Noch vor zwei Jahren in der Szene relativ unbekannt, taucht der Name „Daniel Schießl" zwischenzeitlich sehr beständig ganz oben in den Ergebnislisten der Contests auf. Wir haben uns mit dem Nachwuchs-Star aus dem K2-Team getroffen und ihn gefragt, wie er die Freeski-Szene sieht und was er in der nächsten Zeit so alles vorhat.
Bereits mit 3 Jahren zum ersten Mal auf den Ski, entwickelte sich seine Karriere wie bei den meisten Freeskiern zuerst einmal in Richtung Stangenwald und Zeitmessung - sprich den alpinen Rennlauf. Hier war er dann auch recht erfolgreich und schaffte schnell den Sprung in den Kader. Doch mit der Zeit litt der Spaß unter dem harten Training und das Bauen von Kickern und das Stylen übten eine ungeheure Faszination aus. Mit 14 stand er dann vor der Entscheidung: Entweder Sportinternat und eine Karriere im Weltcup anstreben oder die Träume vom Profi-Rennläufer zu begraben.
![[01] [rider = Daniel Schiessl] [photo = reXX].jpg [01] [rider = Daniel Schiessl] [photo = reXX].jpg](images/stories/magazin/people/daniel_schiessl/gallery/thumbnails/thumb_%5B01%5D%20%5Brider%20=%20Daniel%20Schiessl%5D%20%5Bphoto%20=%20reXX%5D.jpg)
Die Entscheidung war schnell getroffen und so wurde ab jetzt der Rennanzug nur noch sporadisch ausgepackt. Skifahren sollte vor allem wieder eines machen: Spaß. Im Backcountry schaufelte und baute er fleißig Kicker und handelte von nun an nach dem Prinzip „Learning by Doing". Dass dieser Weg der Richtige war, das zeigte sich spätestens 2003, als er seinen ersten Contest gewann.
Als nächstes musste jetzt ein Sponsor her. Und das der klassische Weg nicht immer der schlechteste ist, das bewies eine traditionelle schriftliche Bewerbung beim Freeski-Label K2. Mit kompletter Ausrüstung, fetter Motivation und neuen Tricks ging es also voller Freude in die Wintersaison 2004/2005, doch hier verließ ihn das Glück. Ein missratener Trick, eine unsanfte Landung und als Folge daraus ein Kreuzbandriss verordneten ihm erstmal eine Zwangspause. Doch das Glück sollte rasch zurückkehren und bereits nach nur 5 Wochen stand er bereits wieder auf den Brettern. So war der Winter doch nicht ganz abgeschrieben.
In der vergangenen Saison gelang Daniel dann der endgültige Durchbruch. Ein zweiter Platz beim Stairway To Heaven zeigten allen, dass sich das harte Training gelohnt hat. Vor allem für ihn selbst war jetzt auch endgültig klar, dass der Schritt weg vom Rennlauf und die Konzentration auf Freeskiing der richtige Weg war.
![[02] [rider = Daniel Schiessl] [photo = Andi Neuhauser].jpg [02] [rider = Daniel Schiessl] [photo = Andi Neuhauser].jpg](images/stories/magazin/people/daniel_schiessl/gallery/thumbnails/thumb_%5B02%5D%20%5Brider%20=%20Daniel%20Schiessl%5D%20%5Bphoto%20=%20Andi%20Neuhauser%5D.jpg)
Auch die laufende Saison begann mit einem zweiten Platz beim 'Newschool-Gathering' am Dachstein und dem Sieg beim 'PowWow Railbattle' in Augsburg sehr erfolgreich. Natürlich stehen damit dieses Jahr wieder jede Menge Contests auf dem Programm.
Und auch die Produktion bewegter Bilder wird forciert: Als Mitglied der Riders-Crew des neuen österreichischen Movie-Label 'Headbud' sollen einige spektakuläre Bilder entstehen.
Und als das noch nicht genug wäre hat Daniel jetzt auch noch mit der Ausbildung zum staatlich geprüften Skilehrer begonnen. Nicht nur aus Spaß an der Freude und um kleinen Kindern (oder großen Erwachsenen) das Skifahren beizubringen. Nämlich vor Allem auch deshalb, um auf Camps und anderen Veranstaltungen junge Nachwuchs-Freeskier optimal coachen zu können. Schon seit einigen Jahren ist er bei den Freestyle-Camps von Mountain-Action mit an Bord und steht den Teilnehmern dort mit Rat und Tat zur Seite.
Wir können also mehr als gespannt sein, was die laufende Saison für Daniel bringt und wohin sein weiteren Weg gehen wird. Das notwendige „Handwerkszeug" dafür hat er auf jeden Fall parat!