Fjordlife

Fjordlife

Autor: Ralf Jirgens Datum: 2017-04-28
Wieviele Wetter Apps gibt es eigentlich mittlerweile? Jedenfalls hatte jeder in unserer kleinen Reisegruppe gleich mehrere auf seinem Handy installiert. Alle zeigten natürlich immer unterschiedliche Prognosen an und wir richteten uns dann nach der, die für uns das beste Wetter versprach. Das hat natürlich nicht wirklich funktioniert, was uns aber nach dem zweiten Tag in Norwegen eigentlich nicht mehr interessiert hat, denn da waren wir schon im „Fjordlife-Feeling".
  • Foto: Boris Dufour
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Bild 1
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    Irgendwie sind die Norweger entspannter als wir Alpenländler. Vielleicht liegt es an der unglaublichen Ruhe und Kraft, die einem die Natur in jedem Moment bietet, an den Straßen, die sich kilometerlang an einem Fjord entlangschlängeln und dann auf der anderen Seite wieder zurückführen oder an dem ganzen Snus, den sie im Laufe eines Tage vernichten. Wir hatten schnell den Begriff „Fjordlife" dafür gefunden – alles etwas entspannter, den ganzen Tag am Berg, gutes Essen, schöne Hotels – nice up here! Dass es sich mit der Gemütlichkeit schnell erledigt haben würde war sehr schnell klar, als wir die Namen unserer „Guides" lasen: Karsten Greve und Kristina Slinning. Da das Handy – wegen der Wetter Apps – eh die ganze Zeit gezückt war, waren die Namen auch schnell gegoogelt: Karsten zusammen mit Loic Colomb Patton im Norwegen Segment bei Nuit de la Glisse und Kristina die jüngere Schwester der ehemaligen FWT Riderin Anne May Slinning. Beides Locals, beides Brachialskifahrer – gute Voraussetzungen für ein paar richtig fette Runs im Stranda Skiresort. Trotz Schneesturm, White-Out und teilweise nur einem Tellerlift in Betrieb hatten wir mächtig Spaß. Es braucht ja nicht wirklich viel, um eine Horde Skiverrückter glücklich zu machen: Tiefschnee, wenig bzw. fast keine Leute (was auch am White Out gelegen haben mag) und ne leckere Pizza zum späten Mittagessen. Den Fjord, der Gipfel und den Rest des – scheinbar doch recht großen - Skigebiets haben wir leider nicht gesehen. Dafür unzählige Bäume, Sträucher und jede Menge Powder!

    Dass Norwegen neben der unglaublich beeindruckenden Naturkulisse aber auch noch mit Design und gutem Essen punkten kann, hat uns Knut, der Vater von Kristina und Anne May, in seinem Juvet Hotel bewiesen. Die „Zimmer" oder besser Bungalows sind über das gesamte Hotelareal verteilt und so platziert, dass jeder seine eigene Aussicht hat – und die ist bei allen faszinierend.

    Am nächsten Tag mussten wir leider den Maudekollen kurzfristig in „No-turn-kollen" umbenennen: Die Temperatur war über Nacht um die berühmt, berüchtigten „paar Grad" angestiegen und es hatte bis zum Gipfel auf 1021m stark geregnet. Was einerseits bizarre Formen in die Schneedecke zauberte aber auf der anderen Seite jegliche Art von Turn bei der Abfahrt unmöglich machte und uns immer wieder zum Schwung holen in die Aufstiegsspur zwang. Aber auch an diesem Tag, der hier bei uns als Katastrophe verbucht würde, zeigte sich wieder die norwegische Art: Am Gipfel sitzen, den mitgebrachten Braunkäse Essen, ein Bier trinken und auf Wolkenlücken warten um die Aussicht auf den Norangsfjord zu genießen. Dann vom Gipfel kurz das Taxi bestellt und abgeklärt, dass die Bar auch wirklich offen hat und eben mal ohne Schwung, aber mit einem Haufen Spaß vom Berg abgefahren.

    Das Taxi stellte sich als veritable 30 Meter Segelyacht heraus die auch zum Großkonzern 62 Nord gehört für den auch Karsten arbeitet und die neben Hotels, Speedbooten, Helikoptern bei so allem die Finger drin haben, was sich in und um Alesund so abspielt. Und sich - und dafür ist Karsten zuständig - nun auf die Fahnen geschrieben hat, die Gegend rund um Alesund – und dabei natürlich die eigenen Produkte - zu promoten.

    Leider war uns auch am letzten Tourtag der Wettergott nicht hold: Schneesturm, Whiteout, Graupeln – alles stellte sich uns in den Weg und macht die Tour auf den Skarasalen unmöglich. Die Motivation geht schon beim Start gegen Null: Hendrik verweigerte gleich das Aussteigen aus dem Bus, Roman, Boris und Alex zogen zwar zumindest die Tourenboots noch an, verweigerten aber nach den ersten hundert Höhenmeter, so blieben nur noch Bergführer Gordon und ich die sich dem Wind entgegenstellten und tapfer weiterstapften. Aber auch die motiviertesten Tourengänger können Windböen von mehr als 100 km/h mit Graupeln drin in die Knie zwingen! Mit den wartenden Freunden im Auto und der Aussicht auf das nächste 62 Nord eigene Hotel im Hafen von Alesund war die Entscheidung auch schnell getroffen...

    Alesund bietet mit seinen 45.000 Einwohnern, der malerischen Lage und dem Flughafen den idealen Ausgangs- und Endpunkt für jeglichen Outdooraktivitäten: Skifahren und Tourengehen – na klar – aber wir haben sogar Surfer im Meer gesehen und im Sommer ist die Gegend fürs Mountainbiken sehr bekannt. Nur an die Bierpreise und den „Koitus Interruptus" um 3 Uhr morgens im hafennahen Club – wo wir doch noch sooo motiviert waren – muss man sich gewöhnen. Aber das versuchen wir gerne wieder. Bei unserem nächsten Besuch!


    Offenlegung:
    Wir wurden zu dieser Reise von 62 Nord, Visit Norway und DPS Skis eingeladen.

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