Avatar von obi wan kenobi
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Zitat Zitat von Kartoffelstampfer Beitrag anzeigen
    Hab mir jetzt tatsächlich das Video angeschaut weil ich mir es nicht genau vorstellen konnte was Du, bzw. Ihr dortoben so fahrt. Hoffentlich sind die Doppelstockeinsätze eher nicht deine Skills.
    Bin kein Tourengeher, nur wenn ich muss. Aber ich stehe auf robustes bzw. nachhaltige Produkte im Sinne der Lebensdauer.

    Schuh muss passen, der Dynafit ist raus. Irgendein leichter mit etwas Stabilität (nicht Alien) sollte es werden, für den eher schlechteren Schnee und den nötigen Kantenhalt.

    Bindung empfehle ich im Sinne der Zuverlässigkeit die G3 ION. Besser als Dünnundfit. Aber nicht so viele Sicherheitsfeatures wie die Fritschies.

    Ski, also wenn ich den Schnee sehe(und ich nehme an das sind eher gute Bedingungen im Video) würde ich von den K2s und anderen Ski mit den eher kleinen Radien und "klassischen" Carvingshapes abraten. Die Verschneiden schneller wenn es ruppiger wird. (Wenn es immer so schön glatt ist, bitte die Einschätzungen hier verwerfen.) Ich würde eher Ski mit grösseren Radien und mehr Taper empfehlen. Spontan sowas wie der Down Lowdown 90.
    Vielleicht nach den ganzen Ausrüstungsvorschlägen (die für richtig halte) noch eine Anmerkungen: Egal welcher Ski es wird, fahr ihn im Skigebiet "ein" - soll heißen nimm Dir die Zeit den Ski kennenzulernen. Das geht nur mit vielen Kilometern. Dann werden die Abfahrten auch ein Spaß. Alternativ kannst Du Dein altes Set-up nehmen und Geld in Privatstunden mit einen Skilehrer investieren. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die verbessert werden müssen und der alte - vermeintlich schlechte - Ski überrascht mit "neuen" Qualitäten. War bei mir der Fall und hat meinen Materialfetischismus deutlich gelindert
    No hard feelings necessary. That grizzled old French guide certainly doesn’t have any—he’s planning to have a coffee, pull his one-piece out of his ass crack and get on with his day, preferably shredding the gnar with a cigarette dangling out of his mouth and hair in the wind, and then make out with a Russian princess later on. C’est la vie.

  18. #18
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Zitat Zitat von obi wan kenobi Beitrag anzeigen
    Vielleicht nach den ganzen Ausrüstungsvorschlägen (die für richtig halte) noch eine Anmerkungen: Egal welcher Ski es wird, fahr ihn im Skigebiet "ein" - soll heißen nimm Dir die Zeit den Ski kennenzulernen. Das geht nur mit vielen Kilometern. Dann werden die Abfahrten auch ein Spaß. Alternativ kannst Du Dein altes Set-up nehmen und Geld in Privatstunden mit einen Skilehrer investieren. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die verbessert werden müssen und der alte - vermeintlich schlechte - Ski überrascht mit "neuen" Qualitäten. War bei mir der Fall und hat meinen Materialfetischismus deutlich gelindert
    Ich stimme dem Ratschlag grundsätzlich wirklich zu, aber in dem Fall ist mein alter Ski sowas:

    https://static.sport-conrad.com/out/...713_040_03.png

    Das sind absolut geile Dinger für längere Touren in der Wildnis, aber für spaßige Abfahrten sind sie nicht gemacht xD
    Ein Skikurs würde mir aber trotzdem gut tun, den Punkt werde ich mir mal merken.

    Ski, also wenn ich den Schnee sehe(und ich nehme an das sind eher gute Bedingungen im Video) würde ich von den K2s und anderen Ski mit den eher kleinen Radien und "klassischen" Carvingshapes abraten. Die Verschneiden schneller wenn es ruppiger wird. (Wenn es immer so schön glatt ist, bitte die Einschätzungen hier verwerfen.) Ich würde eher Ski mit grösseren Radien und mehr Taper empfehlen. Spontan sowas wie der Down Lowdown 90.
    Es ist schon meist glatt würde ich sagen, aber oft halt hartgepresst oder stellenweise eisig. Kann natürlich auch daran liegen dass ich meist im Frühjahr dort unterwegs bin. Würde bei Verhältnissen wie im Video quasi ein Ski >90mm wieder weniger Sinn machen? Was den Radius angeht haben mehr oder weniger alle Ski die ich in hiesigen Shops finde ähnliche Radien im Bereich 18-20m. Den Down Ski finde ich leider gar nicht in Deutschland!

