Lawinencamps 2016/17

Ein Überblick

Autor: Julia Schwarzmayr Datum: 2016-10-11
Wer beim ersten Schnee an die letzten tollen Powdertage denkt und es dann kaum mehr erwarten kann, bis die nächsten kommen, der sollte auch einen Augenblick darüber nachdenken, wie lange der letzte Lawinenkurs oder –Workshop schon her ist. Vielleicht hat sich der oder die eine oder andere auch ein neues LVS angeschafft aber noch nicht richtig ausprobiert? So oder so, seine Lawinenkenntnisse aufzufrischen hat noch niemandem geschadet. Da das Angebot mittlerweile recht groß ist, haben wir uns einige mal ein bisschen näher angeschaut und für euch zusammen gestellt.
  • Alpinmesse Innsbruck Workshops
  • Safe On Snow mit Eva Walkner
  • Ortovox Safety Academy - Foto: Heckmair
  • SAAC Camps
  • Salzburger Bergfilmfestival mit Stefan Häusl und Björn Heregger
  • risk'n'fun Camps - Foto: Heli Düringer
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    SAAC snow & alpine awareness camps 2016/17

    Grundsätzlich ist das SAAC-Programm zweistufig gegliedert: die Anmeldung für die kostenlosen 23 Basic und 10 weiterführenden SAAC 2nd Step Camps für Freerider und Tourengeher ab 14 Jahren beginnt am 15. Oktober. Da der Ansturm ziemlich groß sein dürfte, sollte man sich pünktlich eintragen, wenn man das Angebot des Innsbrucker Vereins zur Information über alpine Gefahren wahrnehmen möchte. Nach 18 Jahren kann der Veranstalter mittlerweile auf einiges an Erfahrung zurückgreifen, wie die 2 Tage optimal gegliedert werden, um den größtmöglichen Lerneffekt zu haben: die im vorausgehenden Theorieteil vorgestellten Methoden werden danach in die Praxis umgesetzt. Ein Team von mehr als 20 staatlich geprüften Berg- und Skiführern liefert den Teilnehmern die für einen Tag im Gelände grundlegenden Informationen zur Risikominimierung und bringt ihnen den richtigen Umgang mit Notfallequipment, LVS, Sonde und Schaufel bei.

    Infos und Anmeldung: www.saac.at

    Mammut Alpine School

    Bei der Mammut Alpine School finden Freeride-Einsteiger wie Fortgeschrittene ein umfassendes Angebot zum Thema Lawinensicherheit. Sämtliche Kurse werden dabei von IVBV-zertifizierten Bergführern durchgeführt. Vom Lawinen-Grundkurs über Techniktrainings fürs Touren und Freeriden bis hin zu geführten Freeride-Safaris ist alles im Programm. Der Handhabung der Lawinenausrüstung wird hier immer eine zentrale Bedeutung eingeräumt, aber auch die Freude am Skifahren im freien Gelände kommt nicht zu kurz.

    Anmelden und Buchen kann man direkt auf www.alpineschool.mammut.ch.

    Ortovox Safety Academy

    Ortovox führt ebenfalls seit über 8 Jahren in Zusammenarbeit mit rund 30 internationalen Bergschulen Im Rahmen der Safety Academy Lawinentrainings durch. Ergänzt werden diese durch Online Tutorials im Safety Academy Lab und durch das Safety Academy Guide Book. Insgesamt finden 2016/17 über 300 Lawinenkurse in Deutschland, Österreich und Italien statt. Das Besondere an den Ortovox Camps ist, dass die Notfallausrüstung zur Verfügung gestellt wird.

    Im Gegensatz zu den SAAC Camps ist dieses Programm in 3 Module geteilt. Im Basic Training wird der sichere Umgang mit der Notfallausrüstung erlernt. Der Schwerpunkt liegt hier klar auf den praktischen Übungen, daher dauert der Kurs nur 1 Tag. Der Tour & Training Basic Kurs geht schon etwas weiter. Während am ersten Tag umfassende Ausrüstungs-, Schnee- und Lawinenkunde sowie Tourenplanung und Interpretation von Lawinenlageberichten im Fokus stehen, geht es am 2. Kurstag auf Tour, um das Gelernte anzuwenden. Im darauf aufbauenden Modul Tour & Training Advanced kommen dann Aspekte wie Spuranlage und Anwendung von Beurteilungsmethoden dazu.

    Die Kurse können schon jetzt auf www.ortovox.com gebucht werden!

    Safe On Snow – Lawinenkurse für Frauen

    Die Safe On Snow-Kurse der Freeriderinnen Eva Walkner, Aline Bock und Jackie Paaso richten sich explizit an Damen jeden Alters, die gerne im Gelände unterwegs sind – egal ob auf Ski oder Snowboard. Vorbild ist dabei das erfolgreiche amerikanische Modell Safe As Clinics, welches 2012 ebenfalls von weiblichen Freeride-Profis gegründet wurde, die die Notwendigkeit gesehen haben, eine Lawinenausbildung speziell für Frauen anzubieten. In einem intensiven Kurstag werden den Teilnehmerinnen sowohl theoretische als auch praktische Inhalte der Lawinenkunde näher gebracht. Sie sollen eine gute Ausbildung erhalten, um danach im freien Gelände eigenständige und sichere Entscheidungen treffen zu können, anstatt sich auf andere verlassen zu müssen. Unterstützt werden die Profi-Freeriderinnen dabei von Skiführerin Angelika Kaufmann, der Bergrettung und der Lawinenhundestaffel.

