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Report


Projekt: Entwicklung eines Skikerns

Ein Team von Studenten entwickelt einen eigenen Twin-Tip Skikern.

geschrieben am: 18. November 2008
geschrieben von: Sascha Weckend
 
Reportage - Projekt: Entwicklung eines Skikerns
Was also tun, um an seinen eigenen Ski zu kommen? In Ermangelung skifahrerischen Könnens, den Kopf jedoch voller Ideen, wurde im Rahmen einer Projektarbeit kurzerhand entschieden, einen eigenen Ski zu entwickeln.

Nach ersten Recherchen mussten wir jedoch leider feststellen, dass ein kompletter Ski vielleicht doch ein zu hochgestecktes Ziel wäre. Das Projekt einfach aufgeben kam jedoch nicht in Frage, also entschlossen wir uns, uns auf die Entwicklung eines umweltfreundlichen, aber dennoch leichten Skikerns zu konzentrieren.

Nun ist das leichter gesagt als getan wenn man keine Erfahrung in diesem Bereich hat. Daher musste eine Skifirma her, die uns bei unserem Vorhaben unterstützen würde und deren Ski wir benutzen könnten, um unseren Kern einzubauen.

Reportage - Projekt: Entwicklung eines SkikernsSo ging es im vergangenen Januar voller Tatendrang auf die ISPO. Dort folgte aber relativ schnell die erste Ernüchterung. Die meisten Skihersteller waren zwar an unserem Projekt interessiert, meinten aber, wir sollten wiederkommen, wenn der Kern fertig entwickelt sei. Doch während dieser Zeit wollte uns leider keiner unterstützen.

Nach einer langen Tour von Messestand zu Messestand kamen wir schließlich bei Kneissl an. Dort bekamen wir nicht nur eine Kartoffelcremesuppe mit Krabben, sondern der Entwicklungschef Max Eppensteiner sicherte uns zudem die Unterstützung seiner Firma für unser Projekt zu. Als Basis durften wir ihren neuen Twin Tip, den FlyStar in 173 cm, verwenden.

Bis zum Ende des 4. Semesters war nun eine Feasibility-Study - oder auf gut Deutsch eine Mach- barkeitsstudie geplant. Konstruktionszeichnungen wurden erstellt, Analysen durchgeführt und mögliche Materialien untersucht. Am Ende des 4. Semesters präsentierten wir unsere Ergebnisse und unsere Professoren hielten unsere Vorbereitung für gut genug, so dass wir im 5. Semester unser Projekt umsetzen durften.

Damit ihr euch ein besseres Bild von den Abläufen machen könnt, gehe ich kurz genauer auf diese Machbarkeitsstudie und ihren Aufbau ein. Ich will nicht auf alle Punkte eingehen und beschränke mich auf die, welche ich für besonders wichtig und interessant halte.

Wir habe unsere Ausarbeitung grob in die Punkte Entwicklung und Konstruktion, Marketing, Qualität und Rechnungswesen unterteilt. Da uns Kneissl, wie bereits oben erwähnt, als Basis für unser Projekt seinen FlyStar zur Verfügung stellte, waren die Abmessungen des Kerns vorgegeben und die Konstruktion war relativ schnell abgeschlossen. Als Programm benutzten wir AutoCad.

Report - Projekt: Entwicklung eines Skikerns Interessanter und umfangreicher war die Auswahl von möglichen Materialien für den Kern. Die erste Idee war, Hanflaminate zu verwenden, was sich aber schnell als zu teuer und zu schwer herausstellte. Im Endeffekt und nach einigen Telefonaten mit Industriebetrieben einigten wir uns dann darauf, einen Kern zu bauen, der auf biologischen Schäumen beruht. Die Entscheidung für ein Material haben wir aufgrund einer Nutzwertanalyse getroffen, in der wir verschiedene Varianten miteinander verglichen haben.

Am Ende konnten wir dann auch diese Idee leider nicht umsetzten, dazu aber in einem späteren Teil mehr. Eine weitere Aufgabe, die wir zu erfüllen hatten, war die Vorbereitung eins Marketingkonzepts. Hierzu führten wir als erstes eine Marktanalyse durch, in der alle Twin-Tip-Ski mit ähnlichen Maßen wie die des FlyStar verglichen wurden.

Darauhin musste eine entsprechende Zielgruppe definiert werden. Dies fiel uns relativ leicht, da wir alle selber begeisterte Skifahrer sind. Im Ergebnis kristallisierte sich dann die Gruppe der männlichen, 13-25 jährigen Wintersportler (=Konsumenten) heraus. Basierend darauf entstand ein Entwurf zur Imagebildung, der unter anderem Punkte wie Namensfindung für den Ski, Design und PR enthielt.

Da es eine Machbarkeitsstudie war, durfte auch keine SWOT-Analyse fehlen. Dort geht es um Aufstellung möglicher Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Bedrohungen, denn ein allseits bekanntes Sprichwort besagt ja: “Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“.  Das Qualitätsmanagement war ein weiterer wichtiger Punkt der Studie. Dort wurden eine "QFD" und "FMEA" durchgeführt, - wenn ihr mehr dazu wissen wollt, schreibt mir und ich werde euch die Details erläutern.

Reportage - Projekt: Entwicklung eines SkikernsZum Schluss mussten wir noch eine Kostenrechnung durchführen, da das Projekt ja auch finanziert werden muss. Als Basis konnten wir die Skikalkulation von Kneissl verwenden und am Ende war es doch recht erschreckend, wie viel Kosten selbst bei so einem kleinen Projekt zusammenkommen.

Ohne Sponsoring bewegt man sich hier schnell im fünfstelligen Bereich und hat am Ende vielleicht fünf Prototypen in der Hand. Diese Machbarkeitsstudie wurde am Schluss unseren Professoren präsentiert. Sie entschieden letzten Endes dann, ob und welche Projekte umgesetzt werden durften. Und wir haben anscheinend überzeugt, denn wir bekamen das OK, unser Projekt in den nächsten Semestern umzusetzen.

Es konnte also losgehen!

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Sascha Weckend
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