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  1. #181
    Freeskier
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Kann es sein, dass gestern unter dem Artikel noch nicht die Anzahl der Unglücke geführt/ungeführt gestanden ist?

    Gruaß
    Simon

  2. #182
    Freeskier Avatar von klar
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Zitat Zitat von Simon Pfandler Beitrag anzeigen
    Warum in Amerika der Fokus weniger auf Gefahrenstufe und Hangneigung gelegt wird, wurde mir immer so erklärt, dass dort der Lagebericht nicht auf unserem Niveau sei und die Hangneigungskarten weniger verbreitet sind, aber das dürfte sich inzwischen ja geändert haben?
    Das ist sicher ein Teil davon und vermutlich ist das zumindest gebietsweise schon auch immer noch so (vermute ich, weiß ich nicht). Ich finde den Kontrast trotzdem interessant, ohne es irgendwie werten zu wollen. Bei uns läuft es, vereinfacht gesehen, auf eine Beziehung Gefahrenstufe - Hangneigung heraus. Der Avaluator stellt hingegen viel allgemeiner eine Beziehung her zwischen Schneebedingungen und Gelände. Die Warnstufe fließt in den Block "Schneebedingungen" mit ein (nur ab erheblich und höher), die Hangneigung in "Gelände" (es wird nur zwischen über/unter 30° unterschieden).

    Diese Art von "wenn ich XY vermeide, vermeide ich automatisch Z Prozent der Lawinenunfälle" Methoden beruhen afaik immer auf einem Datensatz von Unfallanalysen für eine bestimmte Region (beim Avaluator halt Kanada). Ich frage mich, ob es grundlegende Unterschiede gibt zwischen den Alpen und Nordamerika (anderer Schneedeckenaufbau, anderes Gelände, was weiß ich), oder ob die unterschiedlichen Herangehensweisen rein auf methodischen Unterschieden (Art der Auswertung, Fokus auf anderen Faktoren, Qualität der Datengrundlage) beruhen.

    Der Zusatz in dem TT Artikel war gestern schon da, meine ich. Ohne zu wissen wie viele geführte und ungeführte Gruppen unterwegs sind, sagt das nicht viel aus. Oder fließt das schon irgendwie mit ein in die Zahl?
    if it's something we can share, we can steal it.

  3. #183
    Freeskier Avatar von knut
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass da irgendetwas mit einfließt.
    Das klingt für mich nach einem Funktionär mit dem einfachen Gedanken "Ich kenne da eine Zahl - und die klingt gut."

    Wenn da aber keine Relation zum Gesamtverhältnis erfolgt ist, klingt die Zahl für mich eher schlecht, denn in meiner persönlichen und rein subjektiven Wahrnehmung ist sicher nicht jede 5te Gruppe am Berg geführt.

    Insofern kann man die Aussage auch relativ gut einordnen, wenn man das Modul Gesunder_Menschenverstand_2.1 aus dem Grundkurs Medienkompetenz anwendet: a) jede 5te Gruppe geführt wäre schon extrem optimistisch geschätzt. b) Unvallverhältnis 1:4 hiesse in Kombination mit a) höchstens 1 Lawinenunfall in 25 dürfte mit Bergführer sein, damit die Zahlen passen können. Ohne jetzt die Unfallberichte der letzten Jahre alle zu recherchieren, bin ich ziemlich sicher, dass der Anteil der Unfälle mit Führung deutlich höher als 1/25 ist. Vermutlich eher bei 1/5.

    Und dann klingt die Zahl für mich eben gar nicht gut.
    Nun muss man den Bergführern natürlich zugute halten, dass sie mit ihren Klienten im Durchschnitt wohl in Anspruchsvolleren Gelände unterwegs sind, denn nimmt man für leichte Touren eben keinen Führer.
    Geändert von knut (20.03.2017 um 08:51 Uhr)
    “Anti-intellectualism has been a constant thread winding its way through our political and cultural life, nurtured by the false notion that democracy means that 'my ignorance is just as good as your knowledge.'" ― Isaac Asimov