    Mehr Informationen gibt es unter www.safeonsnow.com.

    risk'n'fun Camps

    risk´n´fun ist das Ausbildungsprogramm der Österreichischen Alpenvereinsjugend und bietet für Freeride 4 aufbauende Levels an, die jeweils 5 Tage dauern. Teilnehmen können Freerider auf Ski oder Snowboard ab 16 Jahren, wobei bei den Levels 1 und 2 die Notfallausrüstung inklusive Rucksack gestellt wird. Die risk'n'fun Camps setzen auf Peereducation, wobei selbstverständlich alle Camps von ausgebildeten Trainern geleitet werden. Maximal 10 Teilnehmer sind pro Kurs dabei, wenn es im Gelände darum geht, mit Risiken umzugehen und für sich selbst Verantwortung beim Freeriden zu übernehmen. Vermittelt werden nicht nur der technische Umgang mit der Notfallausrüstung, sondern auch ein reflektierter Umgang mit Risikoverhalten und Entscheidungsprozessen am Berg, und das in einem Rahmen, der außerdem Spaß macht – im Gelände beim Freeriden.

    Anmeldung und Information findet ihr unter www.risk-fun.com.

    Alpinmesse Innsbruck

    Vorträge und Workshops zum Thema Sicherheit am Berg finden auch im Rahmen der Alpinmesse Innsbruck von 29. bis 30. Oktober statt. Beim Alpinforum spricht der Geophysiker und Alpinsachverständige Marcellus Schreilechner über Selbsteinschätzung und Eigenverantwortung bei Skitouren, der ehemalige Mitarbeiter des SLF in Davos und des LWD Bayern Christoph Mitterer über Schneeprofile, bevor Stephan Harvey über die webbasierte, interaktive Lawinenpräventions-Plattform White Risk berichtet. Vor der abschließenden Podiumsdiskussion stellt Softwareentwickler Günter Schmudlach noch seine Planungsplattform skitourenguru.ch vor.

    Auch praktisch lässt sich bei der Alpinmesse einiges an Sicherheits-Know-How erlangen: in etlichen Workshops vom Umgang mit dem LVS über digitale Tourenplanung und GPS-Übungen bis hin zu Verwendung und Interpretationvon Bergwetterbericht und Lawinenlagebericht reicht das Angebot. Für die meisten Workshops ist eine vorherige Anmeldung unter www.alpinmesse.info nötig.

    Freeridecamps.at

    Bereits seit 2010 gibt es die Freeridecamps.at. Das Besondere am dreistufigen Programm ist, dass die Teilnahme an den Safety Levels vollkommen kostenlos ist und sämtliche Camps von Freeride-pros begleitet werden. Auch die Line Camps, die sich an Contestfahrer/innen und angehende Profis richten, sind mit einem Kostenbeitrag von € 50,00 sehr günstig. Möglich ist das durch die zahlreichen Sponsoren. In die zweite Saison gehen auch die Prep for Snow Camps, die in Innsbruck in Zusammenarbeit mit Base Five durchgeführt werden. An drei Terminen pro Woche werden Snowboarder und Skifahrer fit für die kommende Saison gemacht.

    Die erste Stufe der Freeridecamps.at sind die Junior Camps, die sich an junge Rider zwischen 15 und 18 Jahren richten. Sie sind der Einstieg ins Freeriden. Pro Rider wie Matthias "Hauni" Haunholder oder Chris Schnabel bringen den Youngsters die Basics für sichere Tage im Gelände bei. Wer sich eingehender mit der Materie beschäftigen möchte, dem stehen anschließend die Advanced Camps offen. An den zweitägigen Camps können Absolventen der Junior Camps teilnehmen, oder Fahrer/innen über 18 Jahre. Voraussetzung ist sicheres und flottes Skifahren oder Snowboarden im anspruchsvollen Gelände. Wer sich fürs Contestfahren interessiert, ist bei den Line Camps richtig. Freeridelegende Flo Orley gibt zwei Tage lang sein Wissen und seine Erfahrung weiter - angefangen von der Wahl der Line bis hin zu Videofeedback und Judgingkriterien.

    In der Saison 2016/17 sind folgende Pro-Coaches mit dabei: Flo Orley, Chris Schnabel, Matthias Haunholder, Michi Mayrhofer, Melissa Presslaber, Simon Wohlgenannt, Björn Heregger, Irian van Helfteren, Phil Anker, David Pitschmann, Erich Flatscher, Harald Koidl und Gerhard Stocker. Wer sich einen Platz in einem der Camps sichern möchte, schaut am besten schnell unter www.freeridecamps.at vorbei.

    Salzburger Bergfilmfestival

    Beim Salzburger Bergfilmfestival werden ebenfalls Vorträge über Planung und Risiko am Berg geboten. Am 19. November erklären Freeride-Pros Stefan Häusl und Björn Heregger in „FREESKI: Wie entscheiden?" den Weg von einer Idee hin zur erfolgreichen Umsetzung. Dabei stehen ständig die Fragen „Geht es?" bzw. „Geht es nicht?" im Fokus und die Abwägung der jeweiligen Verhältnisse.

    Am 24. November stellen Alpinwissenschafter, Bergführer und Sachverständiger Walter Würtl und Peter Plattner – Bergführer, Sachverständiger und Chefredakteur von bergundsteigen – alte und neue Methoden zur Beurteilung der Lawinengefahr und ihre Verlässlichkeit und Anwendbarkeit einander gegenüber.

    Die Veranstaltungen finden im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO statt, der Eintritt beträgt 16 €. Mehr Infos zum Salzburger Bergfilmfestival gibt es HIER.

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