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Grundsätzliches zur Bekleidung
Die Kleidung hat beim Wintersport eine wichtige Aufgabe. Sie soll den Körper vor der Auskühlung und damit im Extremfall vor dem Erfrieren schützen. Der Körper kühlt aber nicht nur durch eine niedrige Temperatur aus, der Auskühlungseffekt wird durch Feuchtigkeit und Wind um ein Vielfaches verstärkt. Das ist der so genannte Windchill-Effekt.
Daher sollte man nicht nur warm genug, sondern in jedem Fall auch winddicht gekleidet sein. Absolut wasserdicht wäre ebenfalls schön, würde aber das Problem mit sich bringen, dass Du über kurz oder lang im eigenen Saft braten würdest. Und letztendlich ist es egal, ob man von innen oder von außen nass wirst. Also keine Plastiktüte als Kleidung, sondern etwas atmungsaktives, damit man eben auch von innen trocken bleibt. Die Funktionskleidung ist also nie wirklich wasserdicht. Wie viel Wasser sie nun verträgt, bis man dann trotzdem nass wird, kann man den Angaben über die Wassersäule entnehmen. Diese findet man oft auf einem Etikett im inneren der Jacke/Hose, oder sie hängt an einem separaten Etikett beim Kauf an der Jacke dran. Die Wassersäule wird in mm angegeben und entspricht eben der Höhe, bis zu der man Wasser auf der verwendeten Membran stapeln könnte, bis es durchtropft. Der verwendeten Membran, wohlgemerkt, nicht der Jacke, auf der das draufsteht.
Zum Vergleich: Ein gutes Zelt hat etwa eine Wassersäule von 3.000 mm. Bei einer billigen Skijacke hat man auch etwa diesen Wert, und da dauert es schon ein bisschen, bis man nass wird. Eine gute Skijacke hat eine 10.000 mm Wassersäule. Noch bessere Membranen erreichen eine Wassersäule von 20.000 mm und mehr 40.000 mm Wassersäule.
Das ganze bringt natürlich wenig, wenn die Membran noch so schön wasserdicht ist, es aber an den Nähten reintropft. Die Nähte müssen daher auf jeden Fall wasserdicht verklebt sein! Das kann man bei ungefütterten Jacken normalerweise sehen. Bei gefütterten Jacken sollte man sich dageggen vergewissern, dass dem so ist. Mittlerweile ist es aber eigentlich Standard. Genauso sollten die Reisverschlüsse abgedeckt oder wasserdicht sein, am besten auch an den Taschen.
Die Atmungsaktivität wird nicht immer angegeben, wenn, dann meist in ml pro qm pro 24 Stunden. Das bedeutet, soviel ml Wasser werden in 24 Stunden durch einen qm der Membran transportiert. Wohlgemerkt auch hier wieder die Membran und nicht die Jacke (wenn die zum Beispiel gefüttert ist, könnte die Membran evtl. mehr Wasser abtransportieren, das Futter aber nicht.) Ein Kleidungsstück atmet also nur soviel wie der schlechteste Teil, ist dabei aber so wasserdicht wie der beste Teil. Das gilt für das gesamte Outfit, also Kombination von Unterwäsche, Fleece, und Jacke. Was noch zu bemerken wäre: "Normalerweise verliert man beim Skifahren viel mehr Flüssigkeit als man denkt und viel mehr als selbst die atmungsaktivste Jacke mit einer Membran abtransportieren kann. Gerade bei längeren und heikleren Touren sollte man also auf die richtige Kleidung achten. Außerdem sollte man genug trinken, aber das ist hier ja nicht das Thema."
Was bei der äußersten Kleidungsschicht noch zu erwähnen wäre: Diese muss ebenfalls wasserabweisend sein, was unsere tollen atmungsaktiven Membranen nicht sind. Doch zum Glück gibt es Imprägnierungen. Dank dieser Fluorcarbonharze perlt das Wasser auf der äußersten Schicht unserer Kleidung ab und richtet so keinen Schaden an, bevor die Membran auch nur in Aktion treten musste! Allerdings nutzt sich diese Imprägnierung (der Einfachheit halber ab jetzt DWR [durable water repellant] genannt) ab, Du solltest also ab und an neu imprägnieren. Mehr dazu im Teil "Bekleidungspflege". Ein netter Nebeneffekt der DWR ist, dass sie auch schmutzabweisend ist - Jacken und Hosen bleiben dadurch also relativ sauber!
