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Ein letztes Mal dem Schnee hinterher!

Autor: IG Pulverschnee Date: 25. Mai 2010
Nachdem in Zentraleuropa die Temperaturen ja schon relativ frühlingshaft geworden sind reise ich Anfang April mit der Risk'n'Fun Truppe vom österreichischen Alpenverein nach Norwegen. Nördlich vom Polarkreis wollen wir die schneebedeckten Berge in den Fjorden um Tromsö und Lyngen erkunden. Und die Erwartungen werden nicht enttäuscht. Erst im Flugzeug erkenne ich das wahre Potential Norwegens. Schnee und Berge soweit das Auge reicht. Im Landeanflug auf Tromsö sind die steilen felsdurchsetzten Hänge zum Greifen Nahe. Am Nachmittag ist die ganze Gruppe dann schließlich vereint und wir staunen nicht schlecht, als unser Bergführer Mathe uns noch eine kleine Ostersonntagsskitour ans Herz legt.

Also starten wir um 18:00 zu unserer ersten Skitour auf norwegischem Schnee. Die Tage sind schon wieder sehr lange im hohen Norden, so erleben wir zum Hauptabendprogramm den Sonnenuntergang über den Fjorden vom Gipfel des Buren. Kein schlechter erster Eindruck, den Skandinavien bei mir hinterlässt, der hohe Norden überlässt dabei aber auch garnichts dem Zufall und erleuchtet spätabends den Nachthimmel noch mit seinen gigantischen Nordlichtern.

Okay, überredet. Es gefällt mir hier. Ob das jetzt aber an dem strahlenden Sonnenschein, den butterweichen Firnabfahrten, der traumhaften Unterkunft direkt am Fjord oder der äußerst gemütlichen Gruppe liegt könnte ich jetzt spontan nicht wirklich beantworten. Einziger Wehrmutstropfen: Selbst im Supermarkt kostet eine Dose Bier stolze 3 Euro.

Das ist nun aber wirklich das einzig negative an dem ganzen Trip. Selten habe ich eine so entspannende Skitourenwoche erlebt. Dazu trägt vor allem das nachmittägliche Erholungsprogramm – Fischen mit anschliessendem Saunagang mit anschliessendem Sprung ins 3° warme Wasser – ordentlich bei. Wenn man dann zum Abendessen noch den selbst gefangenen Fisch verspeisen kann ist der Tag perfekt.

Nach dieser traumhaften Woche in Norwegen reise ich mit viel Wehmut zurück nach Österreich, in der Annahme keinen Schnee mehr vorzufinden. Ein äußerst aufmunterndes Telefonat später sitze ich höchst-motiviert im Flieger Richtung Heimat. The Forecast is on STORM! Selbst eine defekte Lichtmaschine 100km vor Salzburg kann mich nicht davon aufhalten den nächsten Tag im Schnee zu verbringen, wertvollen Schlaf stiehlt sie mir jedoch allemal.

Die nächsten Skitage verlaufen alle nach dem selben Muster. Menschenleere Skigebiete, jede Menge frischer Schnee der vor allem in den Nordhängen kein Ablaufdatum zu haben scheint und einige richtig gute Hänge deren Befahrung heuer aus Sicherheitsgründen noch nicht möglich war. Unerwartete Powdertage sind doch immer noch die Besten!

Nachdem für mich das Ende des Winters, aus geldbeschaffungstechnischen Gründen, in greifbare Nähe rückt ist es an der Zeit, mit einer letzten Aktion einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Das ehrgeizige Projekt: Eine Übernachtung in einer Schneehöhle irgendwo am Berg.

Vollbepackt mit jeder Menge Kälteschutz nehme ich gemeinsam mit Fotograf Markus den Aufstieg in Angriff, im Skigebiet unseres Vertrauens stehen die Lifte schon seit ein paar Tagen und sämtliche Versuche sie wieder in Gang zu setzen scheitern kläglich. Bald ist eine passende Schneeverwehung gefunden und in fast zwei Stunden Arbeit graben wir uns unsere Unterkunft für diese Nacht.

Zum Abendessen noch was Warmes vom Gaskocher, dann kuscheln wir uns in die Schlafsäcke und schlummern friedlich ein. Im Schlaf lassen wir diese wunderbare Saison Revue passieren und träumen bereits von der Nächsten. Schön wars. Eure IG Pulverschnee.

Additional Information
www.hangloose.at markusrohrbacher.blogspot.com
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