  4. #184
    Freeskier Avatar von klar
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Zitat Zitat von knut Beitrag anzeigen
    Nun muss man den Bergführern natürlich zugute halten, dass sie mit ihren Klienten im Durchschnitt wohl in Anspruchsvolleren Gelände unterwegs sind, denn nimmt man für leichte Touren eben keinen Führer.
    Meinst du? Ich habe eher den Eindruck, dass der Großteil geführter Gruppen nicht in sonderlich anspruchsvollem Gelände ist, bzw nicht in anspruchsvollerem Gelände als andere Leute. Siehe das typische Arlberg Guiding,die zahllosen Skitouren Kurse usw. Ich glaube viele Leute nehmen für einfache Touren sehr wohl einen Führer.
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  5. #185
    Freeskier Avatar von renegade5569
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Zitat Zitat von klar Beitrag anzeigen
    Meinst du? Ich habe eher den Eindruck, dass der Großteil geführter Gruppen nicht in sonderlich anspruchsvollem Gelände ist, bzw nicht in anspruchsvollerem Gelände als andere Leute. Siehe das typische Arlberg Guiding,die zahllosen Skitouren Kurse usw. Ich glaube viele Leute nehmen für einfache Touren sehr wohl einen Führer.
    Am Arberg auf jeden Fall.
    Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...

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  6. #186
    Freeskier
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Zitat Zitat von klar Beitrag anzeigen
    Der Zusatz in dem TT Artikel war gestern schon da, meine ich. Ohne zu wissen wie viele geführte und ungeführte Gruppen unterwegs sind, sagt das nicht viel aus. Oder fließt das schon irgendwie mit ein in die Zahl?
    Kann mir auch nicht vorstellen, dass da noch was einfließt, wird einfach die Anzahl der geführten Gruppen zur Anzahl der ungeführten Gruppen an Lawinenereignissen sein. Der Rest ist aber nicht so schwer abzuschätzen:

    Eine sehr konservative Einschätzung:
    Wenn ich die ungefähre Mitgliederzahl des Bergführerverbandes in Österreich nehme (1600) mit ca. 100 Tourentagen (PG Statistik) und den 6 Teilnehmern pro Tour (glaube das ist die eigentlich empfohlene Höchstzahl) zusammenrechne:
    1 600x100x6=488 000 Tourenteilnehmertage
    In Österreich üben weit über 500 000 Personen den Schitourensport aus (Zahlen und Fakten) die Anzahl der Tourentage pro Jahr finde ich auf die schnelle nur für die Schweiz (slf) und wird dort mit 10 angegeben. Glaube das kommt auch für Österreich hin.
    500 000x10=5 000 000 also würde ich ein Verhältnis von ca. 1:10 erwarten. Würde so vom Gefühl her sagen das ist ein wenig zu konservativ geschätzt.
    Sicher spielen hier noch Faktoren wie ausländische Gruppen (betroffen sind aber auch ausländische ungeführte Gruppen), Pistentouren werden ohne Führer unternommen, anspruchvolles Gelände eher einen Führer usw. hinein.

    Gruaß
    Simon

  7. #187
    Freeskier Avatar von Dicki
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Da ich ein bekennender Altschneehasser bin und vor nichts mehr Angst habe, hier ein Vorschlag von mir. Stellt lediglich eine halbgare Idee aus diesem Winter dar.
    Man streicht den primären Faktor für die Beurteilung für einen altschneegefährdeten Hang, lässt aber das Gefahrenpotential unberührt. Wie komm ich darauf? Durch die Auslösung der Altschneeschicht ist das Gefälle nicht primär das ausschlaggebende Kriterium. Die letzten Unfälle haben gezeigt, dass die Möglichkeit zur Fernauslösung besteht. Demnach müsste ich immer den kompletten Hang beurteilen und nicht nur die Hangbereiche nach Abhängigkeit der LLB Stufe. (Spur, Umgebung, Hangbereich, gesamter Hang).
    Was der Nebeneffekt ist, ich lenke den Fokus viel mehr auf die beiden verbliebenen Faktoren und Gewichte diese deutlich höher. Ebenso reduziere ich etliche Hänge schon automatisch aus meiner Auswahl.
    Der sekundäre Faktor führt mich faktisch aus den gefährdeten Hängen heraus. Dadurch darf ich reine Nordhänge nicht mehr fahren, wenn nicht Stufe 1 herrscht. Ab LLB 2 kann ich nicht mehr soweit reduzieren, bis die Gefahr auf ein akzeptables Risiko sinkt. Demnach halte ich mich aus „schattigen Nordhängen“ heraus und fahre mehr in anderen Expositionen. Problematisch ist hier das Thema „viel befahren“. Davon darf ich bei Touren eigentlich nie ausgehen, da es kaum möglich ist, die Situation über den Winter abzuschätzen. Das setz ich jetzt einfach mal in meinem Konstrukt so fest.
    Der dritte Faktor ist für mich eigentlich immer so zu sehen, dass ich einzeln mit Abständen fahre. Selbst wenn wir mit 4 Personen und mehr unterwegs sind darf ich nicht alle an einem Punkt sammeln.

