Besser hätte die diesjährige ARt on Snow nicht starten können. Der Wechsel des "Ausstellungsort...
Bei eisigen Temperaturen und mit einer beschwerlichen Anfahrt fand am letzten Samstag den 4. Februar...
Die aktuelle Wintersaison sorgt mit ihren überaus großzügigen Niederschlagsmengen auch im Allgäu für...
Am vergangenen Samstag den 4. Februar 2012 fand im Snowpark in Mühlbach beim Arthurhaus der Livingro...
Am 16. Februar 2012 findet in Val Thorens eines der Contest Highlights in Europa statt. Beim Frostgu...
Dabei ist der LLB neben dem Wetterbericht die wichtigste Planungshilfe für Freerider. Ihn richtig zu lesen und zu verstehen ist Grundlage jeder Risikoabschätzung und damit der Entscheidung, ob man einen Hang befahren sollte oder besser nicht.
Schon seit 1993 gilt die fünfstufige europäische Lawinengefahrenskala im gesamten Alpenraum. Je nach Gefahrensituation veröffentlichen die jeweiligen Lawinenwarndienste ihre Einstufung von Stufe 1 für geringe Gefahr bis zur Katastrophenstufe 5 im LLB, der zusätzlich eine Fülle weiterer Informationen bereithält.
Die Anzahl der Gefahrenstellen im Gelände verdoppelt sich jeweils von einer Lawinengefahrenstufe zur nächst höheren – und damit das Risiko, eine Lawine auszulösen!
Die 5 Gefahrenstufen im Überblick:
| Stufe |
Beschreibung |
|
1 |
|
|
2 |
|
|
3 |
|
|
4 |
|
|
5 |
|
Das lawinengefährliche Gelände ist im LLB im Allgemeinen
näher beschrieben (z.B. Höhenlage, Exposition, Geländeform usw.).
Steilhänge Hänge mit mehr als 30° Neigung
Mäßig steile Hänge Hänge mit bis zu 30° Neigung
etreme Steilhänge besonders ungünstige Neigung, Geländeform, Kammnähe, Bodenrauigkeit
Zusatzbelastung:
Zusatzbelastung ist die Belastung der Schneedecke zusätzlich zu ihrem Eigengewicht. Eine
geringe Zusatzbelastung ist beispielsweise ein einzelner, sturzfreier
Skifahrer oder eine sturzfreie Skifahrergruppe, mit mindestens 10 Meter
Abstand zwischen den Personen – den sog. Entlastungsabständen.
Eine große Zusatzbelastung ist z. B. ein stürzender Skifahrer, die Landung eines Sprungs, eine Gruppe von zwei oder mehr Personen ohne Entlastungsabstände, Pistenfahrzeuge, Sprengungen oder bereits ein einzelner Hiker ohne Ski bzw. Schneeschuhe.
Spontane Lawinen lösen sich ohne Zusatzbelastungen!
Exposition
/ Hangrichtung:
Die Exposition oder Hangrichtung ist
diejenige Himmelsrichtung, in die ein Hang abfällt. Steht ein Rider mittags am Gipfel, hat einen Powder-Hang zu seinen Füßen
und die Sonne im Rücken, dann ist der Hang ein... ? Richtig, ein
Nordhang!
Triebschnee:
Triebschnee ist vom Wind
verfrachteter, abgelagerter Schnee, der die gefürchteten
Schneebrettlawinen bildet. Dabei macht es keinen Unterschied, ob der
Schnee während des Schneefalls oder erst danach verfrachtet
wurde. In Nordhängen findet man oft den besten Powder, leider
ist dort die Schneedecke oft sehr instabil. Die meisten
Lawinenunfälle passieren in sehr steilen Schattenhängen.
Was
kann der Lawinenlagebericht – und was nicht:
Die LLB's werden auf der Basis großer Datenmengen
erstellt. Die Werte zahlreicher automatischer Messstationen werden
ausgewertet und mit den Rückmeldungen der örtlichen
Lawinenkommissionen verglichen. Der LLB nennt aber nicht nur die
aktuelle Gefahrenstufe, sondern liefert darüber hinaus viele
wertvolle Informationen. Und hier kommt es, wie so oft, auf das
Kleingedruckte an! Wer das liest, erfährt, wie sich das
Wettergeschehen auf die Stabilität der Schneedecke ausgewirkt
hat, wo der meiste Schnee gefallen ist – und welche Hänge
besonders lawinengefährdet sind.
Unbedingt beachtet werden müssen die als kritisch eingestuften Expositionen, Höhenlagen und Geländeformen! Auszug aus einem LLB: "Zu beachten sind vor allem Steilhänge der Expositionen Nordwest bis Nordost oberhalb von 2000 m Höhe." Hänge, auf die all diese Beschreibungen zutreffen, sind die besonders kritischen Bereiche.
In diesen besonders gefährlichen Bereichen kommen fast Dreiviertel aller Lawinenopfer ums Leben. Leider heißt das nicht, dass du außerhalb dieser Kernzonen ohne Risiko powdern kannst. Auch in anderen Hängen gibt es Gefahrenstellen, jedoch sind sie dort wesentlich seltener.
Besonders problematisch für Freerider ist die Gefahrenstufe 3 = „erheblich“. Der Lawinenexperte Werner Munter spricht provozierend vom "todgeilen Dreier"! Ein Großteil der Lawinenunfälle resultiert aus der Kombination von 1.) sehr steil, 2.) nördlicher Exposition und 3.) Gefahrenstufe Drei – eine Ballung vieler Risikofaktoren.
Da der LLB die Beurteilung eines größeren Gebiets ist und sich die Stabilität von Einzelhängen leider nicht berechnen lässt, musst du die Entscheidung "fahren oder nicht" letztlich für dich selbst treffen. Aber das Kleingedruckte im LLB hilft bei dieser Entscheidung enorm!