2* FWQ Open Faces Gastein

Die Sieger der Austrian Freeride Series sind gekürt

Autor: Julia Schwarzmayr Datum: 2017-04-10
Premiere im Gasteinertal: erstmals machten die Open Faces Freeride Series vergangenes Wochenende in Bad Hofgastein halt, und das zum Finale der Contestsaison in Österreich. Das internationale Starterfeld zeigte am Face von der Mauskarspitze zahlreiche unterschiedliche Lines - allerdings erst, nachdem sich die pünktlich zum geplanten Start um 10:00 Uhr eintreffende Nebelbank wieder aufgelöst hatte und sich das Gasteinertal dem Publikum bei strahlendem Sonnenschein präsentierte. Die Tagessiege in den Kategorien holten Seriensieger Tao Kreibich (Ski Herren), die Dänin Malene Madsen (Ski Damen), Mara Neumayr (Snowboard Damen) und Otto Greither. Ebenfalls gekürt wurden die Gewinner der Austrian Freeride Series. Manuela Mandl, die den Bewerb in Gastein gemütlich auf der Zuschauertribüne auf der Schlossalm verfolgte, holte sich den Titel der Snowboard Damen, der ihrer männlichen Kollegen ging an den Tiroler Alex Hoffmann. Bei den Ski Damen meldete sich Sabine Schipflinger mit dem Gesamtsieg eindrucksvoll nach ihrer letztjährigen Verletzungspause zurück, während der Vorarlberger Tao Kreibich erstmals die gesamte Konkurrenz hinter sich lassen konnte.
  • Die Tagessieger (v.l.n.r.): Tao Kreibich, Malene Madsen, Mara Neumayr, Otto Greither - Foto: Open Faces / Andreas Vigl
  • Tao Kreibich - Foto: Open Faces / Moritz Ablinger
  • Almrosen und
  • Christoph Schöfegger am Monoski - Foto: Open Faces / Mia Knoll
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    Trotz des anstehenden Saisonfinales zeigten sich die FahrerInnen am Vorabend des Bewerbs beim Riders' Meeting in der Alpentherme Gastein ziemlich entspannt: ein Großteil tauchte überhaupt gleich in Badekleidung auf. Auch dass sich die Mauskarspitze in gutem Zustand präsentierte, sorgte für relaxte Stimmung. „Es hat gestern Nacht ein paar Zentimeter draufgeschneit und fährt sich wirklich gut", bestätigte auch Sandra Lahnsteiner, die als Forerunner und Co-Kommentatorin beim Contest eingeteilt war – nicht zuletzt, da sie das Freeride-Aushängeschild von Gastein darstellt. Die Judges stellten auch gleich unmissverständlich klar, was sie am kommenden Tag sehen wollten: „Wir wollen sicheres, flüssiges und kontrolliertes Skifahren sehen. Was für uns zählt, ist der Gesamteindruck", erklärte Stefan Häusl.

    Ergebnisse 2* FWQ Open Faces Gastein

    Am Samstag früh wurden die Rider dann zuerst mit Wind, Wolken und flachem Licht am Berg begrüßt, die Verhältnisse besserten sich aber zunehmend. So war es auch nur eine Frage der Zeit, bis sich die Nebelbank rund um die Mauskarspitze auflösen sollte, und der finale Contest der Saison startete. Der traf auf reges Interesse vor Ort – die Public Area war von Beginn an gut gefüllt. Daheimgebliebene konnten am Livestream das geschehen mitverfolgen – ein gewaltiger Aufwand für einen 2* Contest. „Wir von den Gasteiner Bergbahnen freuen uns sehr, dass wir den Contest hier durchführen können. Die Stimmung ist sehr positiv, auch die Belegschaft ist Feuer und Flamme", bestätigt Gerald Wenger vom Marketing der Gasteiner Bergbahnen den Eindruck, dass der Betreiber der Bergbahnen richtig Freude an dem Event hat und hier auch Budget investierte.

    Bei den Ski Herren zeigte Seriensieger Tao Kreibich einmal mehr, warum er der Gesamtsieger der Austrian Freeride Series war. Sein schneller Run, in den alle größeren Drops eingebaut waren, die möglich waren überzeugte die Judges und brachte ihm den Tagessieg vor Patrick Gstrein und Benjamin Pichler ein. „In dieser Saison wurden alle meine Erwartungen übertroffen. Dieser Abschluss ist jetzt nochmals der absolute Wahnsinn. Die Mauskarspitze ist ein echt cooles Face, das mich überrascht hat", erklärte der Vorarlberger. Trotz aller Euphorie blieb ihm das kritische Feedback aber nicht vollkommen erspart: noch vor der Siegerehrung schnappte sich Headjudge Stefan Häusl Tao und legte ihm seine Kritikpunkte dar.
    Eines der Contest Highlights war sicherlich der Run von Christoph Schöfegger: im neonpinken Overall und auf dem Monoski fuhr er eine durchaus beachtliche Line am Mauskar. Am Ende ließ er etliche Konkurrenten hinter sich und bewies, dass es beim Freeriden eben auch auf den Spaß ankommt und auch das Contestgeschehen keine bierernste Angelegenheit sein muss.