    Am Beispiel durchgeführt:

    LLB 1-2
    Sektor - Nord
    Gruppe 8 Personen

    GP: 4

    EF: Darf nicht gewählt werden
    ZF: Wir sind Nord unterwegs, kein Go
    DF: Wir fahren in einer Gruppe ab. Fällt somit ebenfalls weg.

    Demnach wäre für mich das Go nicht gefallen. Ich hab mir das Ganze so halb, halb über den Winter zusammen gebastelt.
    "Kernschmelze? Das ist wieder eines dieser billigen Schlagwörter. Wir nennen das eher einen unangeforderten Spaltungsüberschuss." (Montgomery Burns)

  8. #188
    Freeskier Avatar von skipenner
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Ein gut begründeter Vorschlag für eine Ergänzung in den Verhaltensanweisungen im Zusammenhang mit der Reduktionsmethode.

    Die Verhaltensanweisung mit Begründung nehme ich ganz ähnlich wahr. Das Formalisieren ist nochmal eine eigene Leistung.

    Es zeigt sich aber eine Grundcharakteristik im systematischen Umgang mit Lawinengefahr: Die Zusammenhänge für weitere nützliche Verhaltensregeln werden tendenziell kleinteiliger. Ein verbessertes Standard-Regelwerk wird glaube ich ganz grundsätzlich komplexer. Das ist erwartbar...
    Geändert von skipenner (20.03.2017 um 13:57 Uhr)

  9. #189
    Freeskier Avatar von bergjunge
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Nach dem Lawinenabgang mit vier Toten am 2.453 Meter hohen Jochgrubenkopf in den Tuxer Alpen in Tirol hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck Ermittlungen gegen den Schweizer Bergführer wegen grob fahrlässiger Tötung eingeleitet. Das sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Montag. - derstandard.at/2000054502203/Lawine-mit-vier-Toten-in-Tirol-Ermittlungen-gegen-Bergfuehrer
    http://derstandard.at/2000054502203/...en-Bergfuehrer
    “A man of knowledge is free…he has no honor, no dignity, no family, no home, no country, but only life to be lived.”
    Juan Matus


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  10. #190
    Freeskier Avatar von knut
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Na, der Skandal wäre ja eher, wenn keine Ermittlungen eingeleitet worden wären.
    Ob die Ermittlungen auch zur Anklage führen, ist wieder eine ganz andere Geschichte und die eventuelle Verurteilung auch. Trotzdem werde ich es mit Interesse verfolgen.
    “Anti-intellectualism has been a constant thread winding its way through our political and cultural life, nurtured by the false notion that democracy means that 'my ignorance is just as good as your knowledge.'" ― Isaac Asimov

  11. #191
    Freeskier Avatar von renegade5569
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    In der Totalen finde ich den Hang sowieso suspekt. Er sieht in meinen Augen so aus, als würde immer der ganze Hang abgehen.

    Aber ich bin ja ein Schisser...

    Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...

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  12. #192
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Zitat Zitat von knut Beitrag anzeigen
    Na, der Skandal wäre ja eher, wenn keine Ermittlungen eingeleitet worden wären.
    Ob die Ermittlungen auch zur Anklage führen, ist wieder eine ganz andere Geschichte und die eventuelle Verurteilung auch. Trotzdem werde ich es mit Interesse verfolgen.
    Weiss nicht, wie's in Ö ist - aber in der Schweiz hätte die Staatsanwaltschaft ohnehin Untersuchungen aufnehmen müssen, da ein Lawinenunfall mit Todesfolge als "aussergewöhnlicher Todesfall" eingestuft wird (bei aussergewöhnlichen Todesfällen müssen Polizei und Staatsanwaltschaft von Gesetzes wegen ermitteln).

