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Wenn man dann in Richtung Norden direkt auf den Wiesejaggl blickt, ist es Zeit die Ski zu schultern oder auf den Rucksack zu schnallen. Zu Fuß erfolgt hier nun der Aufstieg in Richtung Wiesejaggljoch. (Richtung Nordost-Ost). Dieser kann mitunter recht beschwerlich sein, da der Hang direkt in der Sonne liegt, recht steil und gleichzeitig oft sehr weich ist. Besonders im Frühjahr sollte man hier auch die Lawinengefahr nicht unterschätzen.
Am Wiesejaggljoch angekommen geht es am Grat entlang einige Meter in südliche Richtung, bis man am Einstieg einer recht breiten Rinne steht, die nach unten hin immer offener wird. Hier abfahren bis man auf einer Höhe von etwas 2.850 Meter in einer Ebene ankommt.
Diese quert man in nördliche Richtung. Jetzt kommen die Felle zum Einsatz, es folgt ein Aufstieg von knapp 200 Höhenmeter in nördlicher Richtung (im oberen Teil in nordöstlicher Richtung) bis man am Weißseejoch angekommen ist (Gipfelkreuz). Von hier an sieht man in östlicher Richtung bereits wieder die Ochsenalmbahn und die Gletscherstraße. Ab hier Abfahrt zuerst nach Osten, dann nach Nordosten über weite, kupierte Hänge in Richtung Gletscherstraße und Ochsenalmbahn.
Variante "Weißseejoch Spezial" im Skiers Regions Guide powered by GORE-TEX® Products (Karte, GPS-Daten, Höhenprofil, etc.)
Variante "Nörderberg" - 1.100 Höhenmeter Abfahrt mit nur 15 Meter Aufstieg
Diese Abfahrt gehört zu den absoluten Highlights am Kaunertaler Gletscher. Quasi ohne Aufstieg erreicht man eine äußerst lohnende, 1.100 Höhenmeter überwindende Abfahrt in einmaliger Naturkulisse. Gleichmäßig geneigte Hänge bilden perfektes Freeride-Terrain fernab von Liften und Pisten, was einem durchaus das Gefühl vermitteln kann, man sei nicht in Europa, sondern in Kanada unterwegs. Zudem bietet das extrem weitläufige Gelände beinahe unbegrenzte Variationsmöglichkeiten!
Startpunkt der Tour ist die Bergstation des Schleppliftes "Nörderjoch 2". Nach der Auffahrt mit dem Schlepplift die restlichen 15m zu Fuß bis zum Lifthaus aufsteigen (Achtung beim Unterqueren der Lifttrasse, man bekommt hier schnell mal einen Bügel an den Kopf!) und wenige Meter weiter in nordöstliche Richtung bis zum Grat ("Nörderschartl").
Dann eine geeignete Stelle suchen um in die Nörderberg Variante einzufahren. Die nun folgenden Hänge können beliebig befahren werden. Auf ca. 2200m links halten und auf Lawinenschnee dem Bach um die Höhe 2118m folgen. Nun auf flachem Gelände weiter am Bach entlang bis zum Parkplatz Fernergrieß. Um nicht auf dem Bach zu fahren kann die Höhe 2118m auch links (westlich) entlang des markierten Sommerwegs umfahren werden. Die Rückkehr ins Skigebiet erfolgt mit Bus oder Taxi - oder alternativ auch per Autostop.
Hinweis: Die schwierigste Stelle ist gleich anfangs die Einfahrt ins Nörderjoch. Weiter unten - ab ca. 2100m - sollte besonders auf die Lawinengefahr der Ost- und Westhänge geachtet werden.
Variante "Nörderberg" im Skiers Regions Guide powered by GORE-TEX® Products (Karte, GPS-Daten, Höhenprofil, etc.)
Variante "Weißseespitze Nord" - Freeride-Highlight für Experten (Tourenbeschreibung von Roland Wasmayer)
Diese Variante ist mit Sicherheit eine der anspruchsvollsten Touren im Bereich des Kaunertaler Gletschers. Die bis zum Gipfel vergletscherte Weißseespitze ist bereits von Feichten aus sichtbar und die Hänge unterhalb des Gipfels wecken bereits bei der Anfahrt Begehrlichkeiten. Vom Gipfel aus bietet sich eine absolut geniale Aussicht und die Abfahrt zurück ins Skigebiet ist als ausgesprochen Rassig zu bezeichnen. Durch die Höhenlage und die rein nordseitige Ausrichtung des Abfahrtshanges findet man hier selbst im Mai noch regelmäßig Pulverschnee.
Achtung: Alpine Erfahrung ist für diese Tour zwingend erforderlich und neben der obligatorischen Touren- und Sicherheitsausrüstung sollten auch Pickel und Steigeisen die Freeride-Ausrüstung ergänzen. Nur bei absolut sicheren Wetter- und Lawinenverhältnissen durchführbar!, definitiv nichts für Anfänger!
Vom Skigebiet aus sind drei Aufstiegsvarianten auf die Weißseespitze möglich. Bei der ersten Variante fährt man mti dem Weißseeferner-Schlepper hinauf und dann weiter direkt ab der Bergstation steil nach Süden bzw. Südwesten aufsteigen. Für diese Variante sind für den oberen Teil häufig Pickel und Steigeisen erforderlich.
Eine weitere Variante führt etwas flacher vom Schlepplift Nörderjoch Richtung "Zahn" (3377m) und dann in steiler Querung in eine Scharte und von dort in leichtem Gelände zum Gipfel.
Die dritte Variante startet ebenfalls beim Nörderjoch-Schlepper. Man steigt bis zum Lifthaus an und überquert den Grat an geeigneter Stelle um hinten ein paar Meter abzufahren. Dabei rechts haltend, eine Steilstufe hinauf und dann sehr flach am Gepatschferner rund um den "Zahn" zum Gipfel.
Abfahrt: Die große Gletscherkuppe der Weißseespitze ist (noch) höher als das Gipfelkreuz. Vom Gipfelkreuz nach Norden zu den Felsen und rechts (östlich) davon abfahren. Dabei aber nicht zu weit nach Osten, da dort Gletscherabbrüche lauern.
Achtung: Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, die geeignete Aufstiegsspur zu finden. Am besten verschafft man sich vom Skigebiet aus einen möglichst genauen Überblick. Die Orientierung auf der großen Kuppe der Weißseespitze ist bei schlechter Sicht nahezu unmöglich, es gibt kaum Anhaltspunkte. Stabiles Wetter ist für diese Unternehmung daher unbedingt Voraussetzung. Die Abfahtsroute sollte man sich ebenfalls vom Skigebiet aus gut einprägen um nicht in unwegsames Gelände zu gelangen.
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