Das norwegische Aushängeschild des ATOMIC Freeskiing Teams gewinnt den
Hauptpreis beim größten Freestyle-Event des Jahres, beim Big Air Invitational
schrammt er nur hauchdünn am Top-Spot vorbei.
Einmal im Jahr wird der schwedische Skiort Åre zur Hauptstadt der Freeski-Welt.
Denn wenn Jon Olsson zu seinem legendären Event einlädt, versammeln sich im
hohen Norden die besten Freestyler der Welt, wie es sonst höchstens noch bei den
X-Games der Fall ist.
Bereits im letzten Winter ging der Namensgeber dabei neue
Wege, denn erstmals wurde der Wettbewerb als Media-Contest für Teams aus zwei
Fahrern, zwei Filmern und einem Fotografen ausgetragen. Diese Saison setzte der
schwedische Superstar noch einen drauf, denn zum einen dauerte die mit recht so
betitelte Super Session zwei statt nur einer Woche und fand in gleich zwei Ländern
statt, zum anderen wurde zusätzlich auch wieder der traditionelle Big Air Contest,
das Jon Olsson Invitational, ausgetragen.
Der große Dominator des Mega-Events war diesmal ohne Zweifel Andreas Håtveit.
Zuerst wurde der Norweger Zweiter im Big Air, wobei er im Finale nur ganz knapp
dem australischen Shooting Star Russ Henshaw unterlag. Dann gewann er mit
seinem Team die Gesamtwertung der Super Session, die mit großer Spannung
erwartete, wichtigste Kategorie des Events.
Den Grundstein legte Andreas
zusammen mit seinem Rider-Kollegen PK Hunder, seinem Bruder Jon sowie Filip
Christensen von Field Productions als Filmer und dem Fotografen TT Kleiven bereits
in der ersten Event-Woche, die unweit seiner Heimat im norwegischen Trysil
stattfand. Bei nicht immer strahlendem Sonnenschein, aber durchweg guten
Schneeverhältnissen präsentierten sich die bekannten Riesen-Kicker Jon Olssons in
optimalem Zustand, um den aktuellen State-of-the-Art im Freeskiing zu präsentieren.
Und den zeigte Andreas Håtveit wie kein anderer – perfekt eingefangenen von
seinem Bruder Jon in atemberaubenden Kamera-Mitfahrten unter anderem von
einem Paraglider aus! –, denn wohl niemand sonst beherrscht im Moment so viele
Double Flips wie der 22-jährige X-Games-Gewinner aus dem Vorjahr.
Nach dem Umzug nach Åre machte dann oft das Wetter den Fahrern einen Strich
durch die Rechnung, so dass sich die Aufmerksamkeit vor allem auf den Big Air
richtete. Beim sogenannten Jon Olsson Invitational waren 19 der besten Rider am
Start, die sich zurzeit am Kicker finden lassen.
Nach der Qualifikation stand mit Jossi
Wells sogar noch ein zweiter Fahrer des Atomic Freeskiing Teams im K.O.-Finale,
doch der junge Neuseeländer musste aufgrund der Knieprobleme, die ihn bereits die
gesamte Saison verfolgen, den Showdown auslassen. So lag es an Andreas Håtveit,
die Team-Ehre zu verteidigen.
Mit seinem bekannt massiven Double Cork 1260° ließ
er zunächst Henrik Harlaut keine Chance, bevor im Halbfinale mit Oscar Scherlin ein
weiterer vielversprechender Lokalmatador dran glauben musste. Im großen Finale
traf Andreas schließlich auf Russ Henshaw, der im zweiten Halbfinale das Kunststück
vollbracht hatte, Jon Ollson auszuschalten. Die Entscheidung zwischen dem Double
Cork 1080° Double Grab des Neuseeländers und Andreas’ Double Cork 1260°, beide
in Perfektion gezeigt, war eigentlich unmöglich, doch schließlich erklärten die Judges
Russ Henshaw zum Sieger.
Trotzdem ein Riesen-Erfolg für Andreas Håtveit.
Übertroffen wurde das Ergebnis aus Sicht des Norweger dann allerdings am
nächsten Tag, als bei der großen Abschlussgala vor Tausenden begeisterter Fans in
Åre die Resultate der zweiwöchigen Super Session präsentiert und die Sieger gekürt
wurden.
Die Team-Wertung, Hauptkategorie des Events und vielleicht der
prestigeträchtigste Titel der gesamten Freeski-Saison, ging dabei ohne Zweifel an die
norwegische Crew mit Andreas Håtveit und PK Hunder an der Spitze. Die
Kombination aus fahrerischer Perfektion und filmischer Brillanz ließ ihren Video-Clip
aus der unglaublich hohen Qualität des Wettbewerbs nochmals hervorstechen.
Völlig
zurecht gewann Jon Håtveit auch den Preis für die beste Kamera. Ein später, aber
umso großartiger Saisonhöhepunkt für Andreas Håtveit, der damit ein weiteres Mal
seine Ausnahmestellung in der Freeski-Szene bestätigen konnte.