    Fragwürdig finde ich, dass bereits jetzt wegen Grobfahrlässigkeit ermittelt wird. Erst sollte doch der Fall untersucht werden und erst dann - falls irgendjemandem was vorgeworfen werden kann - Anklage wegen grob fahrlässiger Tötung oder was weiss ich erhoben werden...?
    There's never too much snow. Never.

  13. #193
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    habe mir auch ähnlich wie Dicki eine vorgehensweise ausgedacht (seit diesem Herbst):

    - Wenn ich es mir zutraue versuche ich nach dem Faktorencheck vorzugehen (da lasse ich auch Dinge wie Geländeform reinfließen und die Schwierigkeit der Line in Kombination mit der Schneequalität - also nicht nur die Lawinengefahr sondern sowas wie eine Gesamtgefahr und wäge dann ab ob die Gefahr für mich in dem Moment mit dem erhofften Lustgewinn zusammenpasst^^)
    - Sehr häufig traue ich mir das nicht zu. Dann weiche ich auf die Reduktionsmethode aus. (Auch erweitert um die Überlegung nach der Gesamtgefahr...)
    - Seit letztem Jahr die Erweiterung bei Altschnee: Überall wo ich Altschnee vermute (kompletter Hang bzw. das wird jetzt auf die gesamte Geländekammer ausgedehnt, nachdem ich die Ausmaße hier gesehen habe) wird unabhängig von der Hangsteilheit entschieden. Da muss abgewägt werden wieviel benötigt wird damit die Altschneedecke ausgelöst werden kann (wieviel Zusatzlast wird benötigt, felsdurchsetzt - falls ja, dann NoGo, Gruppe/Ich: kann ich das zügig durchballern ohne Sturz und können das die anderen auch,...) --> lauter solche Überlegungen ob die Zusatzlast von mir kleiner ist als das was der Hang aushält + wie immer, was kann maximal schief gehen.
    und jetzt kommts: Ich hab mich diesen Winter noch an überhaupt nix im Altschnee-Bereich getraut (außer wo ich weiß, dass es den ganzen Winter über viel befahren ist), weil wer kann die Fragen denn schon alle positiv beantworten.

    tl;dr: Munter wird bei Altschnee nicht mehr verwendet - Versuch mit gesundem Menschenverstand vorzugehen --> zu 95% muss ich leider verzichten...



    Dickie's Vorschlag ist super und wird bei mir in Zukunft wohl so umgesetzt! Die RM hat ja bereits "Spezialregeln" für Nassschnee. Jetzt halt noch ne weitere Spezialregel für Altschnee.
    Geändert von Cruiser (20.03.2017 um 15:50 Uhr)

  14. #194
    Freeskier
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Zitat Zitat von huwi Beitrag anzeigen

    Fragwürdig finde ich, dass bereits jetzt wegen Grobfahrlässigkeit ermittelt wird. Erst sollte doch der Fall untersucht werden und erst dann - falls irgendjemandem was vorgeworfen werden kann - Anklage wegen grob fahrlässiger Tötung oder was weiss ich erhoben werden...?
    Soweit ich das gelesen habe werden ERMITTLUNGEN wegen grob fahrlässiger Tötung aufgenommen. Ein Anfangsverdacht dazu besteht ja. Wie Knut schon gesagt hat, wird sich dann im Laufe der Ermittlungen zeigen, ob sich dieser Verdacht erhärtet und es zur Anklage kommt. Hat dann denke ich schon alles so seine Richtigkeit. Werde auch auf jeden Fall verfolgen, wie das weiter geht.

