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Vielseitiges Fahrverhalten
Wendigkeit und Stabilität beißen sich bei diesem Ski aber nicht, dafür sorgt die ausgewogene Kombination mit dem straffen Heck. Er fährt sich sehr einfach und fehlerverzeihend, auch bei höheren Geschwindigkeiten. Dazu trägt sicher auch die geringe Mittenbreite bei, die zunächst eher an traditionelle Pommes erinnert als an dicke Freerideski. Insbesondere geradeaus läuft der BBR erstaunlich ruhig, kein Rupfen und kein Zupfen.
Natürlich sind Gemeinsamkeiten mit Surfboards auch beim Shape des Skis selbst deutlich. Die Spitze ist leicht gerockert (Salomon: All-Terrain-Rocker), schwimmt also von sich aus gut und verhindert ungewolltes Verschneiden sowie erleichtert die Schwungauslösung. Ebenso ist das Tail ganz leicht aufgebogen, Salomon nennt es einen Semitwintip, mal kurz rückwärts fahren klappt.
Eine Frage des Hüftumfangs
Es fällt auf, dass der BBR in zwei Versionen angeboten wird. Wie am Namen ablesbar 89mm und 79mm breit. Die beiden unterscheiden sich darüber hinaus in ihrer Konstruktion. Der Kleine wird in Monocoque-Konstruktion gebaut, was den Ski etwas komfortabler für weniger starke Fahrer macht, der große Bruder ist dagegen in klassischer Sandwichbauweise gefertigt, schön sportlich.
Gemeinsam ist beiden: Die Kanten haben eine sehr ordentliche Dicke. Was ein Pulsepad ist haben wir direkt von Salomon erfahren: Nämlich Elastomereinlagen über die gesamte Skilänge. Die Produktion des Allrounders findet in Altenmarkt statt. Dort hat man Skibauerfahrung, durchgehende Qualität ist zu erwarten.
Das Gesamtkonzept, einen Ski zu bauen der mehr oder weniger überall ganz gut funktioniert geht mit dem BBR sicher auf. Die breite Schaufel schwimmt gut und ermöglicht es dem Fahrer mit Druck nach Vorn auch im tiefen Pulver mit viel Spaß zu fahren. Das Pintail verspricht Wendigkeit, ist aber bei der straffen Abstimmung der 89er Version auch ordentlich tempostabil. Pistenqualitäten zeichnet der enge Radius stimmig ins Bild.
Unterschiedliche Charaktere der beiden Brüder
Auffällig in unserem Test war der Unterschied bei verschiedenen Längen. Den Langen kann man mit richtig Geschwindigkeit fahren und über alles hinweg bügeln. Vor allem im Pulver, wenn man zerhacktes Gelände hat und mit viel Tempo fährt hat man Vertrauen in den Ski. In der kurzen Länge ist der Ski dagegen sehr agil und macht speziell auf der Piste Spaß, fast wie mit einem Racecarver. Einziger Wehrmutstropfen ist dann halt, dass es eine Höchstgeschwindigkeit gibt ab der man lieber wieder langsamer fährt.
Also tatsächlich eine Eierlegende Wollmilchsau? Für jeden Skifahrer der nur einen Ski möchte und trotzdem mal im Pulver, mal auf der Piste und mal im Zerhackten unterwegs sein will, ist der BBR tatsächlich eine sehr gute Wahl. Die von Salomon anvisierten Zielgruppen, mit noch etwas unerfahrenen Fahrern für die 79mm schmale Version und sportlich ambitionierten Skiläufern mit der 89mm Ausführung, passen. Als reiner Spezialist muss man aber leider doch Abstriche machen, der BBR ist kein reiner Racecarver und er ist kein reiner Pulvervollgasski, dafür ist er fast immer eine sehr gute Wahl wenn man nicht fünf Paar Ski im Kofferraum herum fahren möchte.
Das Fazit
Natürlich hat Salomon mit dem BBR das Rad nicht neu erfunden, aber das ist auch gar nicht entscheidend. Der Ski richtet sich nicht an Spezialisten die sowieso genau wissen was sie wollen sondern an Fahrer die vielseitig unterwegs sind. Morgens Pulvern, dann im Zerhackten cruisen und letztlich noch gut auf der Piste Spaß haben. Dafür ist der Ski gebaut und das bietet der BBR, egal ob Anfängern oder sportlich ambitionierten Skiläufern. Also sollte man sich nicht von der augenfälligen Tropfenoptik abschrecken lassen, für einen sehr breiten Einsatzzweck ist Salomon ein sehr guter Ski gelungen.
Die Salomon Freeski TV Folge über den Entwickler "Beber":