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freeskiers.net war für euch vor Ort, um vom Auftakt der Freeride World Tour zu berichten

Autor: Hans-Martin Kudlinski Date: 4. Februar 2010
Der Auftakt der diesjährigen Freeride World Tour schien zunächst nicht gerade in der Gunst der Großwetterlage zu stehen. Nachdem der Startschuss in Sotchi in Ermangelung der Kooperationsbereitschaft des russischen Wetters nicht fallen konnte, sollte dieser am vergangenen Wochenende in Chamonix nachgeholt werden. Den zunächst schlechten Prognosen zum Trotz, zeigte sich die dichte Wolkendecke am Sonntag endlich einsichtig und gab den Blick auf Candide Thovex' Winning Run frei. Die Vorzeichen für die Reise nach Chamonix standen denkbar schlecht: Einige Blicke auf die einschlägigen Internetseiten der Wetterdienste verhießen nichts Gutes. Dunkelgraue Wolkensymbole ohne die Aussicht auf ein baldiges Aufklaren des Himmels über dem legendären, französischen Wintersportort. Sollte mich etwa das gleiche Schicksal ereilen wie das der nach Russland gereisten Journalisten, die vergeblich auf das Stattfinden des angesetzten Contest warten mussten?

Der erste Eindruck am Donnerstagabend meiner Ankunft war wenig euphorisch. Zwar lag auch in den kleinen Straßen des überschaubaren Örtchens bereits Schnee, doch der erste Blick auf den Brévent blieb mir aufgrund der Dunkelheit zunächst verwehrt. Zudem ließen die Worte von Mathieu Giraud, dem Manager des amtierenden FWT-Gewinners Snowboard Men, Xavier de Le Rue wenig Raum zur Freude: "Die nächsten Tage sieht die Prognose schlecht aus, aber am Sonntag, wahrscheinlich aber eher am Montag, könnte sich ein Fenster auftun." Wohlgemerkt war mein Rückflug bereits für besagten Montag gebucht und ich nicht sonderlich begeistert von der Perspektive, dem Contest nicht beiwohnen zu können.

Die folgenden Tage wurden schließlich damit verbracht, sich vom Organisatoren-Team der Freeride World Tour genauestens über die Safety-Ausrüstung der Fahrer, die Sicherung des Wettkampfhanges und das Judging-System informieren zu lassen. Was die genaue Betrachtung des Contest-Face betrifft, so hüllte sich dieses fast durchgängig in dichte Nebelschwaden und ließ uns nur erahnen, welche Varianten es für die einzelnen Fahrer bereithalten würde.

BIB-Draw

Am Tag der Startnummernvergabe öffnete der Himmel seine Schleusen und ließ das Wasser im von uns zweifelsohne bevorzugten Aggregatszustand gen Erdboden schweben. Die passende Untermalung für die Zeremonie, in deren Rahmen die Reihenfolge ausgelost wurde, in welcher die Rider den Hang bezwingen werden. Auf dem Marktplatz von Chamonix, auf dem die Sponsoren Nissan, Swatch, Scott und Dynastar ein kleines Eventgelände errichtet hatten, war es Julien Lopez, der das Trikot mit der eher ungeliebten Startnummer 1 aus dem Los-Sack zog.

Aurelièn Ducroz, der Titelverteidiger in der Ski-Wertung erklärt die Problematik des ersten Startplatzes: "Als Erster in das Face zu droppen ist vermutlich die undankbarste Aufgabe. Zwar erwartet dich überall der unberührte Schnee, doch andererseits dienst du mit deinem Lauf quasi als Richtwert für die folgenden Runs. Dementsprechend schwierig ist es dann auch, die Judges vom Fleck weg so sehr zu überzeugen, dass man den Sieg mit nach Hause nehmen kann."

Auf die Frage, wie zufrieden der Franzose mit seiner eigenen Startnummer sei reagierte er lachend: "Ich denke, ich kann mich nicht über die Nummer 17 beklagen. So lange ich nicht ganz am Anfang starten muss, ist alles in Ordnung.So habe ich auch die Möglichkeit, während des Aufstiegs zum Gipfel den ein oder anderen Run zu beobachten und daraus meine Rückschlüsse bezüglich der Schneeverhältnisse zu ziehen." Auch einer der hintersten Startplätze würde für ihn dank seiner augenzwinkernd pragmatischen Sichtweise ein eher kleines Übel darstellen: "In diesem Fall weißt du, dass du einfach ein wenig schneller fahren und ein bisschen weiter springen musst, um nicht in einem der Bombholes deiner Vorgänger aufzukommen."

Was sich dann schließlich am Wettkampftag ereignete, könnt ihr auf der folgenden Seite lesen...


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www.freerideworldtour.com
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