  15. #195
    Freeskier Avatar von Dicki
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Zitat Zitat von Dicki Beitrag anzeigen
    Da ich ein bekennender Altschneehasser bin und vor nichts mehr Angst habe, hier ein Vorschlag von mir. Stellt lediglich eine halbgare Idee aus diesem Winter dar.
    Man streicht den primären Faktor für die Beurteilung für einen altschneegefährdeten Hang, lässt aber das Gefahrenpotential unberührt. Wie komm ich darauf? Durch die Auslösung der Altschneeschicht ist das Gefälle nicht primär das ausschlaggebende Kriterium. Die letzten Unfälle haben gezeigt, dass die Möglichkeit zur Fernauslösung besteht. Demnach müsste ich immer den kompletten Hang beurteilen und nicht nur die Hangbereiche nach Abhängigkeit der LLB Stufe. (Spur, Umgebung, Hangbereich, gesamter Hang).
    Was der Nebeneffekt ist, ich lenke den Fokus viel mehr auf die beiden verbliebenen Faktoren und Gewichte diese deutlich höher. Ebenso reduziere ich etliche Hänge schon automatisch aus meiner Auswahl.
    Der sekundäre Faktor führt mich faktisch aus den gefährdeten Hängen heraus. Dadurch darf ich reine Nordhänge nicht mehr fahren, wenn nicht Stufe 1 herrscht. Ab LLB 2 kann ich nicht mehr soweit reduzieren, bis die Gefahr auf ein akzeptables Risiko sinkt. Demnach halte ich mich aus „schattigen Nordhängen“ heraus und fahre mehr in anderen Expositionen. Problematisch ist hier das Thema „viel befahren“. Davon darf ich bei Touren eigentlich nie ausgehen, da es kaum möglich ist, die Situation über den Winter abzuschätzen. Das setz ich jetzt einfach mal in meinem Konstrukt so fest.
    Der dritte Faktor ist für mich eigentlich immer so zu sehen, dass ich einzeln mit Abständen fahre. Selbst wenn wir mit 4 Personen und mehr unterwegs sind darf ich nicht alle an einem Punkt sammeln.

    Am Beispiel durchgeführt:

    LLB 1-2
    Sektor - Nord
    Gruppe 8 Personen

    GP: 4

    EF: Darf nicht gewählt werden
    ZF: Wir sind Nord unterwegs, kein Go
    DF: Wir fahren in einer Gruppe ab. Fällt somit ebenfalls weg.

    Demnach wäre für mich das Go nicht gefallen. Ich hab mir das Ganze so halb, halb über den Winter zusammen gebastelt.
    Keiner der Damen oder Herren eine kritische Meinung dazu?
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  16. #196
    Freeskier Avatar von wirthlar
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017



    https://www.facebook.com/media/set/?...0770108&type=3

    NW, 2.600m, 35°
    Larche, Provence-Alpes-Cote D'Azur, France.


    Eindrucksvoller Beitrag aus Frankreich.

    Der letzte Fahrer suchte sich eine neue Spur u löste dadurch im steilsten Übergangsbereich von wenig zu viel Schnee das Brett aus. (...) Auslösebereich bei Übergang von viel auf wenig ca. max. 40°, durchnittlich max. 35° nach unten zunehmend flacher. Das Problem war, dass der letzte Gast schon von Beginn weg eine unverspurte Linie ziehen wollte und nicht erst in den unteren 2/3 des riesigen Hanges. Trotz Funk zu schlecht kommuniziert!
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken Bildschirmfoto 2017-03-21 um 10.14.11.jpg  

  17. #197
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Zitat Zitat von Dicki Beitrag anzeigen
    Keiner der Damen oder Herren eine kritische Meinung dazu?
    Nun ja - wenn ich dein System richtig verstanden habe, heisst das einfach, bei Altschneemuster Verzicht auf die im LLB genannten kritischen Hangexpositionen. Wurde ja schon verschiedentlich geäussert, mir persönlich geht das aber zu weit.
    There's never too much snow. Never.

  18. #198
    Freeskier Avatar von skipenner
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Wir (knut und ich) sehen für uns natürlich keinen Grund, das Gefahrenpotenzial nicht anzupassen.