Winddicht sind die Membranen auch, man schlägt mit ihnen also zwei Fliegen mit einer Klatsche.
Damit man nun aber nicht trocken und windgeschützt frierst, ist die Isolierung neben der Funktion sehr wichtig. "Warm anziehen" ist also angesagt. Die Devise lautet "Zwiebelprinzip"! Also möglichst dünne Schichten, davon dann aber so viele, dass man nicht friert! Besser drei Schichten Unterwäsche und eine dünne Funktionsjacke, als eine Schicht Unterwäsche und die klassische, dick gefütterte Skijacke.
Das hat viele Vorteile, und nur einen Nachteil. Der Nachteil ist der Preis! Das Schichtprinzip ist meist immer teuerer. Dafür ist die Atmungsaktivität besser, da die dünnen und hochfunktionellen Materialien den Schweiß besser ableiten. Viele dünne Schichten haben auch einen besseren Isoliereffekt und damit eine höhere Wärmeleistung als wenige dicke. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Flexibilität, da man immer noch etwas ausziehen oder anziehen kann. Versuch mal, Dich mit einer richtig dicken Skijacke zu bewegen und danach mit einer dünnen und einem Fleece darunter. Natürlich müssen alle Schichten aus Funktionskleidung bestehen, sonst kann das ganze System nicht funktionieren.
Auf nackter Haut
Fangen wir ganz innen an: Die Funktionsunterwäsche wärmt nicht nur, sie sollte auch den Schweiß als erstes so schnell wie möglich weg vom Körper transportieren. Es gibt viele Hersteller von Funktionsunterwäsche, aber fast alle verwenden dieselben Materialien. Meist viel Polyester, manchmal noch etwas Spandex/Lycra oä. Letzteres erhöht einfach die Dehnfähigkeit des Stoffes und damit den Tragekomfort, geht aber eben zu Lasten der Atmungsaktivität. Dann gibt es seit ein paar Jahren einige Hersteller, die auf Naturfasern (meist Merino-Wolle) für ihre Funktionsunterwäsche setzen, was erstaunlich gut funktioniert. Beide Materialien (Naturfasern und Kunstfasern) haben ihre Vor- und Nachteile. Funktionsunterwäsche aus Kunstfaser hat eine höhere Atmungsaktivität und ist normalerweise leichter und auch relativ günstig. Allerdings wärmt sie recht wenig und fängt relativ schnell an ziemlich unangenehm zu riechen. Wenn man also in einer kleinen Hütte oder einem engen Auto mit mehreren Leuten wohnt, kann das unangenehm werden. Funktionsunterwäsche aus Naturfasern hat meist ein deutlich angenehmeres Tragegefühl auf der Haut und sie wärm auch besser. Sie atmet aber deutlich schlechter als eine gute Kunstfaser und ist in der Regel relativ teuer. Was kaufe ich mir also? Wenn ich viel schwitze, entweder von natur aus oder weil ich z.B. öfters aufsteige oder Touren gehe, wähle ich Funktionsunterwäsche aus Kunstfaser, wenn ich leicht friere, eher wenig schwitze und genug Geld übrig hab, dann welche aus Naturfasern.
Noch eine kurze Bemerkung: Generell atmet die Funktionsunterwäsche relativ gut, also z.B. besser als die meisten Jacken. Das ist auch gut, weil sich die Flüssigkeit lieber unter der Jacke als direkt am Körper befinden soll. Wichtig ist noch, dass die Funktionsunterwäsche eng am Körper anliegt, damit sie den Schweiß wegtransportieren kann. Mittlerweile gibt es echt luxuriöse Unterwäsche, die hat dann unter anderem Silberionen gegen Geruch eingearbeitet, allerdings tut es imho bei der Unterwäsche auch was Billigeres. Die verwendeten Materialien sind ja sowieso oft dieselben. Oft findet man auch in anderen Sportbereichen gute Funktionsunterwäsche, die fürs Skifahren geeignet und zudem billiger ist.
Die Zwischenschicht
Hierzu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Ein Fleece ist warm und dabei auch atmungsaktiv. Ich selbst hab in dieser Schicht einen Protektor an. Die meisten Protektorenhersteller verwenden atmungsaktive Materialien oder Mesheinsätze. Leute denen entweder sehr schnell kalt wird oder die bei ganz tiefen Temperaturen unterwegs sind, kann ich Primaloft-Unterjacken empfehlen. Sie sind extrem warm.