Aus der Branche: Mag. Markus Zanier im Interview

„Wir legen Wert auf Regionalität und die Verwendung heimischer Produkte"

Autor: Julia Schwarzmayr Datum: 2017-01-19
Der Handschuh-Spezialist ZANIER steht seit über 45 Jahren mit seinen Produkten für Kompetenz, Qualität und Zuverlässigkeit. Das Familienunternehmen mit Sitz in Lienz hat sich seit langer Zeit international mit seiner Leidenschaft für den Bergsport etabliert. Der Anspruch an die Materialien, auch bei widrigen Witterungsverhältnissen optimal zu wärmen und zu schützen und dabei möglichst regional produzieren zu können, hat das Osttiroler Unternehmen auf die Schafwollisolierung TIROLWOOL® gebracht. Grund genug, uns mit Mag. Markus Zanier, dem Geschäftsführer des Familienunternehmens, zu unterhalten.
  • Der Laserz.TW ist das Topmodell mit Tirolwool und wurde in Zusammenarbeit mit der Bergrettung entwickelt
  • Eva Walkner - Foto: Zanier / Ulrich Grill
  • Das Team von Zanier
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    Ihr werbt mit dem Slogan „Austrian Mountain Passion". Wie viel „Austrian" steckt denn tatsächlich in Euren Produkten? Und wie viel Prozent sind es bei den Handschuhen mit TIROLWOOL®?
    Das ist nicht nur ein Werbeslogan, „Austrian Mountain Passion" ist unser Credo – und das seit 1969! Es drückt unsere Leidenschaft für die Berge und den Wintersport aus. Wir sind ein Familienunternehmen aus Lienz, die Berge Osttirols sind die Geburtsstätte und das ideale Testgebiet für unsere hochwertigen Produkte. Der RACE PROTECTOR beispielsweise ist „Made in Austria" und wird in Vorarlberg unter Verwendung neuester Technik hergestellt. Außerdem legen wir bei sämtlichen Modellen größten Wert auf die Zusammenarbeit mit der Österreichischen Bergrettung und Österreichischen Profisportlern sowie Freeridern. Nicht umsonst steht ZANIER deshalb auch seit über 45 Jahren für Spitzenprodukte, die unter widrigsten Bedingungen zuverlässig sind.

    Wie kamt Ihr auf die Idee aus dem Fell heimischer Schafe Handschuhe zu produzieren?
    Die Idee ist durch die Zusammenarbeit mit der Österreichischen Bergrettung entstanden. Bei ihren Einsätzen sind Bergretter auf hochwertige Ware angewiesen, die selbst bei extremen Bedingungen schützt. Rettungsaktionen bei eisigen Temperaturen sind keine Seltenheit, warme Hände sind hierbei zentral. Außerdem ist es wichtig, dass die Handschuhe atmungsaktiv und dampfdurchlässig sind, damit die Bergretter bei anstrengenden Einsätzen keine schwitzigen Hände bekommen. Beides ist bei den Handschuhen von ZANIER durch die Verarbeitung mit TIROLWOOL® gewährleistet. Außerdem legen wir speziellen Wert auf die Regionalität und die Verwendung von heimischen Produkten. Diese Eigenschaften sind bei den Handschuhen mit der original Tiroler Schafwolle gegeben.

    Beim Skifahren friert man am schnellsten an Zehen und Fingern. Was sind Deine Tipps, dass das (zumindest bei den Fingern) nicht passiert?
    Die richtige Ausrüstung wählen. Man kann auch bei Handschuhen das Zwiebelprinzip verwenden, sprich einen dünnen Merino-Liner unter ein gefüttertes Modell anziehen. Eine Membran im Handschuh hält Wind und Wetter draußen, das macht schon einen großen Unterschied. Fäustlinge sind generell eine gute Entscheidung für empfindliche Hände, da sie noch mehr der Körperwärme speichern. Und dann gibt es natürlich auch den technischen Support: Wir waren die ersten, die mit beheizbaren Handschuhen auf den Markt gekommen sind, und das schon im Jahr 1999. Bei unseren beheizbaren Modellen sind leichte und hochwertige Lithium-Ionen-Akkus im Handschuh eingearbeitet. Sie verschwinden unsichtbar und kaum spürbar im Bund und können über Funktionstasten auf der Oberhand in drei Heizstufen reguliert werden.

    Bei der Bergwacht und vielen Bergführern sieht man oft vergleichsweise dünne Handschuhe. Warum? Frieren die einfach nicht so leicht?
    Das würde ich so pauschal nicht sagen. Es kommt vielmehr auf die Aktivität an. Wer bei einem Bergrettungseinsatz alles gibt, ist massiv körperlich angestrengt. Da kommt der Kreislauf entsprechend in Schwung und es gibt nicht so schnell kalte Hände. Außerdem müssen die Bergretter viel mit den Händen hantieren, zum Beispiel bei Seilmanövern. Da vermindern allzu dicke Modelle natürlich das „Fingerspitzengefühl". Bergführer sind auch oft im Aufstieg unterwegs und damit körperlich auf Hochtouren, oder sie sind auch auf eine gewisse Feinfühligkeit am Seil angewiesen.

    Ihr habt fast die ganze österreichische Freeride Elite unter Vertrag. Wie oft kommst DU mit denen zum Skifahren? Und welchen Handschuh trägst Du dann?
    Schwierig. Die Mädels und Jungs fahren mir sowieso alle davon. Aber im Ernst, wir expandieren derzeit auch stark in neue Märkte, das erfordert natürlich ziemlich viel Arbeit. Wenn ich dann einmal daheim bin gehe ich gerne mit meinem kleinen Sohn und meiner Frau Ski fahren. Die ganz wilden Sachen müssen da eher zurück stecken. Wir sind aber trotzdem in regelmäßigem Austausch mit unseren Ridern, sie helfen uns ja bei der Handschuhentwicklung, das ist immer ein super Austausch. Einer meiner Lieblingshandschuhe, der vor allem bei unseren Freeridern seit Jahren sehr beliebt ist, ist der REVOLUTION.XZX: wasserdicht, warm, trotzdem sehr leicht und mit einem unschlagbaren Grip. Ein richtig feines Teil!

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