    Die Dänin Malene Madsen gewann den Bewerb der Ski Damen. „Ich bin stoked von meinem zweiten Sieg in dieser Saison. Das ist wirklich ein spielerisches Face mit vielen Möglichkeiten. Ich hab versucht, möglichst flüssig zu fahren und ein paar Features in meinen Run einzubauen. Ich denke, ich hatte ein bisschen größere Drops als die anderen Mädels, das wird's für heute ausgemacht haben", war sie Siegerin nach dem Contest durchaus zufrieden. Rang zwei ging an Jacoba Kriechmayr, der dritte Platz an die Schweden Hannah Haglund. Auch Rookie Eva Hofer, die eine Woche zuvor beim Shades of Winter Camp in Gastein mit einer Wildcard für die Open Faces überrascht worden war, war happy nach ihrem Run: „Für mich ist das total ok, dass ich nach dem regulären Judging dann am Ende gereiht wurde. Ich wollte wegen der Erfahrung mitfahren, ich brauche die Punkte nicht. Ich bin happy, weil ich genau die Line gefahren bin, die ich mir vorgenommen hatte. Ich hab die Safety-Variante genommen und genieße jetzt einfach das Gefühl, dass ichs geschafft habe. Außerdem hab ich durch das reguläre Judging ja auch Feedback bekommen, wo ich stehe." Dieses Reglement kam zur Anwendung, weil sie im Rahmen des Freeridecamps die Mauskarspitze innerhalb des 30-Tage-Zeitfensters vor dem Contest gefahren war, in dem das Face für die TeilnehmerInnen tabu ist. Gesamtsiegerin wurde nach ihrer Verletzungspause im letzten Jahr die Salzburgerin Sabine Schipflinger.

    Ebenfalls ein bekanntes Siegergesicht gab es bei den Snowboard Damen. Die in Vorarlberg lebende Tirolerin Mara Neumayr verwies hier die Konkurrenz auf die Plätze. „Mir hats getaugt, hier das erste Mal herunter zu fahren. Meine Line hab ich genau gefunden, der Schnee war noch gut und es ist mir alles gut aufgegangen. Trotzdem wars schon auch knifflig, die Absprünge waren teilweise nur mehr Almrosen, und das Face ist recht lang. Ich bin jedenfalls rundum zufrieden." Auf Rang zwei landete die Deutsche Svenja Hansen, vor der Österreicherin Tamara Fritz. Den Gesamtsieg holte sich wenig überraschend World Tour-Starterin Manuela Mandl, die den Contest in Gastein aus dem Liegestuhl verfolgte. „Es taugt mir extrem, dass sich der Titel trotz nur zweier Ergebnisse ausgegangen ist. Auch wenn ich in der World Tour an den Start gehe bedeutet mir der Titel bei den Austrian Freeride Series viel. Es ist cool, dass es das gibt, weil das auch zeigt, dass wir eine breite Basis an Freeridern haben, die aktiv Contests bestreiten. Und das muss man auch nach Außen kommunizieren. Der Sport wächst und es ist cool, eine Plattform zu haben." Auch wenn sie das Zusehen in der Public Area genossen hat, ist sie doch Contestfahrerin aus Leidenschaft. „Wie ich da war, wollte ich dann natürlich doch wieder fahren. Vor einem Monat waren Sandra [Lahnsteiner] und ich hier zum Filmen, da war ja noch viel weniger Schnee im Face. Jetzt ists total gut, das hätte sicher voll Spaß gemacht heute", lacht sie.

    Bei den Snowboard Herren siegte der Deutsche Otto Greither. Umso beeindruckender, als dass der Deutsche mit der hohen Nummer 51 mit den schon recht frühlingshaften Bedingungen im Face zu kämpfen hatte. Zweiter wurde Gabriel Indrist, Platz drei ging an den Niederländer Jelle Beenker. Die Austrian Freeride Series gingen an den Tiroler Alex Hoffmann, der sich in dieser Saison auf die österreichischen Contests beschränkt hat. „Es ist schön, wenn man die Saison so gut beenden kann. Ich konnte in Hochfügen gewinnen und bin sowohl in Hochgurgl-Obergurgl als auch am Kitzsteinhorn fünfter geworden. Ich bin ohne viele Erwartungen reingegangen, es waren durchwegs schwierige Bedingungen heuer, deswegen freut es mich umso mehr, dass es gepasst hat", meinte der Innsbrucker.

    Auch die Veranstalter waren mit dem Bewerb zufrieden: „Es herrschten heute interessante Verhältnisse. Die Frage war, wie stark die Sonneneinstrahlung auf den Neuschnee der letzten Woche einwirken würde. Bis zur Startnummer 40 wars richtig gut, danach ist es unten raus etwas batzig geworden. Allerdings hat einer der letzten Rider noch einen richtig schnellen Run hingelegt", meinte Toni Mooshammer, Head of Safety am Start. „Die Fahrer waren durch die Bank kontrolliert am Weg, die einzigen etwas brenzligen Situationen waren die beiden, die sich versprungen haben." Auch Local Sandra Lahnsteiner war begeistert: „Das Niveau des 2*-Contest war unglaublich, das zeigt, wie hart der Weg in die Freeride World Tour ist. Ich hab auch von den Einheimischen ausschließlich positive Stimmungen gehört – egal ob von Skischule, Guides oder von der Bergrettung, die heute nichts zu tun hatte – super!"

    Über 500 Starter aus insgesamt 20 Nationen kämpften in dieser vergangenen Open Faces – Saison um Qualifier-Punkte. 2018 geht's weiter – oder um es mit Malene Madsens Worten zu sagen: „I will definitely take part next season!"

    Quellen:
    PM Open Faces 8.4.2017
    Interviews Tao Kreibich, Mara Neumayr, Manuela Mandl, Eva Hofer, Alex Hoffmann, Sandra Lahnsteiner, Toni Moosshammer, Malene Madsen

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