"Die aktuelle Temperatur in Bad Gastein beträgt sechs Grad über dem Gefrierpunkt..." tönt es gegen halb sieben Uhr Früh auf dem Weg nach Bad Gastein aus dem Autolautsprecher. Sechs Grad Plus? Es schien sich dabei nicht um ein Missverständnis zu handeln, denn auch die nachfolgenden Durchsagen erwähnten frühlingshafte Thermometerstände. Man muss kein Glaziologe sein, um zu wissen, dass die Wohlfühltemperatur von Schnee in niedrigeren Regionen anzusiedeln ist.
Das Bild, das sich am Vormittag bei meiner Ankunft im österreichischen Wintersportort bietet, ist zunächst zwiespältig: Zwar haben es die Veranstalter dank ihres Einsatzes zweifelsohne geschafft, ein beachtliches Setup aus dem Boden zu stampfen, doch das Wetter zeigt sich keineswegs von seiner kooperativen Seite. Heftigste und zu allem Überfluss warme Windböen wehen uns ununterbrochen um die Nase.
Dieser hartnäckige Föhn ist auch der Grund für die Änderungen im ursprünglichen Ablaufplan des Contest. Zunächst wird die Warm-Up-Session nur im unteren Bereich der Buchebenwiese auf den Rails ausgetragen. Nachdem der Wind nach und nach schwächer wird, können schließlich auch das 12 Meter Gap und der 14 Meter Big Air Kicker freigegeben werden. Nach einer 90‐minütigen Qualification‐Session ziehen letzlich die besten Skifahrer und Snowboarder in das Finale ein, das wiederum im Jam Session Modus ausgetragen wird.
Der Moderator Jonathan Weaver, der sich im unteren Teil der Contest-Area aufhält, hat in diesem Moment wirklich alle Hände voll zu tun, um bei der Vielzahl an unterschiedlichen Tricks nicht den Überblick zu verlieren. Schließlich stellen die Teilnehmer nun fast im Sekundentakt Spins und Flips in die Landung. Zudem werden von ihm - in Abstimmung mit dem Publikum - die besten Tricks direkt mit 5 Imperium Dollar belohnt, die später in handfeste Euro umgetauscht werden.
Dem schlechten Wetter zum Trotz - der Himmel hatte in der Zwischenzeit seine Schleusen geöffnet und bewässerte alle Beteiligten auf's Gründlichste - war die Motivation der Teilnehmer ungebrochen und folglich auch das Niveau des Wettkampfes äußerst hoch anzusiedeln. Im knappen und äußerst spektakulären Finale setzen sich schließlich Martin Hauck bei den Freeskiern und Luka Jeromel bei den Snowboardern durch und können sich über ihren Anteil der 3000€ Preisgeld freuen.
Im direkten Anschluss an das Finale sorgt der Live Auftritt der steirischen Hip Hop Gruppe "Train D‐Lay" für einen gebührenden Ausklang des Wettkampfes und leutet gleichzeitig die After-Contest-Festivitäten u.a. in der Silverbullet Bar ein. Die Performance der Band „Lucky Strikes Back“ auf der Zimtstern Party sorgt schlussendlich dafür, dass die Rider und alle anderen Beteiligten der Imperium Gastunum Jam Session den Tag in ausgelassener Stimmung ausklingen lassen können.
Die Ergebnise der Freeskier:
1. Martin Hauck (AUT)
2. Raphael Schwaiger (AUT)
3. Florian Wieser (AUT)