Nachdem wir zwei regnerische Tage überstanden hatten, konnten wir endlich unser Heliprojekt in Angriff nehmen. Um von der erneut anrückenden Schlechtwetterfront einen kleinen zeitlichen Vorsprung zu bekommen, verlegten wir unser Fluggebiet nach Queenstown.
Um 7 Uhr klingelte der Wecker – BLUEBIRD! Yes! Nichts wie los. Hektisch packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg zum Hangar. Nach einer ausführlichen Instruktion flogen wir mit unseren Guides in das Zielgebiet, wo schöne unberührte Lines mit unzähligen Cliffbändern auf uns warteten.
Um es auf den Punkt zu bringen: Es war einfach genial!! Es ist irgendwie surreal, ein Face vom Gegenhang zu inspizieren um wenige Minuten später am Gipfel zu stehen- alles ohne einen Tropfen Schweiß. Das hört sich ersmal super an, bringt jedoch eine große Herausforderung mit sich die wir Anfangs unterschätzten: man muss verschiedene Lines innerhalb weniger Minuten beurteilen und sich die beste einprägen. Das hinderte uns jedoch nicht daran ein paar spektakuläre Spuren in die neuseeländischen Hänge zu ziehen.
Nachdem der Tag leider viel zu schnell vergangen war, beendeten wir den besten Skitag unseres Lebens, begutachteten unser Footage und ließen im Whirlpool bei einem kühlen Bier den Tag noch einmal revue passieren.
Am darauffolgenden Tag musste sich Kameramann Christoph schweren Herzens auf den Heimweg zurück nach Deutschland machen. Die übrig gebliebene Crew packte sich in den Camper und fuhr wieder Richtung Norden um an einem Contest in Tempel Basin teilzunehmen. Erfreulicherweise war der Winter während der letzen Wochen dort eingekehrt und begrüßte uns mit frisch gefallenem Pulverschnee, der Big Mountain Contest konnte also bei perfekten Bedingungen durchgeführt werden.
Überschattet wurde das Wochenende jedoch von dem schweren Erdbeben, welches Christchurch heimgesucht hatte und wodurch viele Contest Teilnehmer zu spät im Skigebiet ankamen. Der Veranstalter entschied daher sein ursprüngliches Format „ 2 Runs counts“ in ein „best Run counts“ umzuwandeln, was aber erst wenige Minuten vor der Preisverleihung bekannt gegeben wurde. Dies hatte zur Folge, dass ich mich statt mit dem 5. Platz auf Platz 13 wieder fand.
Alex konnte den Tag auf Platz 3 beenden. Der Lucky Boy des Tages war Fabi. Er konnte seinen ersten Freeridecontest in Neuseeland gewinnen, was natürlich ausgiebig gefeiert werden musste. Congrats!.
Tags darauf begaben wir uns zurück nach Christchurch, um unseren lieb gewonnenen Camper „Chilly“ zu reinigen und wieder an Wendenkreisen zu übergeben. Als letzte Winteretappe lockte uns ein berüchtigter Contest, der Export Extreme, ein FWQ 3* Event, auf die Nordinsel. Zuvor war jedoch eine lange Anreise zu bewältigen.
Die Anfahrt führte uns entlang der wunderschönen Ostküste Richtung Norden. Das Highlight war die von Delphinen begleitete Fährenfährt auf die Nordinsel. Der fünftägige Contest sollte im Skigebiet des noch aktiven Vulkans Mt. Ruapehu stattfinden. Aus den 4 geplanten Contesttagen mit jeweils 2 Runs für jeden Teilnehmer, konnte aufgrund des schlechten Wetters leider nur ein Wettbewerbstag durchgeführt werden- zum Glück für Alex und Fabi, deren Zwischenstandplazierungen 5 und 2 als Endergebnis herangezogen wurden. Congrats to the boys ;-)!
Nach der letzen Contest-Woche die zum Großteil aus Schlechtwettertagen bestand, entschieden wir uns, ein wenig früher als geplant, dem launischen neuseeländischen Winter den Rücken zu kehren und uns auf Bali noch ein wenig auszuspannen. Das Chillhouse war die perfekte Location sich von der anstrengenden Reise zu erholen und perfekt gecoacht ein paar Wellen zu surfen.