    Wie Munter schon schreibt, unsere Informationsquellen sind nie genau, in dieser Lawinensache. Deshalb streben wir (manche von denen die es eben genauer interessiert) nach Verbreiterung der Datenbasis: Umso lieber verwende ich jede grobe Schätzung zum Verketten des Gefahrenpotenzials, die ich mir mit Fakten hinreichend belegen kann (Gefahr eines Schönrechnens bewußtmachen). Wieso um alles in der Welt soll ich nicht eine Anmerkung des LWD (oberer/unterer Bereich der Stufe) oder eine eigene begründete und vorsichtig bemessene Anpassung vornehmen? (Nah am Übergang zu einem anderen Geländebereich mit höherer Stufe, Stufe gerade erst gefallen, eigene Indizien in der Schneedecke gefunden, Abgänge in vergleichbaren Geländebereichen, ungünstige Temperatur oder fehlende Abstrahlung für ein Gefahrenmuster in einem Gelände, usw.)

    Das nennt Munter "fuzzy logic", da kommt dann auch Intuition und Erfahrung dazu, aber immer mit dem Ziel alle greifbaren relevanten objektiven Faktoren einzubringen (mit einer nicht zu subjektiven Färbung/bias/Wunschdenken).

    Vorsichtig bemessen bei eigenen Anpassungen heiß selbstverständlich erkannte Faktoren für Gefährdungspotenzial notfalls zu hoch, aber niemals zu niedrig einrechnen. Bei den (viel schwieriger zu findenen) risikoreduzierenden Faktoren heißt Vorsicht natürlich: Reduktionsfaktoren notfalls lieber zu niedrig ansetzen, aber niemals zu hoch ansetzen.

    Das vorangestellt, finde ich bei Dicki die Aussage "bei Altschnee ganzen Hang betrachten / rechnerisch erfassen" zentral. Ein sehr einfaches und sicheres Vorgehen (für Denkfaule, Elementare RM) wäre dann, bei Altschneeproblem in gefährdeten Bereichen die erstklassige Reduktionsfaktoren in der Tat zu verbieten.

    Mir würde es jetzt reichen, die Entscheidungsregel bei der PRM erstmal in die Richtung anzupassen:

    - Bei Gefahrenmuster Altschnee im Gefahrenbereich Gefahrenpotenzial in einem zu bestimmenden Umfang erhöhen, dann:

    - Erstklassiger Reduktionsfaktor berücksichtigt ganzen Hang, nicht nur die Spur

    - Bei Altschnee im Gefahrenbereich lt. LLB Geländekammer auf Gefährdungspotenzial beachten, wie bei LWS 4.

    - Große Gruppe, kleine Abstände verboten.

    Wie man das abstimmt, zwischen den RM harmonisiert und vereinfacht, ist mir noch nicht klar.

    Zu der Verspurung generell: Verspurt heißt für mich richtig verspurt, auch vor dem letzten Schneefall. Verspurt heißt nicht, dass dadurch Einzugsbereiche oberhalb sicher werden. Logisch.

    Bei dem Landwirt, der sich die ganze Saison eine Spur verspurt, anfangend bei vertretbaren Risiken: Das ist für mich verspurt, das ist ein echter Reduktionsfaktor, aber nur wenn keine davon nicht reduzierten Einzugsbereiche bei der Gefahr der Spontanauslösung, Fernauslösung (oder Fremdauslösung) die Route gefährden.
    Geändert von skipenner (21.03.2017 um 12:18 Uhr)

  19. #199
    Freeskier Avatar von klar
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    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    Zitat Zitat von wirthlar Beitrag anzeigen
    https://www.facebook.com/media/set/?...0770108&type=3

    NW, 2.600m, 35°
    Larche, Provence-Alpes-Cote D'Azur, France.


    Eindrucksvoller Beitrag aus Frankreich.
    Diese in der Tat eindrucksvollen und sehr viel geteilten Bilder stammen im Übrigen vom Präsidenten des Salzburger Bergführerverbandes. Ist wohl kein aktueller Vorfall sondern schon etwas älter. Der Post scheint durchaus als Kommentar zur aktuellen Diskussion interpretiert zu werden.
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  20. #200

    Standard AW: Tödliche Lawinenunfälle am Jochgrubenkopf & Rendl, März 2017

    @skipenner

    Wenn ich es richtig sehe (habe noch mal im Munter nachgeschaut), gibt es diese Einteilung (Bereich der Spur, ganzer Hang) bei Munter nicht. Insofern muss man es auch nicht weglassen...

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