    Bei bergwerker.de gibt es bis Ende der Woche 15% Rabatt auf alles, die haben neben Salomon MTN Explore 88 und Atomic Backland 85/95 z.B. auch die Black Crows Orb Freebird mit 91mm Mittelbreite im Angebot, der ist vielleicht auch interessant. Preislich wären die Ski dort jetzt halt unschlagbar, den Salomon mit einer Fritschi Xenic inkl. Stoppern und Harscheisen würde ich da jetzt für ca. 600€ bekommen.

    Bock habe ich jetzt nach eurer Beratung hier auf jeden Fall eher auf sowas wie den Line Vision 98, aber es muss natürlich auch Sinn machen für das Gelände in dem ich meistens unterwegs sein werde.
    Geändert von Fjellskier (12.02.2020 um 19:50 Uhr)

  19. #19
    -
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    für was du beschreibst, vor allem wegen der aufstiege, mag der down 90 vom sidecut her besser passen als der line. also frühjares-/firn-/hochtourenski. ich würde den evtl. auch als spezialski anschaffen. für hochwinter, naja, hat der zu marginale schaufel- und heckbreite der zahnstocher.

    ich wende bei mir auch das prinzip an, radien unter 20 m zu meiden. ne carvingspezialisierte taille von 15 m beim tourenski? wüsste auch nicht warum. hakelt nur.

    xenic müsste nicht das schlechteste sein, wenn man leicht will, und akzeptiert, dass sie net gänzlich ausgereift ist.

    lieber nochmal nach den regeln der kunst nen optimalsten tourenskischuh erarbeiten.

    ski gehen die schon alle und andere auch.
    Geändert von wanderer (13.02.2020 um 09:27 Uhr)

  20. #20
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    Standard AW: Skitouren Set-Up für das norwegische Fjell

    Update

    Ich war heute endlich im Laden um mir passende Schuhe zu besorgen. Der Verkäufer hat mir nach Vermessung meiner Füße (welche recht schmal sind) zu Scarpa geraten. Anprobiert habe ich den Alien RS, den F1 und noch den Atomic Backland Carbon.

    Gerade vor dem Hintergrund der längeren Distanzen auch in der Ebene hat mir die extreme Bewegungsfreiheit im Walk Mode bei Alien RS und Backland Carbon doch deutlich besser gefallen als beim Scarpa F1. Von der Passform her war mir der Atomic aber leider etwas zu weit, die Scarpas haben da deutlich besser zu meinem Fuß gepasst. Was mir am Alien RS nicht 100% gefällt ist der nicht-progressive Flex, steif genug für mich fühlt er sich auf jeden Fall an. Ich hatte darin auf jeden Fall den besten Kontakt zwischen Fuß und Stiefel, und im Walk Mode ist er halt eine ganz andere Klasse gewesen.

    Einlegesohle habe ich mir dort anpassen lassen für meinen Knick-Senkfuß. Für Innenschuh verformen und evtl. an der Schale arbeiten war heute aber keine Zeit mehr. Der Schuh sitzt auf jeden Fall sehr eng (die nächste Größe war mir aber dann auch wieder zu weit). Gedrückt hat in allen Schuhen der Knöchel auf der Innenseite. Mit den Einlagen ist es jetzt etwas besser aber vermutlich noch nicht ganz behoben..da muss vielleicht noch was gemacht werden. Werde den Schuh einfach mal viel tragen wenn ich zu Hause bin und dann vermutlich nochmal nachbessern lassen.

    Zu dem Schuh werde ich mir dann jetzt aber auf jeden Fall eher eine leichtere Ski/Bindungs-Kombi aussuchen, damit das alles zusammen Sinn macht. Sprich ich denke an Ski wohl mit Taille um die 88mm, und eine Bindung aus der 300g-Kategorie.

    Der Verkäufer hat mir aufgrund der Unerprobtheit auch von der Fritschi Xenic abgeraten; er hat mir die Marker Alpinist empfohlen und meinte, dass es damit wohl nicht wirklich Probleme gab.

    Bei den Skiern meinte er auch, dass es zwischen K2 Wayback 88, Salomon MTN Explore 88 etc am Ende nicht viel Unterschied gibt. Er hat mir noch den Dynastar Mythic 87 Pro empfohlen. Der Ski sieht auch tatsächlich nach Spaß aus, hat aber auf jeden Fall sehr starke Taillierung und weicht von eurem Ratschlag ab, eher einen Ski mit langem Radius zu nehmen. Ist jemand hier vielleicht schon den Dynastar gefahren und kann etwas zu dem Ski sagen?
    Geändert von Fjellskier (05.03.2020 um 23:10 Uhr)

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